Das neue Jahr kann kommen…
Boris Herrmann auf Kurs Comeback!

Seinem atemlosen Jahr 2021 folgt ein hochspannendes 2022: Boris Herrmann und sein Team Malizia sind bereit für den Take-off

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 31.12.2021
Die Glücksmomente nach der Vendée-Globe-Premiere hatten das atemlose Jahr 2021 für Boris Herrmann eingeläutet. 2022 verspricht für ihn und sein Team Malizia kaum weniger aufregend zu werden Die Glücksmomente nach der Vendée-Globe-Premiere hatten das atemlose Jahr 2021 für Boris Herrmann eingeläutet. 2022 verspricht für ihn und sein Team Malizia kaum weniger aufregend zu werden Die Glücksmomente nach der Vendée-Globe-Premiere hatten das atemlose Jahr 2021 für Boris Herrmann eingeläutet. 2022 verspricht für ihn und sein Team Malizia kaum weniger aufregend zu werden

Yvan Zedda/Alea/VG2020 Die Glücksmomente nach der Vendée-Globe-Premiere hatten das atemlose Jahr 2021 für Boris Herrmann eingeläutet. 2022 verspricht für ihn und sein Team Malizia kaum weniger aufregend zu werden

Für Deutschlands Segelstar Boris Herrmann wird das neue Jahr ein neues Boot und sein ersehntes Regatta-Comeback bringen. Nur einmal hat er 2021 nach dem packenden Vendée-Globe-Finale im Januar eine große Regatta bestritten. Zur Kieler Woche war Deutschlands Vorzeigesegler mit seinem Team im Heimatrevier aufgekreuzt. Darüber hinaus haben ihn TV-Auftritte, Ehrungen, Umwelt-Engagements, vier veröffentlichte Bücher, die erfolgreich vergrößerte Sponsorenfamilie, der Teamausbau auf etwa 50 Mitstreiter und vor allem sein Neubauprojekt in Frankreich stark gefordert. Es war trotz einer Saison ohne eigene Rennyacht ein atemloses Jahr! Jetzt kann der 40-jährige Hamburger das neue Jahr und sein Comeback auf dem Wasser kaum mehr erwarten.

Boris Herrmann/Team Malizia Millionen Fans erinnern sich gern an Boris Herrmanns roten Weihnachtspulli, mit dem sie bei der Vendée-Globe-Premiere des Hamburgers Bekanntschaft machten. Er liegt wohlbehalten im Schrank in Herrmanns Familiendomizil in der Hamburger HafenCity

Drei Wünsche für das neue Jahr

Drei Wünsche hat der Segelprofi, Buchautor und Familienvater Boris Herrmann zum Jahreswechsel und für 2022. Der wichtigste: "Ich hoffe, dass unser neues Boot unter einem guten Stern stehen wird. Da ist man ja auch ein wenig abergläubisch", sagt er. Dabei denkt er an Boote und Skipper wie "Charal" und Jérémie Beyou, dessen Neubau schon kurz nach der Taufe zickte und den französischen Vendée-Globe-Favoriten später mit großen technischen Problemen schon in der Anfangsphase des Rennens zur Umkehr, Reparatur und einsamer wie chancenloser Aufholjgd zwang.

Die neue Imoca-Yacht für Herrmanns Rennstall Team Malizia wird in Frankreich gebaut. Die zweite Bauhalbzeit ist bereits angelaufen. Das Boot soll im Juni 2022 fertiggestellt sein und umgehend seinen Test- und Trainingsbetrieb aufnehmen. YACHT-Redakteur Andreas Fritsch hat Boris Herrmann und sein Team in Frankreich besucht und dort für die Leser zum Jahresende exklusive Einblicke in das in weiten Teilen noch streng geheime Projekt nehmen können. Den spannenden Report und ein Interview mit Boris Herrmann lesen Sie in YACHT 2, ab 5. Januar am Kiosk.

Yvan Zedda/Alea/VG2020 Die treue "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" ist längst an Samantha Davies Mann Romain Attanasio verkauft. Team Malizias neue Imocoa soll im Sommer 2022 fertig und getauft werden

Wunsch zwei: Herrmann hofft auf mehr Teilnehmer für den ersten seiner beiden geplanten Gipfelstürme: The Ocean Race 2023. Noch steckt der Klassiker, der 1973/74 als Whitbread Round the World Race begonnen hatte, in der Teilnehmerflaute. Ein Jahr vor dem aus Pandemie-Gründen in den Januar 2023 verschobenen Start mangelt es dem wichtigsten Mannschaftsrennen um die Welt an einer veritablen Flotte. Zwar haben sich Dutzende Teams registrieren lassen, doch nur die wenigsten ihren Start bislang bestätigt. Das Teamrennen Ocean Race wird bei seiner 14. Auflage in zwei Bootsdivisionen ausgetragen: den bereits erprobten Volvo-Ocean-65-Yachten und der aus der Vendée Globe bekannten boomenden Imoca-Klasse. Hier will Herrmann mit seinem Team Malizia und neuem Boot angreifen. Offiziell aber sind mit 11th Hour Racing und seiner Kampagne erst zwei Imoca-Teams gemeldet und durchfinanziert. Um viele andere Rennställe und bekannte Namen wie Vendée-Globe-Sieger Yannick Bestaven, Kevin Escoffier und weitere ranken sich Gerüchte und Hoffnungen.

"Es wird ein bisschen ein Schicksalsjahr für dieses große Rennen"

Herrmann bleibt optimistisch: "Fünf Imocas wären schon toll. Dann hätten wir ein Race. Es wird ein bisschen ein Schicksalsjahr für dieses große Rennen, das es aus der Krise schaffen muss." Kämpferisch fügt er hinzu: "Wir würden den Kurs um die Welt auch ohne The Ocean Race genauso absegeln." Team Malizia braucht die mehr als 30.000 Seemeilen des Ocean-Race-Kurses in Etappen um die Welt, um den Neubau für das zweite Vendée-Globe-Solo des Skippers 2024/25 zu testen und zu optimieren.

Sailing Energy/The Ocean Race Symbolbild für The Ocean Race. Das Schicksal des wichtigsten Mannschaftsrennens um die Welt wird sich 2022 entscheiden

Gute Nachrichten für die deutschen Fans des Ocean Race gab es kurz vor Jahresende: Für die vorletzte Etappe der Weltumrundung mit Start im dänischen Aarhus und Ziel im niederländischen Den Haag ist im Juni 2023 ein sogenannter Fly-By in Kiel geplant. Das Regatta-Feld wird um eine Wendemarke auf der Kieler Innenförde segeln. "Das ist eine schöne und wichtige Botschaft", sagt Herrmann. Mit der Bekanntgabe wurden Erinnerungen an den einzigen deutschen Sieg in der Geschichte des Rennens wach: 2002 gewann die "illbruck" das Etappenrennen um den Globus. Mehr als hunderttausend Zuschauer feierten damals den Triumph beim Zieldurchgang in Kiel.

Herrmanns dritter Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen: Er war und ist über die Feiertage und den Jahreswechsel nicht wie im vergangenen Jahr allein auf See, 15 000 Kilometer entfernt vom Hamburger Heimathafen, irgendwo im grauen Südpolarmeer. In diesem Jahr ist er mit seiner Frau Birte Lorenzen-Herrmann, der eineinhalb Jahre alten Tochter Marie-Louise und Familienhund Lilli vereint. "Das erste Weihnachten mit meiner Tochter und meiner eigenen kleinen Familie war wunderbar. Malou ist goldig, spricht schon ganz viel." Für Boris Herrmann können das neue Jahr, die Bootstaufe im Sommer 2022 und sein Comeback auf dem Wasser kommen

Bernard Le Bars/Alea/VG2020 Boris Herrmann nach seiner Vendée-Globe-Premiere mit Ehefrau Birte Lorenzen-Herrmann und Töchterchen Malou. Zuvor hatte der Solo-Skipper Weihnachten und Silvester allein auf See verbracht. Das war und ist in diesem Jahr anders. "Der Kontrast könnte nicht größer sein", sagte Herrmann. "Ich bin heilfroh, dass ich in diesem Jahr nicht auf See bin."


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Rolex Sydney Hobart Race

Anzeige