KulturDer segelnde Präsident

Lasse Johannsen

 · 22.05.2017

Kultur: Der segelnde PräsidentFoto: Robbe & Berking/Robert Knudsen. White House Photographs

In einer Sonder-Ausstellung erinnert das Flensburger Yachting Heritage Centre vom 29. Mai bis 10. Juli an den 100. Geburtstag des US-Präsidenten John F. Kennedy

"Spätestens mit der Rede von John Fitzgerald Kennedy an der Berliner Mauer am 26. Juni 1963 wurde der amerikanische Präsident auch in Deutschland zu einem der populärsten Staatsmänner seiner Zeit", heißt es in der Ankündigung des Museums. "Um JFK, sein Handeln und den Zauber, der von ihm ausging, zu verstehen, muss man auch die Leidenschaft der Familie Kennedy zum Segeln und dem Meer kennen."

Bekenntnis zur See

Zu Lebzeiten des Staatsmannes war diese – heute in der biografischen Rückschau bisweilen vernachlässigte – Leidenschaft kein Geheimnis. Noch im Jahr vor seiner Ermordung am 22. November 1963 fasste Kennedy sein Bekenntnis zur See als Redner beim America's Cup in Worte. "Ich denke", sinnierte er über die magische Anziehungskraft des Meeres auf den Menschen, "es hat etwas damit zu tun, dass wir alle aus dem Meer kommen. Und es ist ein interessanter biologischer Fakt, dass wir alle exakt den gleichen Anteil Salz in unseren Venen haben wie das Wasser des Ozeans. Wir haben das Salz im Blut, in unserem Schweiß, in unseren Tränen. Wir sind an die See gefesselt. Und wenn wir zu ihr zurückkehren, ganz gleich ob unter Segeln oder als Betrachter am Ufer, dann fühlen wir, dass wir nach Hause kommen."

  Die "Victura" der KennedysFoto: Cecil Stoughton, Office of the M
Die "Victura" der Kennedys

Segelboot als letzter Gruß

Der letzte Gruß des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ein Jahr später: ein Segelboot. Am Tag nach seiner Ermordung in Dallas fand man im "Rice Hotel" auf einem Notizblock Skizzen eines Segelboots, die JFK während seines Aufenthalt dort gezeichnet hatte, nur Stunden vor seinem Tod.

  Kennedys Präsidialyacht "Manitou" heuteFoto: sea&see/Panerai/ G. Cantini
Kennedys Präsidialyacht "Manitou" heute

Die Leidenschaft war geerbt. Familie Kennedy, Nachfahren irischer Einwanderer, besaß ein Strandhaus in Hyannis auf Cape Cod im Nordosten der USA. Zu seinem 15. Geburtstag bekam JFK die Jolle "Victura" geschenkt, ein kleines, nicht mal acht Meter langes Boot mit Gaffelrigg. John und seine Brüder Edward und Robert ließen keine Gelegenheit verstreichen, damit Regatten zu bestreiten.

Als Präsident ließ JFK die Yacht "Manitou" zu einer Art schwimmendem weißem Haus umbauen, von der aus er seine Amtsgeschäfte auch auf See wahrnehmen konnte.

John F. Kennedy wurde vor 100 Jahren am 29. Mai 1917 geboren. Den begeisterten Segler möchte das Yachting Heritage Centre mit der Ausstellung "Kennedy – the sailing President" würdigen.

Preise und Öffnungszeiten

Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und an Feiertagen geschlossen.

Der Eintritt kostet 5,00 € für Einzelbesucher, 2,50 € für Gruppenbesucher (ab 10 Personen) und 2,50 € für Schüler, Berufsschüler, Studenten, Auszubildende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, FSJler und Schwerbehinderte. Kinder unter 6 Jahren, Pressevertreter, notwendige Begleitperson Schwerbehinderter, Vereinsmitglieder des Yachting Heritage Centre e. V. haben freien Eintritt.

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