Isaf-WeltcupWindspiele und Nervenproben

Dieter Loibner

 · 21.06.2011

Isaf-Weltcup: Windspiele und NervenprobenFoto: okpress/Kieler Woche

Weniger und launische Brise in Kiel bedeutete in einigen Klassen gekürztes Programm. Je nach Standpunkt konnte das gut sein oder verheerend

  Souverän: die führenden Starsegler aus Schweden, Lööf/SalminenFoto: okpress/Kieler Woche
Souverän: die führenden Starsegler aus Schweden, Lööf/Salminen

Instabile Windverhältnisse brachte den Lasern, Laser Radial, Finns und den 470er-Männern einen unverhofften Ruhetag. Wer vorn bleiben wollte, hatte es gut. Wer aufholen musste, war enttäuscht. Andernorts, wie bei den Windsurfern, 49ern und 470er-Damen, wurde volles Programm gefahren, und dabei war’s alles andere als einfach. Die Schlüssel zum Erfolg waren Geduld, Nervenstärke und Konzentration. Das Sailing Team Germany konnte insgesamt fünf Wettfahrtsiege buchen, auch wenn zum Beispiel Heiko Kröger seine Führung in der 2,4-mR-Klasse abgeben musste. Damit sind die Karten für die heutigen Medalraces (alle Klassen mit mindestens einem deutschen Vertreter) gemischt.

  Abgebaut: Heiko Kröger begann gut, musste gestern aber seine Führungsposition in der 2,4-mR-Klasse räumenFoto: okpress/Kieler Woche
Abgebaut: Heiko Kröger begann gut, musste gestern aber seine Führungsposition in der 2,4-mR-Klasse räumen

Spannend, schön und selten für deutsche Fans: Simon Grotelüschen und Philipp Buhl gehen bei den Lasern von den Rängen 1 und 2 als Favoriten in den heutigen Schlusskampf um den Sieg und werden in jedem Fall wertvolle Punkte in der Olympiaqualifikation sammeln. Wer’s am Ende packt, dürfte sich erst in Australien im Dezember entscheiden. Franziska Goltz hat sich im Laser Radial sukzessive nach vorn gehangelt und auf Rang 5 etabliert. Freispiel hat sie heute dennoch keines, weil ihr Lisa Fasselt trotz ihrer Disqualifikation im letzten Lauf im Nacken sitzt.

  Entspannt: Franziska Goltz liegt im Laser Radial auf Platz 5 und wird nach ihrem 10. Platz von Weymouth wieder Qualifikationspunkte holenFoto: okpress/Kieler Woche
Entspannt: Franziska Goltz liegt im Laser Radial auf Platz 5 und wird nach ihrem 10. Platz von Weymouth wieder Qualifikationspunkte holen

Im Star haben weiterhin Robert Stanjek/Frithjof Kleen als Vierte die Nase bei den Deutschen vorn und sogar Chancen aufs Podest, werden sich aber hüten müssen, ihre STG-Kollegen Johannes Polgar/Markus Koy und Alexander Schlonski/Matthias Bohn aus den Augen zu verlieren, die unmittelbar hinter ihnen auf Schlagdistanz sind. „Heute war das schwierigste Rennen in der gesamten Regatta,” atmete Stanjek hörbar auf. „Zum Glück haben wir richtige Entscheidungen getroffen, sind daher sehr zufrieden“. Favoriten auf den Sieg sind die Schweden Fredrick Lööf/Max Salminen, die sich gestern in der letzten Wettfahrt schonten.

  Ausgeschieden: Silke Hahlbrock musste sich nach einer knappen Viertelfinalniederlage beim Damen-Matchrace mit Rang 8 begnügenFoto: okpress/Kieler Woche
Ausgeschieden: Silke Hahlbrock musste sich nach einer knappen Viertelfinalniederlage beim Damen-Matchrace mit Rang 8 begnügen

Bei den 470er-Frauen haben sich Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher gestern mit einem Laufsieg in der letzten Wettfahrt auf Platz 2 geschoben, zwei Punkte hinter den führenden Amerikanerinnen und zwei vor dem stark segelnden Duo Tina Lutz/Susann Beucke. Eine prickelnde Ausgangsposition. Bei den Windsurfern können Toni Wilhelm und Moana Delle, die in ihren Klassen jeweils auf Rang 2 liegen, ihre Olympiawürdigkeit mit Podestplätzen besiegeln. Delle könnte sogar gewinnen, doch müsste sie dazu die führende Australierin Jessica Crisp schlagen, die mit 42 ganze 20 Jahre älter – und routinierter – ist.

  Abgehoben: An einem Tag mit widrigen Windverhältnissen mochte so mancher in die Luft gehen. Dieser Wakeboarder nahm's wörtlichFoto: okpress/Kieler Woche
Abgehoben: An einem Tag mit widrigen Windverhältnissen mochte so mancher in die Luft gehen. Dieser Wakeboarder nahm's wörtlich

Spannung gibt’s auch beim Kampf der 49er, den Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann mit einem Wettfahrtsieg zum Abschluss offenhalten. Als Vierte sind sie nur zwei Punkte hinter Tobias Schadewaldt/Johannes Baumann, die schon in Weymouth die besten Deutschen waren. Bei den 470er-Männern geht es zwischen den Sechsten Lucas Zellmer/Heiko Seelig und den nur einen Punkt vor ihnen liegenden STG-Kollegen Ferdinand Gerz/Patrick Follmann um die Maximierung der Qualifikationspunkte. Im paralympischen 2,4 mR setzte sich der leichte Abwärtstrend des bis gestern führenden Kröger fort, der mit zwei für ihn mäßigen Ergebnissen hinter die Britin Megan Pascoe auf Platz 2 zurückfiel. Beim Frauen-Matchrace war für Silke Hahlbrock im Viertelfinale mit einer 2:3-Niederlage gegen die Amerikanerin Genny Tulloch Endstation. Am Ende musste sich Team Hahlbrock mit dem enttäuschenden achten Rang bescheiden.

Heute ab 10.30 Uhr gibt es die Medalraces. Finn und RS:X-Frauen machen den Anfang.

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