Regatta-NewsKieler Woche: Deutsche Segler hielten sich zurück

Lars Bolle

 · 25.06.2008

Der Auftakt der olympischen Bootsklassen im zweiten Teil der Kieler Woche fiel für die deutschen Aktiven verhalten aus.

Einzig der paralympische 2.4-mR-Segler Heiko Kröger (Kiel) überzeugte und teilt sich mit seinem Dauerrivalen Damien Seguin aus Frankreich die Gesamtführung. Die Berliner Olympiateilnehmerin Petra Niemann ist im Laser Radial nach zwei Wettfahrten Siebte und musste die Überlegenheit der Chinesin Lijia Xu anerkennen, die mit weißer Weste führt. Die Brüder Jan und Hannes Peckolt (Kiel/Hamburg) liegen im 49er auf Rang neun, mit den Olympiasiegern von 2004, Iker Martinez/Xabier Fernandez aus Spanien, als erste Spitzenreiter.

Romy Kinzl (Hamburg), die noch auf eine eventuelle Nachnominierung hoffen darf, gewann bei den Surferinnen die erste Wettfahrt, belegte dann Rang drei und ist nach dem ersten Regatta-Tag Zweite.

"Damien ist Vollprofi mit maximaler Unterstützung. Der müsste eigentlich in einer anderen Liga segeln", meinte Lokalmatador Kröger, "aber mit meinem neuen Boot war ich sogar schneller." Der Goldmedaillengewinner der Paralympics von Sydney 2000 trifft in Kiel auf alle Konkurrenten, die im Spätsommer in Qingdao/China um Edelmetall kämpfen werden.

Ähnlich stark ist das Feld bei den 49ern. "Für uns kommt es aber mehr auf die Wettkampfpraxis als auf das Ergebnis in Zahlen an", erklärte Steuermann Jan Peckolt. Schließlich liege ihnen die frische Brise der Kieler Woche nicht mehr so sehr, nachdem das Brüderpaar im Hinblick auf den zu erwartenden Leichtwind bei Olympia zwölf Kilogramm abgenommen hat.

Nachdem die Tornadoklasse mangels genügend Teilnehmern abgesagt worden war, wagte sich Johannes Polgar (Dänisch-Nienhof) ins Starboot und verblüffte mit neuem Vorschoter Nils Hollweg als Tagessechster. "Wir haben ein Rennen sogar bis kurz vor Schluss geführt, ehe wir vom Scheidt-Express überrollt wurden", so Polgar. Die Brasilianer Robert Scheidt und Bruno Prada führen nach zwei Tagessiegen.