Regatta-NewsDrei Siege für deutsche Olympia-Segler

Pascal Schürmann

 · 29.06.2003

Kieler Woche endete mit Überraschungen und Enttäuschungen für den DSV-Kader

Die Athleten des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) haben bei der 121. Kieler Woche Goldmedaillen im Starboot, in der Europe der Frauen und im 470er der Frauen gewonnen. Allerdings schnitten in einigen Bootsklassen DSV-Segler auch weit schlechter als erhofft ab.

Neben dem Starboot-Team mit Marc Pickel aus Kiel und dem Ocean-Race-Gewinner Tony Kolb aus München triumphierten auch die Europe-Seglerin Petra Niemann aus Berlin und das 470er-Gespann Alina Grobe/Vivien Kussatz, ebenfalls aus Berlin. "Die Ergebnisse waren erfreulich. Ganz hervorragend ist natürlich das Europe-Resultat, auch das Ergebnis im 470er der Frauen ist sehr gut. Gleiches gilt für Marc Pickel und Tony Kolb im Starboot. Aber wir haben auch Klassen, in denen wir zulegen müssen", bilanzierte am Ende der Kieler Woche DSV-Sportdirektor Hans Sendes.

Unbeständige Winde ließen auch gestern wieder im olympischen Teil nur ein reduziertes Regatta-Programm zu. Niemann war die einzige der drei Goldgewinner, die am Ende des Tages ein weiteres Wettfahrt-Ergebnis verbuchen konnte. Das Rennen von Pickel/Kolb musste abgebrochen werden, Grobe/Kussatz gingen gar nicht erst aufs Wasser. "Wir hatten eine Hammer-Woche mit einem echten Lauf. Es ist besonders schön, bei so einem hochklassig besetzten Feld zu gewinnen. Jetzt müssen wir nachlegen", sagte Pickel.

Für weitere Medaillen sorgten Christiane Petzke aus Kiel, die in der Europe Silber holte, sowie Heiko Kröger aus Mönkeberg, der in der paralympischen Klasse 2.4mR Bronze gewann.

Bei den Tornados, über deren Abschneiden sich Sendes enttäuscht äußerte, waren die Brüder Helge und Christian Sach aus Zarnekau auf dem 14. Platz die besten Deutschen. Der wieder auf die aktive Wettkampfbühne zurückgekehrte Ex-Bundestrainer Roland Gäbler belegte an der Seite von Andreas John, beide aus Tinglev, lediglich den 15. Rang. Auf Platz 16. Rang folgte das Duo Andrew Landenberger/Johannes Polgar aus Titisee beziehungsweise Kiel. "Auch wenn das Wetter nur drei Rennen zugelassen hat, habe ich von unseren Teams mehr erwartet. Schließlich wurde in der Vorbereitung enormer Materialaufwand betrieben", bemängelte Sendes das Abschneiden der Tornado-Crews. Ob die Ergebnisse der lediglich drei Wettfahrten jedoch den tatsächlichen Leistungsstand der Tornado-Segler widerspiegeln, wie Sendes anführt, wird von Fachleuten bezweifelt.

Sendes vergab in Absprache mit dem Olympia-Segel-Ausschuss (OSA) die Tickets für die Pre-Olympics, die vom 14. bis zum 28. August in Athen stattfinden. Während Landenberger/Polgar ihre Fahrkarte im Tornado bereits sicher hatten, wie auch der Sulzbacher Michael Fellmann im Finn-Dinghy, musste in den anderen Klassen noch gebangt und gerechnet werden. So wurde am Ende etwa im 470er der Frauen Stefanie Rothweiler/Monika Leu aus Immenstadt den Kiel-Siegerinnen Grobe/Kussatz vorgezogen.

Spannend war es am Wochenende auch noch einmal bei den Seesegelern geworden. Erst die bis ausstehende Langstrecken-Regatta brachte die Entscheidung bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft. In einem nervenaufreibenden, weil am Ende von Flaute geplagten Rennen verdrängte in der Gruppe IDM 1 die "Extasy" von Thomas Brügge knapp die "L & M Hispaniola" von Horst Mann. In der Gruppe IDM 2 schlug die "Sailtron X Press" von Skipper Thorsten Bastiansen die dreifache Titelträgerin "Lollipop" von Jan Hinrichs. Und in der Gruppe IDM 3+4 feierte die Optima "Froschkönig" von Detlef Amlong nach zweijähriger Kieler-Woche-Abstinenz mit ihrem Sieg ein überzeugendes Comeback.

Organisationsleiter Dieter Rümmeli konnte trotz der schweren Wetterbedingungen auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken. "Wir haben das Beste aus dem gemacht, was das Wetter zuließ", so Rümmeli.

Und das hat wohl unter anderem auch dazu gereicht, dass sich Sponsor BMW bereits entschieden hat, im nächsten Jahr wieder mit dabei zu sein. "Besonders hier in Schilksee hat uns die lockere, freundliche Art sehr gut gefallen. Wir werden unseren Einsatz nächstes Jahr sicherlich noch steigern können, und möchten Segeln vor allem noch zuschauerfreundlicher gestalten", so Dirk Hollweg, Leiter des BMW-Sport- und Eventmarketing. Match-Race sei eine Option, Großbild-Leinwände in der Innenstadt, auf denen die Rennen übertragen würden, eine andere, fuhr der Münchner fort. Jugendarbeit, Kieler Woche und natürlich Oracle BMW Racing seien für den Autokonzern nach wie vor Schwerpunkte im Kernsport Segeln.