NordseewocheVeränderungen auf Helgoland

Hans Genthe

 · 18.04.2013

Nordseewoche: Veränderungen auf HelgolandFoto: Stefan Pfeifer

Die Nordseeinsel ist Stützpunkt für Windparkbetreiber. Ein Bauboom sorgt für Einschränkungen auch für Segler, Hotelbetten sind rar

Helgoland erlebt zur Zeit einen echten Bauboom. Als einzige deutsche Hochseeinsel ist der rote Felsen nicht nur ein idealer Austragungsort für Hochseeregatten, sondern auch der Stützpunkt für Windpark-Betreiber. Gemäß den Planungen der Bundesregierung sollen bis 2020 etwa 5.000 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt in der deutschen Nord- und Ostsee Strom erzeugen. Für Wartungsarbeiten müssen täglich Schiffe mit Service-Personal zu den Windparks und zurück fahren. Helgoland ist dafür der perfekte Standort. Von der Kaikante im Südhafen können diese Schiffe mit Werkzeug und Ersatzteilen beladen werden.

  "Gesa", ein Swath-Katamaran, pendelt jetzt zwischen Helgoland und den WindanlagenFoto: Stefan Pfeifer
"Gesa", ein Swath-Katamaran, pendelt jetzt zwischen Helgoland und den Windanlagen

Rund 150 Menschen werden für den Betrieb der Offshore-Windparks auf Helgoland arbeiten und leben, dazu kommen zeitweise weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern, Bau- und Schifffahrtsfirmen.

  Die neue Promenade ist zur Nordseewoche fertigFoto: Stefan Pfeifer
Die neue Promenade ist zur Nordseewoche fertig

Also wird kräftig gebaut: Das Südhafengelände wird zurzeit als Service- und Betriebsstation erweitert. Auf rund 10.000 Quadratmetern entstehen drei Werk- und Lagerhallen. Weitere Hallen werden abseits beim Klärwerk gebaut und werden als Lager für Versorgungsmaterial der Parks dienen. An der Kaikante des Vorhafens werden zehn Anlegeplätze an einem neuen Landungssteg geschaffen für die Offshore Service Vessels oder Crew Vessels, die die Arbeiter zu den Windanlagen bringen.

  Viele Container, aber genug Platz fürs boot Düsseldorf Race VillageFoto: Stefan Pfeifer
Viele Container, aber genug Platz fürs boot Düsseldorf Race Village

Der Binnenhafen, im dem sich derzeit die Tankstelle befindet, soll langfristig umgewidmet werden: Hier ist eine moderne Marina geplant. Die Tankstelle kommt in den Südhafen, und Yachten können direkt vor den Hummerbuden liegen. Wer Helgoland kennt: eine tolle Vorstellung, vor der Szenekneipe "Bunte Kuh" zu sitzen und auf den Yachthafen zu blicken. Auch das liebevoll "Müll-Meyers Frachter" genannte Versorgungsschiff des Helgoland Fracht-Kontor, das Helgoland zurzeit noch über den Binnenhafen mit lebenswichtigen Waren versorgt, wird in Zukunft den Südhafen anlaufen.

Außerdem wird an der touristischen Attraktivität der Insel gearbeitet: Die Promenade zwischen Binnen- und Nordhafen wurde bereits attraktiv umgestaltet, weitere Maßnahmen werden folgen.

  Die größten Umbauten finden auf dem Südkai stattFoto: Stefan Pfeifer
Die größten Umbauten finden auf dem Südkai statt

Für die Durchführung der Nordseewoche bedeutet dies Veränderungen, jedoch nicht auf dem Wasser. Die drei Windparks um Helgoland sind zwischen 25 und 39 Kilometer von der Insel entfernt, die Regattakurse werden von ihnen nicht beeinflusst. Dafür jedoch das Arrangement an Land.

Neben dem Appartementhaus Marina am Südhafen steht eine Containerburg aus zwei mal acht Containern und dahinter eine Halle. Die Container sind wenig attraktiv, wurden aber nur als Übergangslösung aufgebaut und kommen nach anderthalb Jahren wieder weg. In den nächsten zwei Jahren ist der Platz für das boot Düsseldorf Race Village und die Toiletten und Duschen ein klein wenig eingeschränkter, aber immer noch ausreichend.

Weniger ausreichend sind die Hotelkapazitäten an Pfingsten: Das Hotel "Atoll Ocean Resort" ist seit 31. Oktober 2012 für die nächsten zehn Jahre komplett an den Windparkbetreiber vermietet. Reservierungen für externe Gäste sind daher nicht mehr möglich. Neue Hotelkapazitäten wurden bisher nicht geschaffen. Doch einer traditionellen Nordseewoche-Teilnahme sollte das keinen Abbruch tun: traditionell wird in den drei Nächten sowieso nicht geschlafen, sondern gefeiert.