Tatjana Pokorny
· 22.06.2015
Paul Kohlhoff und Carolina Werner waren beim Heimspiel auf der Förde nicht zu schlagen und feiern den ersten Kieler-Woche-Sieg der Karriere
Antreten müssen Paul Kohlhoff und Carolina Werner zum Medaillenrennen am Mittwoch noch. Doch der erste Kieler-Woche-Sieg ihrer Karriere war den jungen Nacra-17-Seglern aus Kiel schon am Vorabend rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Auch wenn kein Weltklassefeld am Start war, so ist dieser Titel für Kohlhoff und Werner wertvoll. Sie haben gezeigt, dass sie einer Favoritenrolle bereits gewachsen sind und sich mit dem Kieler-Woche-Gold einen großen Motivationsschub für die am 4. Juli im dänischen Aarhus beginnende Weltmeisterschaft abgeholt.
Paul Kohlhoff sagte: "Wir freuen uns über den Titel, bleiben aber auf dem Boden, denn das große Saisonziel steht ja jetzt erst an." Bei der Nacra-17-Weltmeisterschaft in Dänemark geht es für die junge Mannschaft, die sich in den vergangenen Monaten sportlich und auch technisch durch die Unterstützung vieler Experten wie dem zweimaligen Olympiateilnehmer Marc Pickel eindrucksvoll steigern konnte, vor allem darum, den noch nicht gesicherten Nationenstartplatz für Deutschland in der neuen olympischen Mixed-Katamaranklasse zu holen. Als Plus bewerten Kohlhoff/Werner für ihre "Mission Olympiastartplatz" die vor Aarhus herrschenden Bedingungen, die jenen in ihrem Heimat- und nun auch Siegrevier vor Kiel sehr ähnlich seien.
Sieben weitere deutsche Teams können am Mittwoch noch in vier Olympiadisziplinen nach Kieler-Woche-Titeln greifen. Die im olympischen 49er in Führung liegenden Kieler Justus Schmidt und Max Böhme wahrten mit 10,5 Punkten Vorsprung die Chance, ihre favorisierten Teamkameraden und Europameister Erik Heil und Thomas Plößel beim Heimspiel der Nationalmannschaft zu besiegen. Anders herum müssten Heil/Plößel im Finale sechs Plätze besser sein als Schmidt/Böhme, um die Sparringspartner noch abzufangen. Laser-Spitzenreiter Tobias Schadewaldt aus Oldenburg behauptete seine Führung in der olympischen Einhandklasse mit neun Punkten Vorsprung vor dem Dänen Michael Hansen. Paralympics-Sieger Heiko Kröger kann 2.4-mR-Spitzenreiter Bjørnar Erikstad aus Norwegen noch überholen und nach seinem achten Kieler-Woche-Titel greifen. Und schließlich haben auch alle drei deutschen 49er-FX-Frauencrews die Möglichkeit, die bislang führenden Holländer Bekkering/Bramervaer noch zu attackieren.
Während die Big Boats am Dienstag aufgrund zu flauer WInde pausieren mussten, ging die German Open der J70- und die Pre-Worlds der J80-Segler bereits zu Ende. Sie hatten zwar nur zwei von vier Tagen ihrer Regatta segeln können, doch die verliefen spannend. Am Ende gewann Martin Menzners KYC-Crew die J80-Regatta nach sechs Wettfahrten mit fünf Punkten Vorsprung vor der Bremer Mannschaft um Björn Beilken. Platz drei sicherte sich Sven Vagts SKWB-Team. In der Flotte der 30 J70-Yachten setzte sich die spanische Crew von Hugo Rocha vom Club Nautic Areyns gegen Hubert Merkelbachs Mannschaft vom Bodensee Yacht-Club Überlingen durch. Platz drei erkämpfte sich die BSC-Crew mit Skipper Claas Lehmann. Die großen Yachten beenden am Mittwoch die Kiel-Cup-Regatta mit den letzten Wettfahrten. Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann plant mindestens drei, wenn möglich sogar vier Rennen zum Finale.