Kieler Woche: Scheidt macht ernst, Buhl bleibt dran

Tatjana Pokorny

 · 22.06.2013

Kieler Woche: Scheidt macht ernst, Buhl bleibt dranFoto: Kalle Raeda

Die deutsche Segelnationalmannschaft liegt nach dem Auftakt-Wochenende der Kieler Woche und den ersten 96 Wettfahrten respektabel im Rennen

Die deutsche Segelnationalmannschaft zieht mit sechs Podiumspositionen in acht olympischen und einer paralympischen Klasse in die Hauptrunde der Kieler Woche ein. Einzige deutsche Spitzenreiter sind nach der zweitägigen Vorrunde die 49er-FX-Seglerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz aus Berlin und Heiko Kröger in der paralympischen Kielbootklasse 2.4mR.

Organisationsleiter Peter Ramcke zog am Sonntagabend eine erste positive Zwischenbilanz: "Es waren zwei anspruchsvolle tolle Tage mit idealen Segelbedingungen. Wir liegen perfekt im Plan. So kann es weitergehen." Brasiliens Segelstar und Doppelolympisieger Robert Scheidt feiert als Spitzenreiter in der Laserklasse weiter ein gelungenes Comeback in seiner ehemaligen Paradeklasse. Hinter dem fünfmaligen olympischen Medaillengewinner aus Südamerika und dem Australier Ashley Brunning liegt Laser-Europameister Philipp Buhl aus Sonthofen mit acht Punkten Rückstand auf den Führenden auf Rang drei.

"Die aktuelle Platzierung ist aufgrund des neuen Reglements aber leider relativ egal", sagte Buhl, "Hauptsache, man qualifiziert sich am Ende mit den Top sechs für das Medaillenfinale. Da geht es dann fast noch einmal bei null los." Buhl hat sich wie die Mehrheit der Olympiasegler gegen das neue Regattaformat ausgesprochen, beschreibt es als "krass und mit hohem Glücksfaktor versehen".

Wie andere Europacup-Regatten testet auch die Kieler Woche ein Format, das vorzeitige Siege in Zukunft unmöglich machen soll. Damit soll die Spannung für Zuschauer bis zuletzt erhalten bleiben. Das Format entwertet die Leistung in den Wettfahrten der Vor- und Hauptrunde, die nur als ein Durchschnittsergebnis im Wert einer Wettfahrt in das Medaillenfinale der besten sechs Mannschaften mitgenommen werden. Die Segler wünschen sich eine ausgeglichenere Bewertung ihrer Leistung über eine Woche zurück, weil aus ihrer Sicht nur so die beste Mannschaft unter allen Bedingungen ermittelt werden könne. "In diesem Jahr wird probiert, im nächsten Jahr konsolidiert", stellte Peter Ramcke ein baldiges Ende der internationalen Testphase in Aussicht, in der sich die Formate von Regatta zu Regatta verändern. "Das verwirrt ja sogar uns Segler", sagte 470er-Steuerfrau Annika Bochmann, die bei der Kieler Woche mit verletztem Daumen zusehen muss.

Auf der Seebahn gewann am Sonntag die 30-Meter-Maxiyacht "Esimit Europe 2" das Rückrennen von Eckernförde nach Kiel und damit auch den Krupp Wanderpreis für die schnellste Yacht des auf zwei Tage verteilten "Welcome Race" der Kieler Woche. Die 18-köpfige Crew an Bord von Europas größter Einrumpfyacht erreichte die Ziellinie nach einer Stunde, zehn Minuten und 41 Sekunden. Nicht am Start war allerdings der bei der Hinwettfahrt siegreiche Katamaran "SAP Extreme 40", dessen Team den Start aufgrund technischer Probleme absagen musste.

  "Esimit Europa 2" mit Skipper Jochen Schümann gewinnt den Krupp WanderpreisFoto: www.segel-bilder.de
"Esimit Europa 2" mit Skipper Jochen Schümann gewinnt den Krupp Wanderpreis