Mini-Transat
Zeitgutschrift für 80 Starter, Melwin Fink führt weiter

Per Juryentscheid bekommt das Gros der Teilnehmer 24 Stunden gutgeschrieben – Melwin Fink, der deutlich Führende, jedoch nicht

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 21.10.2021
Melwin Fink geht als Führender in die zweite Etappe, aber mit deutlich weniger Vorsprung Melwin Fink geht als Führender in die zweite Etappe, aber mit deutlich weniger Vorsprung Melwin Fink geht als Führender in die zweite Etappe, aber mit deutlich weniger Vorsprung

Mini Transat/Vincent Olivaud Melwin Fink geht als Führender in die zweite Etappe, aber mit deutlich weniger Vorsprung

Die erste Etappe des Mini-Transat war ein bisher nie dagewesener Krimi – und hatte zu Kontroversen geführt. Dem Teilnehmerfeld war wegen eines Sturms vor Kap Finisterre empfohlen worden, Schutzhäfen anzulaufen. Außer vier Teilnehmern bei den Prototypen und dreien bei den Serienbooten hielten sich alle daran. Mit seinem Husarenritt sicherte sich so Melwin Fink die Führung bei den Serienbooten mit über einem Tag Vorsprung, was fast schon den Gesamtsieg bedeutet hätte.

Doch 19 Teilnehmer legten gegen die Wettfahrtleitung Protest ein, jetzt hat eine internationale Jury entschieden. Demnach seien die Empfehlungen, Informationen oder Ratschläge der Wettfahrtleitung an die Teilnehmer, im nächstgelegenen Hafen Schutz zu suchen, vage und ungenau und daher für die Wettbewerber nicht klar verständlich gewesen.

Die Protestierenden, zu denen auch der Deutsche Lennart Burke gehörte, hatten argumentiert, es sei nicht klar gewesen, ob es sich um Empfehlungen oder Anweisungen handelte und was die Folgen bei einer Nichtbeachtung gewesen wären.

Diesen Argumenten folgte offenbar die Jury und entschied, dass es sich um eine unzureichende Maßnahme der Wettfahrtleitung handelte. Daher bekommen alle 80 beteiligte Skipper eine Wiedergutmachung in Form einer Zeitgutschrift von 24 Stunden.

Dieser Zeitbonus betrifft aber nicht die ersten vier Boote im Prototypen-Ranking. Es betrifft auch nicht die Segler, die sich entschieden haben weiterzusegeln, nachdem die Wettermeldung von der Rennleitung verschickt wurde, nämlich Piers Copham (719 – Voiles des Anges), Melwin Fink (920 – SingForCom) und Christian Kargl (980 – All Hands On Deck). Kargl stoppte zwar auch, jedoch nur für fünf Stunden und die Jury wertete dies als einen technischen Boxenstopp nach einem Elektronik-Blackout, den er also ohnehin hätte einlegen müssen.

Die Entscheidung verändert die Podiumsplätze zwar nur leicht, bei den Prototypen ändert sich nichts, auch Melwin Fink bleibt Erster bei den Serienbooten, Christian Kargl rutscht auf Platz drei und muss Hugo Dhallenne (979 – YC Saint Lunaire) passieren lassen. Allerdings liegt Fink nur noch 1 Stunde und 52 Minuten vor Dhallenne.

Eine gute Nachricht barg die Entscheidung für die Französin Camille Bertel (900 – Cap Ingelec). Sie beendete die Etappe ursprünglich außerhalb des Zeitlimits, wird nun aber wieder gewertet.

Der Start zur zweiten Etappe ist am 29. Oktober.


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Themen: Melwin FinkMini-Transat 2021

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