Regatta-NewsFlauer Tag auf der Förde

Pascal Schürmann

 · 26.06.2003

Viele Wettfahrten ausgefallen. Vorentscheidung für olympische Klassen. Auszeichnung für Jochen Schümann

Viel los war gestern nicht auf den Regattabahnen vor Kiel. Lediglich für die Leichtgewichte reichte es, um zwei Wettfahrten hinzubekommen. Auch die Seesegler litten unter der Flaute. Dafür ging es an Land hoch her.

Viel los war gestern nicht auf den Regattabahnen vor Kiel. Lediglich für die Leichtgewichte reichte es, um zwei Wettfahrten hinzubekommen. Auch die Seesegler litten unter der Flaute. Dafür ging es an Land hoch her.

Dank der Thermik auf den ufernahen Bahnen konnten zumindest die Europe- und Yngling-Damen sowie die Laser- und die 2.4 mR-Segler aufs Wasser geschickt werden. Bei den 49ern reichte der Wind dagegen nur für die ersten beiden Gruppen, die dritte legte erst gar nicht ab. Den einzigen Tagessieg aus deutscher Sicht konnte dabei Kristin Wagner im Yngling verbuchen. Die Klasse wird aber weiterhin von Dørte Jensen aus Dänemark angeführt, gefolgt von Ulrike Schümann und ihrer Crew.

Im Europe konnte Petra Niemann mit der führenden Monika Bronicka aus Polen gleichziehen. Verschlechtert hat sich auf dem 2.4 mR dagegen Heiko Kröger, der hinter dem Niederländer Thierry Schmitter auf Platz zwei zurückfiel. Das Feld der Laser führen derzeit punktgleich der Schwede Daniel Bigmark und der Australier Michael Blackburn an. Bester deutscher Laser-Segler ist derzeit Tobias Schadewaldt auf Rang 31.

Die Dickschiff-Crews mussten sich gestern zunächst in Geduld fassen. Stundenlang dümpelten sie auf der Seebahn in der Flaute, bevor endlich der Startschuss abgefeuert wurde. Den wollten die Mannen der "Extasy" um Skipper Thomas Brügge jedoch nicht abwarten und legten einen Frühstart hin, der sie am Schluss um den Gewinn des Kiel-Cups brachte, dem ersten Teil der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Im Gesamtklassement liegen sie nun einen halben Punkt hinter der führenden "L & M Hispaniola" von Horst Mann.

In der IDM-Gruppe 2 läuft die "Sailtron X Press" von Torsten Bastiansen dem Vorjahressieger "Lollipop" von Jan Hinrichs weiterhin den Rang ab. Der Abstand zwischen den beiden Schiffen beträgt nun schon sechs Punkte. Und in der IDM-Gruppe 3 + 4 konnte die "Froschkönig" von Detlef Amlong ihren Vorsprung ebenfalls ausbauen.

Dennoch ist noch alles möglich. Spannend wird es am Samstag. Dann werden die Yachten auf die Langstrecke nach Fehmarn geschickt. Und dann entscheidet sich auch, welche Crews tatsächlich am Ende ganz oben auf dem IDM-Siegerpodest stehen werden.

Mindestens genauso aufregend wie auf dem Wasser ging es gestern aber auch wieder einmal an Land zu. Die Emotionen ob Jochen Schümanns Klage über die mangelnde Professionalität des deutschen Segelsports schlugen weiter hoch (siehe dazu auch den heutigen YACHT-Küstenklatsch). Davon war dann aber am Abend zum Glück nichts zu spüren, als der deutsche Vorzeigesegler im Kieler Yacht-Club von Olaf Kleinelanghorst, dem Leiter des Delius Klasing Verlags, die YACHT-Trophy erhielt. Schümann wurde damit als bester Segler des Jahres für seine Leistungen im Team von Alinghi ausgezeichnet.

Am Morgen hatte es zudem draußen auf dem Olympiagelände in Schilksee weiter Wirbel bei den Starbooten gegeben, ob die Crews nun ein bestimmtes Maximalgewicht nicht überschreiten dürfen oder doch. Gewogen wurde zwar. Doch erstens waren nicht alle Crews zum Wiegetermin erschienen. Und zweitens wurde die Klassenvereinigung von Jury-Chef Jörn Richter zu dem Vorgang angerufen. Deren juristisches Gremium soll jetzt für klare Verhältnisse sorgen. Diejenigen, die den Gang auf die Waage gewagt hatten, kamen im Übrigen fast alle mit positiven Ergebnissen davon. Lediglich eine Crew wurde für zu schwer befunden.

Des einen Freud, des anderen Leid - das gilt auch für die Frage, welche olympischen Klassen es künftig noch gibt. Während sich die Windsurfer wohl keine Sorgen mehr machen müssen, ob sie auch nach 2008 noch Ringe-tauglich sein werden, droht entweder den Laser- oder den Finn-Seglern das Aus bei den Spielen. Entschieden wird zwar erst im Herbst 2008. Doch DSV-Präsident Dierk Thomsen gab die Richtung bereits vor: "Bei der Einhandjolle wird ein größerer Unterschied gewünscht. Deshalb wird zu überprüfen sein, ob das Finn oder der Laser besser ins Programm passt", wird er heute von den "Kieler Nachrichten" zitiert. Gleichwohl müsse aber jede Klasse damit rechnen, dass über ihren Verbleib bei Olympia diskutiert werde.

Bleibt zum Schluss der Blick nach vorn: Wettfahrtleiter Dieter Rümmeli zeigte sich gestern optimistisch und hofft für das Wochenende, dass mit dem Einzug des Sommers auch der Wind wieder auf die Förde zurückkehrt.