Regatta-NewsKieler Woche: "Entzug motiviert mich"

YACHT Online

 · 21.06.2007

Die ersten drei Rennen gewann der Contender-Segler Jan von der Bank souverän

Ganze zwei Regatten standen bisher auf dem diesjährigen Segelprogramm, und ohne viel Training rechnete sich Jan von der Bank im Contender nicht allzu viel aus. Doch dann schlug der Kieler Routinier zum Auftakt der internationalen Hälfte der 125. Kieler Woche zu.

"Ich habe Muskelkater vom Grinsen", strahlte von der Bank in der Pressekonferenz. "Im vierten Rennen bin ich total eingebrochen und musste Bonezzi vorbeilassen", flachste der 40jährige.

Nicht nur von der Bank strahlte an diesem Abend. Auch Organisationsleiter Jobst Richter war mehr als zufrieden mit dem gelungenen Wettfahrttag. Alle 16 Klassen hatten je vier Rennen bestritten. "64 Wettfahrten auf den Dreiecksbahnen und auch vier Wettfahrten bei der X35-WM stehen für einen herrlichen Segeltag", so Richter. Am Samstag sind drei Wettfahrten für jede Klasse angesetzt. Die X-35-WM endet mit der Siegerehrung am Samstagabend.

"Kiel liegt mir irgendwie besonders, und ich glaube jetzt, Entzug motiviert mich", begründete von der Bank die enorme Serie gegen ein Feld, das dieses Jahr besonders stark ist, weil viele Contender-Segler ihre Boote gleich von Kiel nach Medemblik bringen wollen, um dort in 14 Tagen an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Umso höher ist von der Banks Erfolg einzustufen. Mit Bonezzi ist auch der achtmalige und amtierende Weltmeister in Kiel am Start. Doch der Statistik zufolge ist in diesem Jahr ohnehin wieder von der Bank an der Reihe, die Kieler Woche zu gewinnen. Seit 2002 wechseln sich von der Bank und Bonezzi in Kiel mit der Goldmedaille ab. In den ungeraden Jahren ist seither der Deutsche an der Reihe.

Souverän zeigten sich auch zwei Crews, die Gerd Eiermann (Duisburg), der die Kieler Woche 15 Mal gewinnen konnte, den Titel des Seglers mit den meisten Kieler Woche-Siegen abjagen möchten: Wolfgang Hunger/Holger Jess (Kiel/Wittensee/bisher 14 Kieler Woche-Titel) im 505er und die dänischen Brüder Jörgen und Jakob Bojsen-Moeller im Flying Dutchman, die sich den Kieler Woche-Titel bisher zwölf Mal sicherten. Den Dänen gelangen drei Siege und ein zweiter Platz, Hunger/Jess legten mit einem zehnten Platz einen "Fehlstart" hin. Doch drei Siege danach führten zum gewohnten Bild.

In der Formula 18 unterstrichen die amtierenden Weltmeister Helge und Christian Sach (Zarnekau), dass sie sich hier in Kiel zumindest einen Titel sichern wollen. Nach dem zweiten Platz im Tornado in der olympischen Hälfte führen sie mit vier Tagessiegen souverän die Formula 18-Wertung an.

In der OK-Jolle führt nach den ersten Wettfahrten Altmeister Karsten Hitz (Segeberg), der bereits 1988 die Kieler Woche in dieser einstigen Kultklasse gewann und seitdem acht Mal ganz oben auf dem Kieler Treppchen stand.

Insgesamt führen neben den Gebrüdern Sach, Jan von der Bank und Hunger/Jess DSV-Crews auch in den Klassen J24, Folkeboot, Hobie 16, 420er, Pirat, Benétéau 25. Im Drachen hat der Bayer Werner Fritz unter ukrainischem Nationenzeichen die Nase vorn.