Regatta-NewsKieler Woche: Geduldsspiel

YACHT Online

 · 22.06.2007

Am vorletzten Tag der 125. Kieler Woche ließen schwache, drehende Winde erst sehr spät Wettfahrten zu.

Nach über fünf Stunden Wartezeit konnte um 15.30 endlich gestartet werden. "Wir haben alles versucht, die Aktiven zweimal rausgeschickt und gehofft, dass sich Wind einstellt. Und am Ende wurden wir und vor allem auch die Segler belohnt", so Organisationschef Jobst Richter. Insgesamt 28 Wettfahrten wurden am Samstag von den 16 internationalen Klassen gesegelt.

In der Bénéteau 25-Klasse ließ Joachim Hellmich sein Können aufblitzen. Der ehemalige Starbootsegler und Vorsitzende des Heinz-Nixdorf-Vereins legte zum Auftakt bei vier Wettfahrten drei Siege hin und verteidigte die Führung auch am Samstag punktgleich vor Kai Mares (Kiel) aus dem "immac"-Team.

Zwei Crews haben das Ziel, Gerd Eiermann (Duisburg), der die Kieler Woche 15 Mal gewinnen konnte, den Titel des Seglers mit den meisten Kieler Woche-Siegen möglichst bald abzujagen: Wolfgang Hunger/Holger Jess (Kiel/Wittensee/bisher 14 Kieler Woche-Titel) im 505er und die dänischen Brüder Jörgen und Jakob Bojsen-Moeller im Flying Dutchman, die sich den Kieler Woche-Titel bisher zwölf Mal sicherten. Die Dänen haben mit fünf Wettfahrtsiegen ihren 13. Kieler Woche-Sieg vor Augen, leisteten sich allerdings in der fünften Wettfahrt mit einem Frühstart ihren Streicher.

2005 verhinderten Claas Lehmann/Martin Schäler (Hamburg) und 2006 die Dänen Jan Saugmann/Morten Ramsbaek, dass Wolfgang Hunger mit Gerd Eiermann gleichziehen konnte, doch in diesem Jahr ist der Gleichstand in Reichweite. Mit vier ersten und einem achten Platz führen Hunger/Jess souverän.

In der Formula 18 unterstrichen die amtierenden Weltmeister Helge und Christian Sach (Zarnekau), dass sie sich hier in Kiel zumindest einen Titel sichern wollen. Nach dem zweiten Platz im Tornado in der olympischen Hälfte führen sie mit fünf Tagessiegen und einem zweiten Platz sicher die Formula 18-Wertung an.

Im Drachen hat der Bayer Werner Fritz unter ukrainischem Nationenzeichen die Nase vorn. Im Stechen um den begehrten Felkapreis (die größte Silbertrophäe der Kieler Woche) mussten sich Fritz/Pugachev/Auracher und Müller/Hösch/Scheibmair (Hamburg) allerdings den Dänen Bendix/Granbech/Christensen geschlagen geben.