35. America's CupAirbus verleiht Oracle Team USA Flügel

Jochen Rieker

 · 22.10.2014

35. America's Cup: Airbus verleiht Oracle Team USA FlügelFoto: ACEA/G. Martin-Raget

Der deutsch-französische Flugzeugbauer engagiert sich als Technologiepartner beim Titelverteidiger. Skipper Spithill: "Ein riesiger Vorteil"

Airbus und Oracle Team USA wollen mit vereinten Kräften den 35. America's Cup gewinnen. Dazu haben beide Partner eine Allianz geschlossen, in der sie ihr jeweiliges Know-how einbringen. Das gaben sie auf einer gemeinsamen Pressekonfernez heute früh in New York bekannt.

  Überzeugt: Jimmy SpithillFoto: Abner Kingman/ACEA
Überzeugt: Jimmy Spithill

Skipper Jimmy Spithill, der mit Oracle bereits 2010 und 2013 triumphierte, hob die Bedeutung der Kooperation für sein Team hervor. Sehr oft seien Design und Konstruktion die "entscheidenden Faktoren für den Sieg", sagte er.

"Die neuen America's-Cup-Katamarane sind leichter und schneller als zuvor. Angetrieben von einem Flügelrigg, fliegen sie auf Tragflächen übers Wasser. Sie sind so sehr Flugzeuge wie Boote, deshalb weiß ich, wie viel wir von der Erfahrung der Ingenieure bei Airbus lernen können." Die Partnerschaft, befand er, sei "ein riesiger Vorteil" für sein ohnehin favorisiertes Syndikat.

Zwar begrenzen das Protokoll des Cups und die Klassenregeln des neuen AC 62 die Gestaltungsfreiheit der Teams, indem sie viele Konstruktionsparameter für Flügel, Ruder und Rumpf reglementieren. Doch umso schwerer wiegt der Vorteil der Zusammenarbeit von Oracle Team USA mit Airbus in den Punkten, die variabel sind. Das gilt nicht nur im Hinblick auf die Aerodynamik, sondern auch bei der Strukturanalyse, Steuerungshydraulik und Messtechnik, wo das Luftfahrtunternehmen weltweit führend ist.

Für Airbus ist das Engagement mit den amerikanischen Verteidigern auch ein Prestigegewinn.

Oracle hatte bislang eher die Nähe zum Konkurrenten Boeing gesucht. So baute das Cup-Syndikat seine Werft schon vor acht Jahren in Anacortes im Bundesstaat Washington auf, unweit des Boeing-Hauptquartiers und direkt neben Janicki Industries, einem Zulieferer der US-Flugzeugbauer, wie Julian Guthries in seinem lesenswerten Buch "Der Milliardär und der Mechaniker" berichtet.

  Stolz: Fabrice BrégierFoto: Airbus
Stolz: Fabrice Brégier

Entsprechend stolz zeigte sich Airbus-Chef Fabrice Brégier über das Zusammengehen mit Oracle. "Indem wir ein extremes Technologie- und Sportprojekt dieser Größenordnung übernehmen, erweitern wir unsere Fähigkeiten und stärken unsere Agilität noch einmal", betonte er in New York.

Der Enthusiasmus und das Engagement, mit der seine Entwickler die Partnerschaft angehen, sei "schlicht überwältigend", sagte Brégier und fügte mit einem Schmunzeln an: "Die größte Schwierigkeit könnte sein, sie danach wieder dazu zu bringen, an Flugzeugen zu arbeiten."

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