Die Wettfahrten in den olympischen Klassen begannen mit zwei deutschen Tagessiegen. Dabei gewannen mit der Europe-Seglerin Wiebke Schroeder und dem Mistral-Surfer Alexander Baronjan Athleten, die nicht für Athen qualifiziert sind.
Der Kopf ist frei, und die Leistungen steigen. Der Berliner Mistral-Surfer Alexander Baronjan, der die Olympia-Nominierung verpasst hatte, siegte im Gesamtfeld von 92 Startern. Der Kieler Toni Wilhelm, der das Olympia-Ticket in der Tasche hat, musste sich mit dem fünften Rang zufrieden geben. Wilhelm kann jedoch mit der Niederlage leben: "Die Kieler Woche ist in diesem Jahr in erster Linie eine wichtige Vorbereitung auf die olympischen Regatten", erklärt er. Ähnlich sieht es wohl die für Olympia qualifizierte Europe-Seglerin Petra Niemann aus Berlin, die hinter der siegreichen Wiebke Schroeder nur den dreizehnten Rang belegte.
"Die Kieler Woche ist nun einmal für jede Überraschung gut", erklärte Organisations-Chef Dieter Rümmeli und meinte damit mehr das Wetter als die Ergebnisse. Überschattet wurden die Wettfahrten zum Auftakt von einem Gewittersturm, der in den meisten Klassen nur eine Wettfahrt zuließ, bei den Tornados und bei den Ynglings konnte überhaupt nicht gesegelt werden. Auch für heute sind die Aussichten auf Regatten eher schlecht: Ein Sturmtief mit bis zu neun Windstärken ist über der Kieler Bucht angesagt.
Zu einer Enttäuschung für die Veranstalter hat sich das Feld beim Frauen-Kielboot Yngling entwickelt. Nur insgesamt drei Boote gehen in dieser Klasse an den Start. "Ein organisatorisches Problem, die meisten Crews haben ihre Schiffe schon in Athen", erklärt die deutsche Olympia-Steuerfrau Kristin Wagner (Feldafing), die selbst über zwei Boote verfügt. Aber eine im Segelsport hausgemachte Krise: Urplötzlich waren griechische Meisterschaften im Regattakalender auf dem Termin der Kieler Woche zu finden - und die Yngling-Klasse verabredete sich zu einem Treffen in Griechenland. Auf Intervention des Welt-Segelverbandes ISAF, der seine beste Werbe-Veranstaltung - die Kieler Woche - schützen wollte, wurden die Regatten in Griechenland verschoben.
Gut in Fahrt war zum Auftakt der olympischen Klassen bei der Kieler Woche die Surf-Silbermedaillen-Gewinnerin von Sydney Amelie Lux. Sie ersegelte bei den Mistral-Damen den vierten Rang.
Das deutsche Starboot-Duo Alexander Hagen/Jochen Wolfram musste sich in der Auftakt-Wettfahrt mit einem zehnten Platz zufrieden geben und sucht noch seine Form für die Olympischen Spiele. In Führung liegt in dieser Klasse das schwedische Weltmeister-Paar Fredrik Lööf und Anders Ekstrom.