Regatta-NewsKieler Woche: Romy Kinzl und Heiko Kröger auf Erfolgskurs

Lars Bolle

 · 26.06.2008

Außerdem: Europameisterschaft der X-35

Romy Kinzl befindet sich bei der Kieler Woche weiterhin in bestechender Form. Am zweiten Wettfahrttag der olympischen Bootsklassen surfte die gebürtige Berlinerin zu zwei Tagessiegen und übernahm damit überraschend die Führung in der RS:X-Gesamtwertung.

Die deutsche Flagge hielten gestern auch die Schweriner Alexander Goltz/Mathias Grüning im 470er sowie der Lokalmatador Heiko Kröger in der Paralympics-Klasse 2.4mR mit ihren Erfolgen hoch.

Alexander Hagen und Frithjof Kleen schlugen sich ebenfalls tapfer. Der Hamburger „Alt-Star“ und sein Vereinskollege vom Norddeutschen Regatta-Verein kreuzten bislang viermal als Dritte die Ziellinie und haben in der Gesamtwertung (12,0 Punkte) nur so prominente Konkurrenten wie den dreimaligen Olympia-Teilnehmer Fredrik Lööf (Schweden/6,0) und Brasiliens Segel-Superstar Robert Scheidt (8,0) vor dem Bug.

Tobias Schadewaldt war ebenfalls „sehr zufrieden“ über die Ränge 3, 6, 10 und den zehnten Gesamtrang im riesigen Feld der 155 Laser. Der Hamburger segelt rund 210 Tage im Jahr. Seine Erfolgsformel: „Wenn man etwas häufig macht, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man es irgendwann besser macht“, sagt der Hamburger, der froh war, „die Vorrunde ohne Streicher überstanden“ zu haben: „Jetzt habe ich eine sehr gute Ausgangslage in der Gold-Flotte.“ Schadewaldt trainierte in den vergangenen drei Monaten zwar überwiegend im 49er, in den er langfristig auch umsteigen will, vor Schilksee jedoch stieg er in den Laser, um „das taktische Gefühl zu behalten“ und sich Wettkampfhärte zu holen.

In den anderen Klassen segelten die Crews des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) der internationalen Konkurrenz meist hinterher. Wie Petra Niemann zum Beispiel. Die erfolgsverwöhnte Berlinerin kam mit den vier bis fünf Windstärken aus westlichen Richtungen zweimal überhaupt nicht zurecht und fand sich nach den Tagesresultaten 20, 4, 22 plötzlich nur noch auf Gesamtrang 16 (35,0) mit großem Rückstand auf die souverän führende Chinesin Lijia Xu (5,0) wieder. Steigerungsfähig blieben auch noch die Gebrüder Peckolt. Nach zwei achten Plätzen „flogen“ Jan und Hannes mit ihrer Doppeltrapez-Gleitjolle am Nachmittag aber noch auf die Ränge drei und vier und verbesserten sich als beste DSV-Crew immerhin auf Platz zwölf des Zwischenklassements (42,0). Auf Platz eins thronen weiter die spanischen Olympiasieger von Athen 2004, Iker Martinez und Xabier Fernandez (17,0).

Für einen Lichtblick im mittelmäßig besetzten Feld der 470er-Frauen sorgte die deutsche Nachwuchs-Mannschaft Susann Beucke/Tina Lutz. Die 17-Jährigen steigerten sich in den drei Tagesrennen kontinuierlich um zwei Plätze (8, 6, 4) und wurden dafür mit Platz zehn (52,0) in der Gesamtwertung belohnt. Den führenden Japanerinnen Ai Kondo/Naoko Kamata (drei Siege, zwei zweite Plätze) können die DSV-Talente allerdings noch nicht das Wasser reichen.

X35EM: Gekämpft wird um jeden Platz
Vier Wettfahrten absolvierten die X35 Yachten gestern bei ihrer Europameisterschaft und sind damit ihrem Zeitplan voraus. Nach insgesamt sechs Wettfahrten führt die dänische „Avt-People.com“ von Kilian Groth vor Achim Griese (Hamburg) am Steuer der „Celox“. Kräftige Winde zwischen vier und fünf Windstärken sorgten im Feld der 16 Boote erneut für spannende Rennen. „In jedem Rennen hatten wir mindestens fünf Boote, die mit einer Protestflagge die Ziellinie durchsegelten. Das Feld ist irre eng bei einander, da wird wie beim Match Race vom ersten bis zum sechzehnten Platz um jede Bootslänge gekämpft“, so Wettfahrtleiter Eckart Reinke, der nun das Tempo aus dem EM-Zeitplan wieder heraus nehmen kann. Für Freitag und Samstag sind lediglich zwei Wettfahrten geplant.

Immer besser in Schwung kommt der German Open-Sieger „Xen“ aus Flensburg. Nach Startschwierigkeiten mit Platz neun folgt sogar noch ein 17. Platz. Doch mit einem zweiten und einem dritten Platz rutschte das Team um Torsten Bastiansen jetzt auf Rang fünf in der Gesamtwertung vor. „Das sieht doch sehr gut aus“, meinte Sven Christensen, der wie immer zur Kieler Woche blutenden Herzens nicht mit an Bord sein kann. „Überhaupt wird das noch sehr spannend. Es gibt keine Streichergebnisse. Da kann selbst in der letzten Wettfahrt das Klassement noch durcheinander geraten“, meinte der Chef der Kieler Woche Management-Agentur, Point of Sailing, der sich zwei Stunden Zeit nahm, um das Geschehen auf der Seebahn zu verfolgen.