Kieler WocheViel Sonne, wenig Wind

Lars Bolle

 · 22.06.2009

Kieler Woche: Viel Sonne, wenig WindFoto: beeck/Kieler Woche

Schadewaldt/Baumann und Heiko Kröger auf Kurs – Aus für Schümann und Puls im Match Race

Die Jachten auf der Seebahn lagen über fünf Stunden in der Flaute, bevor Wettfahrtleiter Eckart Reinke, sie doch noch zu einem Rennen auf die Bahn lassen konnte. Bei den olympischen Klassen schafftendie landnahen Bahnen ein vernünftiges Programm.

Der Wind gab am dritten Tag in der Strander Bucht nur als leichte thermische Brise eine Stippvisite. So lagen die Jachten auf der Seebahn über fünf Stunden wie auf einem bleiernen Tuch fest, bevor Wettfahrtleiter Eckart Reinke, sie doch noch zu einem Rennen auf die Bahn lassen konnte. Bei den olympischen Klassen schafften zumindest die landnahen Bahnen ein vernünftiges Programm.

Die Match-Race-Damen ermittelten in den Hoffnungsläufen die letzten beiden Vertreter für das Achtelfinale, das mit Silke Hahlbrock (Hamburg) letztlich nur mit einer deutschen Vertreterin stattfindet. Die 2.4 mR absolvierten drei, die 49er immerhin zwei Rennen. Alle weiteren Klassen blieben im Hafen, sodass Regatta-Chef Jobst Richter das Fazit ziehen musste: „Wir haben alles versucht, aber es ist nicht viel bei raus gekommen.“

Nach fünfstündigem Müßiggangs auf dem Stollergrund wurden die Jachtsegler für ihre Beharrlichkeit belohnt. „Wir haben über Funk intensiven Kontakt zu den Crews gehalten und deutlich gemacht, dass wir als Wettfahrtleitung in der gleichen Situation sind. Ich denke, das wurde von allen akzeptiert und die Stimmung war gut“, freute sich Wettfahrtleiter Reinke, dass es schließlich doch noch mit einer Wettfahrt für die Kiel-Cup-Wertung geklappt hatte. Der Wind zeigte sich aber auch währenddessen von seiner launischen Seite. Nachdem es zunächst gut losging, brach die Brise wieder ein, sodass die kleineren Jachten auf verkürzter Bahn gezeitet wurden. Die großen Schiffe absolvierten ein komplettes Rennen. In der ORC I holte sich mit dem Tagessieg die Betriebssportgruppe der „König&Xie“ (Kiel) auch die Führung von der „Beluga“ von Christian Plump (Bremen).

Dagegen verteidigte die „Patent 3“ von Jürgen Klinghardt (Lübeck) ihre Führung in der ORC II, während es in der ORC III+IV durch den Tageserfolg der „Froschkönig“ von Detlef Amlong (Schwedeneck) eng wird. Noch aber führt die „Cala Ventinove“ von Uwe Wenzel (Bremen) mit einem halben Punkt Vorsprung. Führende in den Einheitsklassen sind die „Enternix“ von Kai Plassmeier (Hamburg, Albin Express), die „tak for turen“ von Christian Tinnemeyer (Kiel, J 80) und bei den X35 die „Mantaplatte“ von Bendix Hügelmann (Hamburg), der mit ihrem Tagessieg das gesamte Feld durchwirbelte.

Auf den Dreiecksbahnen gelang Allround-Segler Tobias Schadewaldt mit Vorschoter Hannes Baumann (Kiel) bei den 49ern durch zwei gute Ergebnisse der Sprung auf Platz neun. „Das war schon beruhigend, nachdem wir am ersten Tag taktisch ganz daneben gelegen haben. Jetzt wollen wir einen Platz unter den Top-Ten halten“, so Schadewaldt. Bestes deutsches Team ist indes die Flensburger Crew Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann auf Rang drei. Die Führung haben die dänischen Brüder Hansen inne. „Die Dänen fahren einen unglaublichen Bootsspeed. Aber wir sind auch sehr zufrieden. Wir peilen ganz klar einen Platz im Medal Race an, vielleicht sogar auf dem Treppchen. Ein Kieler-Woche-Sieg wäre ein Traum, ist vielleicht aber etwas hochgegriffen“, gab Briesenick-Pudenz die Richtung für die nächsten Tage vor. Und auch die weiteren deutschen Crews mit den frisch in den 49ern eingestiegenen Rieger-Brüdern auf Rang 13 sind noch gut im Rennen.

Ebenfalls auf dem Weg nach oben ist der Paralympics-Sieger von 2000, Heiko Kröger (Kiel), in der 2.4 mR. Mit einem Tagessieg ist er Zweiter, vor sich mit Jens Als Andersen ebenfalls ein Boot unter dänischer Flagge. „Jens segelt sehr besonnen, konservativ und schlau und befreit sich sogar noch aus kritischen Situationen. Aber ich werde alles versuchen, noch ist einiges drin“, so Kröger.
Für zwei der drei deutschen Match-Race-Crews ist die Kieler Woche dagegen schon gelaufen. Sowohl Ulrike Schümann (Berlin) als auch Svenja Puls (Kiel) schafften nicht mehr über die Hoffnungsläufe den Sprung in das Achtelfinale. Diese Plätze sicherten sich Katie Spithill (Australien) und die Französin Julie Bossard.