Kieler WocheErst Flaute, dann Überstunden

Tatjana Pokorny

 · 20.06.2015

Kieler Woche: Erst Flaute, dann ÜberstundenFoto: KiWo/www.segel-bilder.de

Nach perfektem Auftakt stellte eine stundenlange Flaute die Segler auf die Geduldsprobe – mit Happy End für drei deutsche Olympia-Teams

Sie mussten viele Stunden warten, bevor sich am Sonntagnachmittag ein laues Lüftchen bereit fand, die Kieler-Woche-Wettfahrten wieder in Schwung zu bringen. Erst gegen 16.30 Uhr konnten die olympischen Segler am zweiten Tag der weltgrößten Regatta in ihr Programm durchstarten. Dann aber gaben die Wettfahrtleitungen und die Seglerinnen und Segler auf dem Wasser alles und konnten bis zum Abend tatsächlich alle geplanten Wettfahrten bis auf das sechste und letzte 49er-Rennen durchbringen, das in den wieder abflauenden WInden abgebrochen werden musste.

Für die Kieler 49er-Segler Justus Schmidt und Max Böhme war es mit einem Tagessieg und einem dritten Rang trotzdem ein fast perfekter Tag, denn sie konnten ihre Führung zum Abschluss der beiden Qualifikationstage auf zehn Punkte Vorsprung vor den Österreichern Benjamin Bildstein und David Hussl ausbauen. Auf Platz drei rückten die Berliner Europameister Erik Heil und Thomas Plößel vor.

  Laser-Steuermann Tobias Schadewaldt in SiegerlauneFoto: KiWo/www.segel-bilder.de
Laser-Steuermann Tobias Schadewaldt in Siegerlaune

Der Oldenburger Tobias Schadewaldt verteidigte seine Spitzenposition im Laser. Der Olympia-Elfte im 49er ersegelte einen weiteren Tagessieg und freute sich über seine Entscheidung, trotz anstehender Laser-WM in Kanada in Kiel gestartet zu sein: "Das war eine gute Entscheidung. Ich kann hier noch einen ordentlichen Motivationsschub für die WM mitnehmen. Das Regattamanagement ist top, das Segeln klasse!"

Ihrem Feld auf und davon segeln weiterhin auch Paul Kohlhoff und Carolina Werner in der neuen olympischen Mixed-Disziplin Nacra 17. Die Kieler schlossen die zweitägige Qualifikation mit fünf Tagessiegen und einem zweiten Rang als Streicher souverän ab und starten am Montag als Top-Favoriten in die Hauptrunde. Paralympics-Sieger Heiko Kröger dagegen büßte seine Führung in der 2.4mR-Klasse in den flauen Bedingungen ein und fiel mit vier Punkten Rückstand auf den Norweger Bjørnar Erikstad auf Platz zwei zurück. Die Wettfahrten der olympischen und paralympischen Segler werden am Montag fortgesetzt und enden am Mittwoch mit den Medaillenrennen.

Goldener Auftakt für silberne "Desna"

Der silberfarbenen "Desna" hat die WIndlotterie im zweiten Teil des Welcome Race einen goldenen Auftakt in die Seeregatten der Kieler Woche beschert. Die Yacht von Sven Wackerhagen aus Kiel segelte auf der Rückregatta von Eckernförde nach Kiel in ORC I auf Platz zwei und sicherte sich damit den Gesamtsieg, nachdem sie auf dem Hinweg Rang fünf belegt hatte. Der Sieg fiel sehr knapp aus, denn die Konkurrenten auf "X-Day" von Nils Gauter aus Hamburg und "El Pocko" mit dem Hamburger Skipper Thomas Jungblut mussten sich punktgleich geschlagen geben. Die Ränge eins und vier brachten Sven Christensens "Xen" den Sieg in ORC II. In ORC III/IV verwies Heiko Päslers "Static Electric" die Verfolger auf die Plätze.

  "El Pocko" verpasste den Gesamtsieg im Welcome Race punktgleich mit Siegerin "Desna"Foto: KiWo/Sven Jürgensen
"El Pocko" verpasste den Gesamtsieg im Welcome Race punktgleich mit Siegerin "Desna"
  Die Crew der "Tutima": Optisch und sportlich starkFoto: KiWo/Sven Jürgensen
Die Crew der "Tutima": Optisch und sportlich stark

Den gesamten Kurs von Eckernförde zurück nach Kiel über 20 Seemeilen segelte als einziges Boot die "Musandam – Oman Sail" ab. Als das Team um Skipper Sidney Gavignet nach knapp drei Stunden die Ziellinie erreichte, da hatten die Flotte gerade erst elf Seemeilen absolviert und wurde schließlich früher gezeitet.

  Matrose ahoi: Kieler-Woche-Spaß an LandFoto: KiWo/Thomas Eisenkrätzer
Matrose ahoi: Kieler-Woche-Spaß an Land