Regatta-NewsKieler Woche: Zwei Siege für DSV-Crews

YACHT Online

 · 20.06.2007

Regatta-News: Kieler Woche: Zwei Siege für DSV-CrewsFoto: www.segel-bilder.de

Polgar/Spalteholz und Baur/Baumann gewinnen – Spitzauer "entthront" Marc Pickel. Außerdem: X-35-WM

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Foto: www.segel-bilder.de

Die Kieler Tornadosegler Johannes Polgar und Florian Spalteholz und das 49er-Team Marcus Baur/ Hannes Baumann und haben für Siege deutscher Segler bei 125jährigen Kieler Woche gesorgt. Im Starboot wurde ein deutscher Sieg im Medalrace verhindert.

Polgar/ Spalteholz und auch Baur/ Baumann verpacken schon am Donnerstag ihre Boote für den Transport nach China zu den olympischen Testregatten vor Quingdao und reisen weiter ins portugiesische Cascais zur am 28. Juni beginnenden Weltmeisterschaft der olympischen Bootsklassen.

"Es war eine andere Besetzung als sonst bei der Kieler Woche, weil eben doch schon einige in Cascais sind, aber ich freue mich über den Sieg. Ich konnte die Kieler Woche einmal im 420er gewinnen, aber das ist schon etwas her", so Marcus Baur, dessen 24 Jahre alter Vorschoter Hannes Baumann erst seit wenigen Monaten mit dem zweimaligen Olympiateilnehmer im 49er segelt. Baur/Baumann nehmen zwei Boote mit nach Cascais und schicken die Nummer drei nach Quindao. Lieblingesboot? "Das ist wie bei einer Geige", sagt Baur, "da klingt auch jede ein bisschen anders."

Johannes Polgar und Florian Spalteholz hatten im Tornado gleich zwei Verfolger im Auge zu behalten — sowohl Roland Gäbler/Gunnar Struckmann als auch die Österreicher "Thomis" Zajak und Czeijka, die beide Thomas heißen. Also war schon in der Startphase Strategie und Taktik gefragt. Man positionierte sich genau dazwischen und lag damit goldrichtig.

Für den Sportdirektor des Deutschen Segler-Verbandes, Hans Sendes (Hamburg) zählt in der Gesamtbilanz allein das Resultat seiner Schützlinge: "Wie die Kieler Woche besetzt ist oder war, spielt eine untergeordnete Rolle. Der Sieg hier gibt Motivation für die Weltmeisterschaften vor Cascais, das ist entscheidend."

Neben den deutschen Gesamtsiegen sorgte auch Rang drei in der Laserklasse durch den Rostocker Alexander Schlonski für Freude beim Sportdirektor und auch die Plätze 2, 3 und 4 auf dem neuen olympischen Surfboard RS X bei den Frauen durch Moana Delle (Soest), Regina Stadler (Bernau) und Laura Arnold (Berlin).

Buchstäblich am Kieler Woche-Sieg vorbeigesegelt sind nach einem verpatzten Start ins Finalrennen Marc Pickel (Kiel) und Ingo Borkowski (Babelsberg) im Starboot. Die WM-Kandidaten, die mit drei Wettfahrtsiegen und einem dritten Platz in den ersten Tagen die Führung im Klassement der 30 teilnehmenden Boote übernahmen, verpatzten im so genannten Medalrace den Start und mussten am Ende mit Rang vier zufrieden sein. Das Duo ist bereits für die vorolympischen Regatten in China qualifiziert und nutzte die Kieler Woche, um ihr selbst gebautes, neues Boot zu optimieren. Die Österreicher Hans Spitzauer/ Christian Nehammer gewannen die Starboot-Konkurrenz vor dem US-Team Rick Merriman/ Rick Peters. Noch an Pickel/Borkowski vorbei schoben sich die Hamburger Alexander Hagen und Frithjof Kleen auf Platz drei.

Ab heute stehen die 16 internationalen Klassen auf dem Kieler Woche-Programm, die bis Sonntag ihre Sieger ermitteln.

Harte Konkurrenz bei den X-35
Bei perfekten Bedingungen mit 10 bis 16 Knoten Wind konnte das 35 Boote starke Feld der X-35 Weltmeisterschaft die ersten beiden Regatten auf dem Stollergrund absolvieren. Die Führung übernahm die britische "Cool Running" vor dem Vorjahresbesten Nick Bol (NL) am Steuer seiner "Quantum Racing". "Die Konkurrenz ist seit dem letzten Jahr weiter gewachsen. Besonders die Schiffe aus Großbritannien, Estland und Deutschland scheinen sehr stark zu sein", erklärte der Einheitsklassen-Spezialist Bol, der bereits viele Erfolge in anderen Klassen, so in der Farr 40 und der Mumm 30, vorweisen kann.

Beeindruckt von der hohen Qualität der Crews bei der X-35-Weltmeisterschaft zeigte sich auch Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Seesegelausschusses im DSV. "Besonders im ersten Drittel des Feldes ging es richtig eng zu. Das waren erstklassige Rennen heute", erklärte Schäfer, der das Geschehen vom Schlauchboot aus beobachtete. Schäfer, der sonst selbst am Ruder seiner Farr 40 steht und daher das Segeln in engen Feldern gut kennt, bestätigte den Teilnehmern trotz einiger Proteste ein sehr diszipliniertes Verhalten auf dem Wasser. Bis Samstag stehen weitere acht Wettfahrten auf dem Plan, bevor der X-35 Weltmeister gekürt werden kann.