Mini-Transat 2021
Bilder von Melwin Finks Ankunft – „Es ist verrückt!“

Wie es dem 19-Jährigen im Rennen erging +++ Christian Kargl segelt als Zweiter ins Ziel

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 08.10.2021
Schon mehr geschafft, als er gehofft hatte: Melwin Fink erreicht La Palma als erster Serienboot-Skipper Schon mehr geschafft, als er gehofft hatte: Melwin Fink erreicht La Palma als erster Serienboot-Skipper Schon mehr geschafft, als er gehofft hatte: Melwin Fink erreicht La Palma als erster Serienboot-Skipper

Mini Transat EuroChef 2021/AlexisCourcoux Schon mehr geschafft, als er gehofft hatte: Melwin Fink erreicht La Palma als erster Serienboot-Skipper

Kurz nach seiner Ankunft am Donnerstagnachmittag erzählte ein glücklich, aber ebenso überrascht wirkender Melwin Fink den Wartenden vor Ort, wie er die erste Etappe erlebte:

„Ich weiß noch gar nicht genau, wie es mir geht! Ich hätte nie gewagt, so etwas hier zu erwarten! Es war viel Glück dabei, und ich habe einige gute Entscheidungen getroffen. Auf jeden Fall war es hart, und ich habe gezögert, in die Front reinzufahren. Schließlich ist alles gut gegangen, weil alles genau so kam wie erwartet. Die Bedingungen stimmten mit der Wettervorhersage überein: 30 Knoten mittlerer Wind und 40 Knoten in Böen. Die Front auf der Biskaya war härter.“

Mini Transat EuroChef 2021/AlexisCourcoux Keine Spur von Müdigkeit – der Skipper kurz nach der Ankunft

Auf die Frage, ob er mitbekommen habe, was im Rest der Flotte passierte, antwortete Fink:

„Nachdem ich die Wetterwarnung erhalten hatte, habe ich gehört, dass es viel Funkverkehr gab, aber ich habe nicht verstanden, dass einige Skipper davon sprachen, 36 Stunden vor dem Durchzug der Front Schutz zu suchen. Ich dachte, dass es noch sehr früh für die Entscheidung ist, das Rennen zu unterbrechen. Mit Christian Kargl habe ich gesprochen, und wir haben zusammen entschieden, so weit wie möglich nach Süden zu fahren, um dann zu entscheiden, ob wir einen Hafen anlaufen oder nicht. Die Bedingungen südlich von Porto waren dann aber in Ordnung und somit gab es keinen Grund anzuhalten.“

Ankunft Melwin Fink

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Impressionen vom Endspurt des jungen Deutschen

Gefragt, ob er sich einen Ausgang des Rennens wie diesen hätte vorstellen können, sagte der 19-Jährige:

„Niemals! Es wird für die zweite Etappe ein großer Vorteil sein. Ich habe eine schwierige Entscheidung getroffen, aber ich habe sie gut abgewogen. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich große Risiken eingehe. Bevor die zweite Front eintraf, war mein Boot in einem perfekten Zustand, es gab keinen einzigen Schaden – auch nicht nach dem ersten Starkwind auf der Biskaya. 30 Knoten, mit Böen von 40, das ist viel, aber wir haben solide Boote und verschiedene Möglichkeiten, die Segelfläche zu verkleinern."

Vom Vorsprung von mehr als hundert Meilen auf Christian Kargl zeigte sich Fink ebenfalls überrascht:

„Damit habe ich nicht gerechnet! Ich bin mein eigenes Rennen gesegelt und habe einfach das getan, was ich für richtig hielt. Ich kann noch gar nicht glauben, was passiert ist! Vor dem Start habe ich von den Top Ten geträumt, und jetzt bin ich als erstes Boot auf La Palma angekommen, mit einem Riesen-Vorsprung auf den Zweiten, das ist verrückt. Das setzt mich für die zweite Etappe etwas unter Druck. Mal sehen, was passiert!"

Vor dem Start sagte der sympathische junge Mann im Interview mit der YACHT, dass für ihn schon ein Traum allein dadurch in Erfüllung gehe, mit einem konkurrenzfähigen Boot und gut vorbereitet ins Mini-Transat starten zu können. Eine gute Platzierung wäre schließlich sein persönlicher Jackpot. Den hat Melwin Fink zumindest auf der ersten Etappe geknackt.

Christian Kargl als Zweiter im Ziel

Finks Mitstreiter Christian Kargl hat das Ziel am Freitagvormittag um 11:18 Uhr erreicht. Nach 10 Tagen, 19 Stunden, 48 Minuten und 30 Sekunden segelte der Österreicher auf seiner Maxi 650 „All Hands On Deck“ über die Ziellinie.

Auch Kargls Ziel war vor dem Rennstart eine Platzierung in den Top Ten. Mit einem großen Vorsprung auf den Rest des Feldes hat er sich damit auf der ersten Etappe in eine gute Ausgangsposition für die eigentliche Atlantiküberquerung gebracht. Es ist bereits Kargls zweites Mini-Transat. Schon 2005 war er dabei und ging beim Versuch, einem anderen Segler zu helfen, über Bord. Dieser konnte ihn wiederum retten.

Burke, Rixgens und Siewert auf Kurs

Auch Lennart Burke segelt aktuell in den Top Ten; Platz zehn zeigte der Tracker beim letzten Update von 10 Uhr an. 147,4 Seemeilen hatte der Stralsunder da noch vor sich. Er kann das Ziel also am Samstag erreichen.

Lina Rixgens segelt mit ihrer Wevo 6.5 aktuell auf Höhe Madeira. Sie liegt an Position 20 der Proto-Wertung, in der sie geführt wird, da von ihrem Bootstyp bis Rennbeginn anders als erwartet keine zehn Minis gebaut wurden.

Marc Siewert segelt mit aktuell 5.8 Knoten auf Platz 24. Er hat noch 538 Meilen bis zum Ziel und wird es aller Voraussicht nach erst nach dem Wochenende erreichen.

Hier geht's zum Tracker.


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Themen: Christian KarglMelwin FinkMini-Transat 2021

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