Regatta-NewsKieler Woche im Zeichen der Ringe

Carsten Kemmling

 · 11.05.2004

Es werden 5000 Segler aus 50 Nationen erwartet. Neben BMW präsentiert sich die HSH Nordbank als neuer Partner

Die Kieler Woche 2004 (19. bis 27. Juni), das größte Segelsportereignis der Welt, ist der letzte große Test, bevor es nach Athen zu den Olympischen Spielen (13. bis 29. August) geht.

"Wir hoffen, dass möglichst viele Olympioniken Kiel als Generalprobe im Kampf um die Medaillen nutzen und rechnen mit extrem vielen Nationalmannschaften", so Organisationsleiter Dieter Rümmeli (Kieler Yacht-Club), der im 122. Jahr des Bestehens der Kieler Woche über 5000 Segler und Seglerinnen aus rund 50 Nationen erwartet.

Von der Nachwuchsseglerin in der Europe bis zum routinierten Seesegler im Dickschiff, ob Behindertensegel-Weltmeister oder Olympiasieger, ob Skiff- oder Kielbootsegler - zur Kieler Woche drängt die Weltelite des Segelsports zum Stelldichein in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt, die mit der Initiative Sailing Kids (alle Kieler Schüler sollen zumindest einmal in einem Boot gesessen haben) dafür sorgen wird, dass es in Zukunft nirgends auf der Welt fachkundigere Zuschauer gibt als in Kiel.

Internationaler Teil (19. bis 22. Juni)
Die erste Hälfte der Kieler Woche (19. bis 22. Juni) gehört seit Jahren den internationalen Klassen (insgesamt 15). Rotationsklasse ist in diesem Jahr die Bénéteau 25, ein Tummelplatz einst erfolgreicher Jollensegler. Hier treten unter anderen auch die ehemaligen Tornadoweltmeister Oliver und René Schwall (Bronzemedaillengewinner von Sydney) gegeneinander an.

Highlight ist die neue Trendsportart Kiten. Kitesurfen ist eine noch junge Wassersportart, bei der sich der Sportler mittels eines überdimensionalen "Lenkdrachens" (je nach Wind 5 bis 20 Quadratmeter groß) in der Hand und eines Wakeboard-ähnlichen Bretts (je nach Könnensstufe 110 bis 180 Zentimeter lang) unter den Füßen übers Wasser ziehen lässt. Im Zusammenspiel von Wind, Geschwindigkeit und Lenkung ist es dem Kitesurfer so möglich, hohe und spektakuläre Sprünge zu vollführen. Das macht den Sport zu einem wahren Publikumsmagneten und zum neuen Trend.

Die J-24- und H-Boote werden 2004 die Bahnen wechseln. Die J-Boats segeln vom 19. bis 22. Juni zusammen mit den Hobie 16 und der Jahresklasse Bénéteau 25 auf Bahn "Bravo", die H-Boote zusammen mit Drachen und Folkebooten auf Bahn "Delta".

Olympischer Teil (23. bis 27. Juni)
Vom 23. bis 27. Juni kommt es dann zum Stelldichein der Weltelite. An keiner Veranstaltung nehmen mehr amtierende Welt- und Europameister teil. Wer hier besteht, hat auch vor Athen seine Chancen. Ob Ben Ainslie (England), der nach Silber und Gold im Laser seit 2002 die Finnklasse mit zwei EM- und drei WM-Titeln dominiert, Robert Scheidt (Brasilien/fünffacher Laser-Weltmeister), die amerikanischen Starboot-Asse Marc Reynolds/Magnus Liljedahl ("Natürlich sind wir in Kiel am Start") oder die deutsche Nationalmannschaft mit Silbermedaillengewinnerin Amelie Lux (Kiel/Surfen) und Bronzemedaillengewinner Roland Gäbler (Tinglev/Tornado) - sie alle nutzen die Kieler Woche zum internationalen Kräftemessen.

Jochen Schümann wird in Kiel seine Schützlinge beobachten. Der 49-Jährige (dreimaliger Olympiasieger und mit Alinghi America’s-Cup-Sieger) ist DSV-Teamchef in Athen und nutzt die Chance in Kiel, seine Crews im Kampf mit der Weltelite zu sehen.

Seebahnen (19. bis 27. Juni)
Auf den Seebahnen (19. bis 27. Juni) werden rund 260 Boote erwartet. Aufgewertet werden die Seebahn-Regatten durch die Europameisterschaft der IMS 600. Werften und Konstrukteure haben sich auf diese attraktive Klasse eingestellt und bauten in den letzten Jahren erfolgreiche Schiffe, deren IMS-Rennwert (GPH) um den Wert 600 liegt. Bootstypen (rund 12 Meter lang) wie IMX 40, Bénéteau 40.7 und Rodman 42 sind nur einige Beispiele für die Vielfalt in dieser Klasse. Auch in Deutschland wuchs die Flotte. So segelte die "Hispaniola" von Horst Mann (KYC/Kiel) im letzten Jahr erfolgreich bei der Copa del Rey vor Mallorca, die "Hanseatic Lloyd" von Christian Plump (WYC/Bremen) holte sich 2003 den Titel des IMS-600-Europameisters vor dem schwedischen Öland.

Ein Wiedersehen gibt es auch mit der "illbruck" (Round-the-World-Race-Sieger 2002) und der "SEB". Die VO-60-Yachten machen von Donnerstag bis Samstag in Kiel Zwischenstation, bevor es zurück nach Gotland (Schweden) geht.

Personalie
In der Organisation verstärkt der Kieler Rechtsanwalt Thomas "Tom" Ross (45) das Kieler-Woche-Team um Organisationsleiter Dieter Rümmeli. Ross ist ab sofort für die Offshore-Regatten verantwortlich. Der Gewinn des Admiral’s Cup 1983 als Steuermann der "Outsider" (Hansen/Kiel), der SORC-Regatten/Florida 1984 als Steuermann der "Diva" (Beilken/Lübeck) und mehrfache Kieler-Woche-Siege gehören zu den Höhepunkten der sportlichen Karriere von Tom Ross.

Vor Ort oder im TV
Rund drei Millionen Besucher erwartet Kiel auch 2004. Für die Segelinteressierten, die das ganze Fördeufer als natürliche Tribünen nutzen, stellt die Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit der Marketingagentur Point of Sailing das offizielle Kieler-Woche-Begleitschiff. Daneben wird das bekannteste deutsche Segelsportereignis dank seiner Partner auch wieder zum gesellschaftlichen Treffpunkt. Umfassende Informationen, Gaumenfreuden und Unterhaltung gibt es in Schilksee auch an Land. Mit Weltmeistern und Olympiasiegern sprechen oder zusammen mit Freunden das große Feuerwerk in Schilksee (Dienstag, 22. Juni) erleben - auch das gehört zur Kieler Woche.

Wer es dann doch nicht schafft, nach Kiel zu kommen, hat die Chance, die weltgrößte Regattaserie über die Medien zu verfolgen. Begleitet wird die Kieler Woche von rund 300 Journalisten von fünf Kontinenten, die Ergebnisse und Erlebnisse über Print, Rundfunk, TV und Internet in die ganze Welt transportieren.

Partner und Sponsoren
BMW ist als Presenter noch größer bei der Kieler Woche eingestiegen. Vom Kieler Bootshafen (mit zahlreichen Überraschungen), Live-Übertragungen vom Aufeinandertreffen der America’s-Cupper vor Newport, "Oracle BMW" gegen "Alinghi" bis zu zahlreichen weiteren Engagements in Kiel reicht die Palette. Natürlich bietet BMW auch 2004 wieder den kostenlosen Shuttle-Dienst in Schilksee an. Von den Parkplätzen Salzwiese und Tempest sowie den Trailerflächen an der Fördestraße werden Aktive beziehungsweise Besucher kostenlos in das Hafenvorfeld gefahren.

Neben BMW ist die HSH Nordbank neuer Sport- und Kulturpartner der Kieler Woche. Für drei Jahre unterschrieben deren Vorstandsvorsitzender Alexander Stuhlmann und Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz den Vertrag.

"Wir freuen uns, damit einen Beitrag zu einem der größten und angesehensten Sportereignisse leisten zu können. Und wir freuen uns, neben einer so guten Adresse wie BMW stehen zu dürfen", so Stuhlmann, der betonte, dass die HSH Nordbank Veranstaltungen nicht ihren Stempel aufdrücken wolle, sondern ihnen als Partner den Rücken stärke. Dabei werde ein großer Teil in den Segelsport investiert.

Daneben wird das bekannteste deutsche Sportereignis dank der Partner BMW, HSH Nordbank, boot Düsseldorf und der Sponsoren Helly Hansen, Anthros, Ascaion, Comparex, Corum, Deutsche Telekom, Holsten Brauerei, Hugo Hamann, International Farbenwerke, Lankhorst/Hohorst, Nordac/Company of Capgemini, Olympus Deutschland, SanPellegrino, Segler-Zeitung und Simrad auch wieder ein gesellschaftliches Ereignis.

Termine:
Kieler Woche 2004 (19. bis 27. Juni).
Teil 1: Internationale Klassen (19. bis 22. Juni).
505er, Drachen, H-Boot, Flying Dutchman, Folkeboot, Kielzugvogel, Laser Radial, 420er, OK-Jolle, Pirat, Contender, Europe M, Hobie 16, J24, Bénéteau 25.
Teil 2: Olympische Klassen (23. bis 27. Juni).
Yngling W, 49er, 470er W+M, Laser, Europe W, Finn-Dinghy, Tornado, Mistral W+M, Starboot, Paralympische Klasse 2.4mR.
Seebahnen: 19. bis 27. Juni.