AC World SeriesOracle Team USA unter Verdacht

Lars Bolle

 · 08.08.2013

AC World Series: Oracle Team USA unter VerdachtFoto: Jen Edney/YACHT

Grobes Fehlverhalten? Wegen Verstoßes gegen die Klassenregeln gibt das Team rückwirkend vier Regatten auf. Sperrungen sind möglich

Gerade, jetzt, wo der America’s-Cup-Verteidiger Oracle Team USA wegen der enttäuschenden Ausscheidungsserie jede gute Schlagzeile benötigt, kommt diese wie ein Hammer:

Die Internationale America’s-Cup-Jury hat gegen das Team eine Untersuchung wegen groben Fehlverhaltens (Regel 69) eingeleitet. Diese kann das Sperren einzelner Sportler oder des ganzen Teams nach sich ziehen.

Offenbar entsprachen die beiden AC-45-Katamarane, die das Team während der AC World Series einsetzte, nicht den Klassenregeln. Es handelt sich um eine Einheitsklasse. Bei den Vorbereitungen der Boote für den Youth America’s Cup, der am 1. September beginnt, wurde entdeckt, dass an der vorderen Mittelstütze bei beiden Booten zusätzlich 2,5 Kilogramm Gewicht hinzugefügt wurden. Ob sich diese auf die Bootsgeschwindigkeit ausgewirkt oder gar das Endergebnis beeinflusst hätten, sei zwar nicht klar, dennoch handele es sich um einen klaren und vorsätzlichen, damit ernsthaften Verstoß gegen die Klassenregeln.

Das amerikanische Team reagierte umgehend. Teamchef Russel Coutts zog beide Boote von den vergangenen vier Regatten zurück, diese werden neu gewertet. In einer Erklärung heißt es: "Die Änderungen wurden von einer kleinen Gruppe Segler vor über einem Jahr vorgenommen. Das Teammanagement und die Skipper waren nicht informiert, und es wurde sich nicht an interne Prozeduren gehalten."

Mit betroffen von der Affäre ist der Rennstall BAR des Rekord-Olympiamedaillengewinners aus Großbritannien, Sir Ben Ainslie, der eines der beiden amerikanischen Boote nutzte. In einer Stellungnahme des Teams heißt es, die Boote seien so von Oracle Team USA übernommen und auch immer vorbereitet und gewartet worden.

Die Untersuchung wegen groben Fehlverhaltens läuft noch.

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