Dieser 1. Advent ist kein guter Tag für Lennart Burke und Melwin Fink. Das Team Next Generation Sailing hat am frühen Morgen die Globe40-Rennleitung über ein schweres technisches Problem mit dem Rigg seiner Class40 informieren müssen. Seitdem arbeitet das Duo aus Hamburg im Indischen Ozean auf Etappe drei von La Réunion nach Sydney fieberhaft daran, Rigg und Boot zu sichern und alle Optionen zu prüfen.
Was ist passiert? Das Team hat darüber informiert, dass der Bumerang (Salingsbeschlag) am Mast, auf dem die Saling steckt, sowie die rausgerissene Unterwante, gebrochen sind. Der Mast stehe zwar “glücklicherweise noch”, hieß es in einer Pressemitteilung der Mannschaft am Sonntagabend, könne aber nur minimal belastet werden. Die Bilder von See zeigen, mit wie wenig Segelfläche das Team Next Geneartion Boating am Sonntag zuletzt unterwegs war.
Lennart Burke und Melwin Fink lagen zum Zeitpunkt des Bruchs auf der dritten Etappe auf Platz drei hinter dem am Sonntagabend führenden Team Belgium Ocean Racing – Curium und “Crédit Mutuel”. Die beiden Weltumsegler aus Hamburg haben ihre Segel runtergeholt und bewegten ihr Boot vorerst sehr vorsichtig im vierten Reff mit Wind von hinten.
Zu dem Schaden sei es “während des passiven Segelns ohne übermäßige Belastung” gekommen, vermeldeten die jüngste, aber dennoch vergleichsweise erfahrene Crew in der Globe40-Flotte. Den beiden Seglern gehe es gut, sie seien nicht in Gefahr. Allerdings belastet sie nun die Suche nach Antworten auf die Frage, wie es für sie bei ihrer ersten Weltumseglung weitergehen kann.
Burke und Fink sind bereits mit dem Mastenhersteller und parallel auch mit der Rennorganisation in Kontakt. Ein Ersatzteil müsste erst produziert werden und dann auch schnellstmöglich zum Boot gelangen. Die Planungen dafür und die Überlegungen zum weiteren Vorgehen in der laufenden Etappe waren am Sonntagabend noch lange nicht abgeschlossen.
Laut Team gehe es vorerst vor allem darum, den Mast zu sichern und nicht zu verlieren. Deshalb segelt das Team auf nördlichem Kurs, will sicherere Gewässer ansteuern und den angekündigten Stürmen im Süden aus dem Weg gehen. Eine Entscheidung, welchen Nothafen Next Generation Boating Around the World nun anlaufen kann und wie es dann weiter geht, steht noch aus.
In der Pressemitteilung des deutschen Globe40-Teams hieß es: “Aktuell zählt nur die Sicherheit für Mensch und Material. Schwere Stunden für unser junges deutsches Team, welches fieberhaft an einer Lösung arbeitet.” Klar ist, dass der unglückliche Bruch an der Salingwurzel nicht auf dem Wasser regattatauglich in den Griff zu bekommen ist. Wie es anders gehen könnte, wird auf dem Wasser und an Land geprüft.