Regatta-NewsKiel in Saus und Braus

Christoph Schumann

 · 28.06.2004

Die 122. Kieler Woche wurde stürmisch. Sportlich war am Ende jedoch alles in Ordnung

Hilger Erdmann, seit 19 Jahren Wetterfrosch der Kieler Woche, war der meistgefragte Mann. Als in der Mitte der Woche zu Beginn der Wettfahrten der olympischen Woche die Zeichen auf Sturm standen, musste der 60-jährige Diplom-Meteorologe Überstunden machen.

Aus Sicht des Deutschen Segler-Verbandes gab es gute bis sehr gute Ergebnisse zu verzeichnen. Das für Athen qualifizierte Yngling-Team Kristin Wagner/Anna Höll/Veronika Lochbrunner siegte genauso wie der Dauerbrenner von den Paralympics bei den 2.4-mR-Yachten, Heiko Kröger aus Kiel.

Viermal kamen bundesdeutsche Mannschaften auf Rang zwei. Der bayerische Finn-Segler Michael Fellmann schaffte den Sprung aufs Treppchen genauso wie der Mistral-Surfer Toni Wilhelm (erst in der letzten Wettfahrt vom ersten Platz verdrängt) und die 49er-Olympioniken Marcus Baur/Max Groy. Als Vierte im Bunde schaffte die Europe-Seglerin Petra Niemann ebenfalls Rang zwei. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann im Tornado und Stefanie Rothweiler/Monika Leu im 470er wurde in ihren Klassen Dritte.

Wiederum stark beachtet vom Publikum wurde die Windjammerparade am Schluss-Samstag, die mit dem Führungsschiff „Gorch Fock“ und zahlreicher Prominenz ein versöhnliches Bild der Kieler Woche zeichnete. Der Roosevelt-Pokal für die Mannschaft mit der besten Serie ging an den Kieler Behindertensegler Heiko Kröger.

Die Yachten feierten zu Beginn die 50. Aalregatta nach Eckernförde und mussten während der Woche bei Starkwind segeln. Während der 96 Seemeilen langen Wettfahrt nach Fehmarn und zurück kam auf der 26 Meter langen „Uca“ von Klaus Murmann der Carbonmast von oben. In der Klasse IMS 600 holte sich der Holländer Peter de Ridder mit seiner „Checkmate“ den Sieg und den Titel.

Teamchef Jochen Schümann präsentierte beim DSV-Boss Dierk Thomsen seine Olympia-Mannschaft. Die Tatsache, dass an dem Treffen auch der (noch) nicht qualifizierte Lasersegler Mathias Rieck teilnahm, lässt darauf schließen, dass der DSV für ihn beim Nationalen Komitee für Deutschland eine Härteklausel beantragen wird.