Regatta-NewsNasser Start zur größten Segelveranstaltung der Welt

Matthias Beilken

 · 20.06.2004

Erste Favoriten kristallisieren sich bei den nichtolympischen Klassen heraus. Neue Disziplinen feiern Premiere

Der Auftakt war stürmisch. Zwar findet die Kieler Woche immer dann statt, wenn die Sonnenbahn ihren höchsten Stand im Jahr erreicht, die Tage am längsten sind und diverse Völker die Sommersonnenwende feiern.

Doch sind die astronomischen Verhältnisse kein Garant für angenehme klimatische Umstände. So hatten die Segler der Kieler Woche bis jetzt mit durchwachsenem Wetter zu kämpfen.

Heftige Schauer, durchsetzt mit Hagel, wechselten sich mit Sonnen- und Mittelwindperioden ab. Die Windrichtung fuhr auf der Kompassrose Karussell. Nicht nur die Bénéteau 25s, die 2004 erstmalig als internationale Klasse auf Bahn Bravo segeln und nicht mehr auf der Seebahn, bekamen das zu spüren. Das mit den vielen Drehern machte Kai Mares (33) bis jetzt jedoch nichts aus. Zusammen mit seinem Vater Uwe (62), der bereits bei den Olympischen Spielen 1972 vor Schilksee in der Tempest Bronze geholt hat, liegt er souverän bei den kleinen Kielbooten in Führung.
Nicht weit von der Bahn Bravo entfernt, am Strand von Laboe, geben die Kitesurfer ein Kieler-Woche-Debüt.

Kein Debüt, aber ein Déja-vu erlebte der vielmalige Kieler-Woche-Sieger und Segelstar Willi Kuhweide. Kuhweide, heute 60, segelt selbst schon lange nicht mehr, kann sich aber an seine Schilksee-Zeiten noch gut erinnern. Immerhin holte er eine Goldmedaille im Finn-Dinghy und die Bronzemedaille im Starboot.

Auch der Kieler-Woche-Dauersieger Dr. Wolfgang Hunger scheint gut in Form zu sein. Mit seinem Vorschoter Holger Jess trapezt er (streng genommen trapezt nur Jess) einem Sieg in der 505er-Klasse entgegen.

Weit entfernt von den für die Jollen- und Kielbootklassen ausgelegten Kursen ziehen die "Dickschiffe" ihre Seebahnen. 150 von denen gingen - ebenfalls bei Regen - am Samstagmorgen um 9.30 Uhr zur Aalregatta nach Eckernförde, der beliebtesten deutschen Regatta für Seeyachten. Mit dabei: Der IMS/IRC Maxi "Uca" sowie die große Baltic "Loftfari" von Hasso Plattner. Der Eigner selbst war nicht anwesend. Er siegte zu dieser Zeit bei der Newport-Bermuda-Regatta.