AC 45 in PlymouthNeue Runde, neue Gesichter im Cup

Jochen Rieker

 · 06.09.2011

AC 45 in Plymouth: Neue Runde, neue Gesichter im CupFoto: ACEA
AC Plymouth
Sonnabend startet der zweite Tourstopp der America's Cup World Series. In England feiert Andreas Hagara als erster Österreicher sein Debüt
  In Portugal steuerte noch Tornado-Legende Mitch Booth für China. Vorbei!Foto: ACEA/GILLES MARTIN RAGET In Portugal steuerte noch Tornado-Legende Mitch Booth für China. Vorbei!

Kat-Segler und Cup-Fans stehen zwei weitere abwechslungsreiche Wochenenden bevor. Vom 10. bis 19. September liefern sich die derzeit neun Teams erneut Dutzende von Wettfahrten. Nach dem Auftakt vor Cascais gastiert der ACWS-Zirkus mit den 45 Fuß großen, nur 1,4 Tonnen schweren Flügelrigg-Katamaranen in Plymouth.

Reichlich spektakuläre Bilder werden erwartet, denn die Ausbuchtung des Ärmelkanals ist für Fallwinde von den umliegenden Hügeln, für Dreher und Stromkanten berüchtigt – ein anspruchsvolles Revier. Im Spätsommer kann auch der Gradientwind ordentlich um die Häuser wehen. Nach den Leichtwindbedingungen Anfang August in Portugal wäre es der erste echte Test für Boote und Crews.

Seit einer Woche trainieren die Ersten im Plymouth Sound, darunter der Brite Chris Draper, eigentlich 49er-Segler in der englischen Nationalmannschaft. Er hatte mit Team Korea schon in Cascais überzeugt und im Matchrace den viermaligen Cup-Sieger Russell Coutts geschlagen, den erfolgreichsten Cup-Skipper aller Zeiten.

Auch Loïck Peyron von Energy Team ist am Wochenende eingetroffen; der französische Multihull-Experte war erst vor drei Wochen an gleicher Stelle – damals mit dem Maxi-Tri "Banque Populaire", den er im Rolex Fastnet Race zu Line Honours und einem neuen Streckenrekord geskippert hatte.

  Steuert: Andreas HagaraFoto: ACEA Steuert: Andreas Hagara  Jetzt Skipper: Charlie OgletreeFoto: ACEA Jetzt Skipper: Charlie Ogletree
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Bei China Team gibt der österreichische Tornado-Welt- und Europameister Andreas Hagara sein Debüt. Während Bruder Roman in der Extreme Sailing Series für Red Bull an den Start geht, ersetzt Andreas Mitch Booth, der als Skipper und Steuermann im Unfrieden ausschied – dem Vernehmen nach wegen Geldproblemen. Skipper bei China Team ist jetzt Taktiker Charlie Ogletree.

Die neuesten Meldungen und Termine für die Regatten gibt es direkt auf der AC-Homepage. Live-Streams während der Rennen, Tageszusammenfassungen und Hintergrundberichte schaut man am besten auf dem eigens eingerichteten YouTube-Kanal, der im Multikanal-Modus verschiedene Sichten und Kommentare zur Verfügung stellt. Ruckelt anfangs das Bild, empfiehlt es sich, nicht hektisch den Kanal zu wechseln, sondern draufzubleiben. Bildqualität und Bandbreite regeln sich nach und nach hoch, wenn die Zugriffszahlen die Server nicht überfordern.

Interessant im Zusammenhang mit dem Tourstopp in Plymouth ist eine weitere Meldung aus England, wonach nun auch Ben Ainslie auf zwei Rümpfen unterwegs ist. Der erfolgreichste britische Segler bei Olympischen Spielen wurde jüngst von Mark Turner, Organisator der Extreme Sailing Series, via Twitter begrüßt – als Skipper von Oman Air.

  Noch nicht im Cup, aber auf dem Weg: Ben Ainslie goes Extreme 40Foto: YACHT Archiv Noch nicht im Cup, aber auf dem Weg: Ben Ainslie goes Extreme 40

Die Extreme-40-Kats sind zwar "nur" die Blaupause für die AC-Weltserie gewesen, um ein Haar wären sie gar Teil der Vorregatten geworden. Sie finden aber nach wie vor viel Beachtung und gelten als perfekter Übungsgrund für alle, die sich auch ohne AC-Kampagne auf eine längerfristige Multihull-Zukunft vorbereiten wollen.

"Wird er sie so schnell meistern wie Dean Barker?", fragt Mark Turner. Barker zumindest ist nach seinem Auftaktsieg in Cascais und Rang zwei im Matchrace derzeit das Maß der Dinge auf den AC-45.

Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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