Regatta-NewsMieses Wetter bei Kieler Woche

Mathias Müller

 · 24.06.2004

Regatta-News: Mieses Wetter bei Kieler WocheFoto: C. Beeck

Hagen/Wolfram zuversichtlich/ Gäbler macht bis 2008 weiter

Aufgrund der Unwetter über Norddeutschland konnten die Star-Segler bisher nur eine Wettfahrt austragen. Das Olympia-Team Alexander Hagen/Jochen Wolfram kam dabei nur auf den 10. Rang. Trotzdem sehen sie zuversichtlich in die Zukunft.

Für die olympischen Star-Segler ist es nach ihrer Nominierung für Athen 2004 ein Gefühl wie Weihnachten. "Unsere Vorfreude auf Athen ist riesig groß. Es ist ein bisschen wie Weihnachten, nur dass wir für die Bescherung dann während der Spiele selbst verantwortlich sind", freute sich ein sichtlich entspannter Alexander Hagen, der die Kieler Woche als Training und Materialtest nutzte. Kein Geringerer als das amerikanische Starboot-Ass Mark Reynolds war eigens einige Tage vor der Kieler Woche angereist, um Hagen und Wolfram zu trainieren.

"Mark hat uns viel beim richtigen Trimm der Segel gezeigt und mit uns Starts geübt", fasste Alexander Hagen die Trainingseinheit zusammen, wagte aber keine Prognose über seine Aussichten in Athen: "Die Chance, eine Medaille zu gewinnen, ist 3 zu 17. Es sind nur die 17 besten Starboote der Welt am Start, und alle und eben auch wir sind gut für einen Platz auf dem Treppchen. Ich muss nur eine gute Woche haben, und das kommt bei mir ja auch mal vor."

Ähnlich schätzt Roland Gäbler die Erfolgsaussichten seiner vierten Olympia-Kampagne im Tornado ein. Vor nicht einmal einem Jahr holte sich der Bronzemedaillengewinner von 2000 Gunnar Struckmann ins Boot, beide schafften auf Anhieb die Olympia-Qualifikation. "Im Gegensatz zu Sydney ist der Tornado jetzt ein ganz anderes Boot. Ich stehe nun im Trapez, und wir haben den Gennaker vor dem Wind. Das war fast wie ein Neuanfang. In Sydney hatte jede Nation das Zeug für eine Medaille. Wir wollen vor Athen unser Bestes geben und gut segeln. Welcher Platz ist dann egal", steht für Roland Gäbler fest.

Darüber hinaus kündigte Gäbler an, mit seinem Vorschoter Gunnar Struckmann bis 2008 weiterzumachen. "Der neue Tornado mit Doppeltrapez kommt mir sehr zugute", sagte der 39-jährige Ausnahmesegler. Dieses Boot könne er auch in seinem Alter noch gut beherrschen.

Im Finn findet Michael Fellmann nach einer krankheitsbedingten Pause zu seiner alten Form zurück: "Ich freue mich sehr auf die Olympiade. Es ist eine wahnsinnig gute Stimmung, wenn Sportler aus allen Teilen der Welt so friedlich nebeneinander um Medaillen kämpfen."

Für Petra Niemann ist Athen die zweite Olympia-Kampagne nach Sydney in der Europe, und sie will entspannt an die Sache herangehen. "2000 war alles neu für mich, und ich habe mir alles angeschaut. Ich freue mich sehr auf das Segeln vor Athen und habe das Glück, mir in der Woche nach den Regatten alles in Ruhe anschauen zu können."

Bei Böen bis zu 45 Knoten gab Kieler-Woche-Chef Dieter Rümmeli nur die Regattabahn direkt vor Schilksee frei, auf der nacheinander Surfer und Laser je zwei Wettfahrten segeln konnten. "Aufgrund der Wetterbedingungen, die sich am Freitag Nachmittag bessern sollen, werden wir wohl bis spät in den Freitagabend segeln lassen", kommentierte Dieter Rümmeli den verschobenen Zeitplan.

Ein bisschen gesegelt und gesurft wurde also: Bei den deutschen Surfern konnte sich Olympia-Starter Toni Wilhelm aus Kiel an die Spitze setzen. Mit zwei ersten Plätzen verdrängte er Maksim Oberemko (UKR), den Wilhelm bei den Olympischen Spielen wiedertreffen wird, auf Platz zwei.
Bei den Surferinnen segelt Amelie Lux nach der Beendigung des Nominierungshickhacks frei auf und liegt mit den Platzierungen 4, 5 und 5 auf dem dritten Rang. Sie unterstreicht damit, dass sie auch bei stärkeren Winden das Zeug dazu hat, ganz vorn dabei zu sein.

In der paralympischen 2.4mR-Klasse führt Thierry Schmitter (Niederlande) vor dem Goldmedaillengewinner von Sydney, Heiko Kröger. Bei den Lasern sucht Robert Scheidt (BRA/siebenfacher Weltmeister) noch nach seiner Form und liegt nach drei Wettfahrten auf Platz 13. Es führt der Kroate Arapov Mate vor Paul Goodison (GBR), die ebenfalls in Athen starten werden.

470-Männer (1 Rennen)
1. Gabrio Sandona/Andrea Trani, ITA
2. Nathan Wilmot/Malcolm Page, AUS
3. Gideon Kliger/Ehud Gal, ISR

470-Frauen (1 Rennen)
1. Jenny Arrmstrong/Belinda Stowell, AUS
2. Ingrid Petitjean/Nadege Douroux, FRA
3. Katie McDowell/Isabelle Kinsolving, USA

49er (2 Rennen)
1. Christopher Draper/Simon Hiscocks, GBR, 3 Punkte
2. Rodion Luka/Georgiy Leonchuk, UKR, 4
3. Andre Fonseca/Rodrigo Duarte, BRA, 6

Europe-Frauen (1 Rennen)
1. Wiebke Schroeder, GER
2. Jennifer Spalding, CAN
3. Carolijn Brouwer, NED

Finn (1 Rennen)
1. Rafael Trujillo, ESP
2. Gasper Vincec, SLO
3. Michael Maier, CZE

Laser (3 Rennen)
1. Mate Arapov, CRO, 4 Punkte
2. Paul Goodison, GBR, 6
3. Marc De Haas, NED, 7

Mistral-Männer (3 Rennen)
1. Toni Wilhelm, GER, 5 Punkte
2. Maksim Oberemko, UKR, 6
3. I Gusti Made Oka Sulaksana, INA, 6

Mistral-Frauen (3 Rennen)
1. Allison Shreeve, AUS, 3 Punkte
2. Olga Maslivets, UKR, 9
3. Amelie Lux, GER, 14

Star (1 Rennen)
1. Fredrik Lööf/Anders Ekstrom, SWE
2. Peter Bromby/Lee White, BER
3. Mark Neeleman/Peter van Niekerk, NED