Kieler WocheHunger/Kleiner bei 505er-EM weiter vorn

Lars Bolle

 · 25.06.2009

Kieler Woche: Hunger/Kleiner bei 505er-EM weiter vornFoto: Kieler-Woche.de / C. Beeck

Auch die 13 weiteren internationalen Klassen stiegen am Donnerstag mit einem vollen Regatta-Programm in das Geschehen ein

Wolfgang Hunger und Julien Kleiner (Kiel) konnten bei der SAP-505er-Europameisterschaft am zweiten Tag zwar ihre Tagessiege vom Vortag nicht wiederholen, verteidigten mit einer konstanten Serie in den drei Rennen des Tages aber ihre Führung.

Obwohl die bei der SAP-505er-EM zweitplatzierten Brüder Jørgen und Jacob Bojsen-Møller aus Dänemark den Vorsprung etwas reduzieren konnten, haben sie kaum noch Titelchancen. Den Freitag müssen sie aus privaten Gründen ausfallen lassen. So rücken vor allem die nächstplatzierten Teams ins Blickfeld. Die Weltmeister von 2007, Jan Saugmann und Morten Ramsbæk, lauern auf Rang drei, direkt dahinter liegt Meike Schomäker, die seit Pfingsten mit Hungers Ex-Vorschoter Holger Jess zusammen segelt. Und auch Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) sind nach zwei Tagessiegen wieder in Medaillennähe.

Sorge bereitet Titelfavorit Hunger allerdings die Wettervorhersage. Viel Wind liegt dem Team weniger, zumal das Starkwind-Segel leicht beschädigt ist: „Wir müssen ein Auge auf das Auge im Schothorn haben, das droht auszureißen“, so Hunger. Eine falsche Entscheidung zum Start des zweiten Rennens am Donnerstag bescherte ihm zudem mit Platz elf ein Streichresultat. Dennoch sind Hunger/Kleiner nicht glücklich, heute einen starken Konkurrenten weniger zu haben. „Wir wären gern durchgängig gegen Bojsen-Møller gesegelt. Und wenn wir dann verloren hätten, wäre das auch okay gewesen. Aber es sind auch so noch genug starke Leute am Start“, sagte Kleiner.

  Meike Schomäker und Holger JessFoto: Jan Frederik Wäller
Meike Schomäker und Holger Jess

Dazu gehört auch die beste Frau im Feld, Meike Schomäker. „Wir hatten einen sehr guten Tag heute. Ich profitiere sehr davon, einen Vorschoter mit solch einem technischen Verständnis zu haben“, sagte die EM-Dritte von 2007. Holger Jess freute sich derweil über den guten Speed auf den Spi-Gängen: „Da sind wir sehr gut dabei und haben etliche Plätze gut gemacht.“

Aufgehellte Mienen gab es auch bei den Titelverteidigern. Jens Findel und Johannes Tellen (Kiel) fuhren zwei Tagessiege ein und schoben sich auf Platz fünf. „In den ersten beiden Rennen haben wir das Feld nach guten Starts kontrolliert“, so Findel, der nach diesem Tag wieder auf einen Medaillengewinn hofft.

In den anderen 13 Klassen müssen sich die deutschen Segler zumeist mit der Verfolgerrolle abfinden. Top sind allerdings die Katamaran-Segler. In der F-18-Klasse hat der Hamburger Andreas John mit Sten Höpfner den Bug vorn. Er profitierte allerdings von einer Doppelkenterung der Topfavoriten, Helge und Christian Sach aus Zarnekau, im ersten Rennen. Im Hobie 16 gelang der Crew Detlef Mohr/Karen Wichardt ein Doppelsieg. Sie führen vor den frischgebackenen deutschen Meistern Knud Jansen/Merle Siebrecht. Deutsche Führende sind zudem Harald Wefers bei den H-Booten, Peer Kock in der J24 und Oliver Gronholz in der OK-Jolle.