Gewinnertörn"Ein toller Tag auf einer Traumyacht"

Johannes Erdmann

 · 23.06.2011

Gewinnertörn: "Ein toller Tag auf einer Traumyacht"Foto: YACHT / J. Erdmann

Vier Gewinner des YACHT/HTC-Preisausschreibens um das lustigste Foto erlebten einen unvergesslichen Segeltag auf der Kieler Förde

Der Blick aus dem Fenster lässt schaudern. Tief hängen die Wolken über der Kieler Förde. Dick, grau und ganz offensichtlich voller Wasser. Eigentlich kein gutes Vorzeichen für den Gewinnertörn, den die YACHT in Kooperation mit HTC kurzfristig verlost hatte. Einen Segeltag auf dem klassischen Zwölfer "Vanity V", der für die vier Gewinner und ihre vier Begleitpersonen zum eindrücklichsten Erlebnis ihrer Seglerkarriere werden soll. Doch bei Regen macht selbst solch ein wunderschönes Schiff keinen Spaß mehr.

Punkt zehn Uhr sammeln sich die Gewinner am Samstagmorgen in Kiel-Schilksee vor der Vaasahalle. Jung und alt. Mehr jedoch jung als alt, weil das Preisausschreiben vor allem durch die Facebook-Seite der YACHT Verbreitung gefunden hatte. Man tauscht sich aus, erkennt sich von den Fotos wieder. Drumherum geschäftiges Treiben. Es ist der erste Tag der Kieler Woche, alle Uferflächen sind mit Jollen belegt. Dazwischen Pavillons von Segelmachern, Bekleidungsherstellern und vielem mehr, so weit das Auge reicht. Die Olympiaausscheidung im 470er steht für diesen Tag auf der Agenda. Die "Vanity V" ist im ganzen Hafen nicht auszumachen. Kein Wunder, sie liegt vor dem Yachthafen in Wartestellung und kam extra am selben Morgen aus Dänemark.

  Gewinner Klaus Wagner mit neuem SmartphoneFoto: YACHT/ J. Erdmann
Gewinner Klaus Wagner mit neuem Smartphone

Per Rib werden die zwölf Mitsegler ausgebootet. Das Schiff ist ja auch ein Zwölfer … Ein ungewohntes Gefühl, sich auf dem schmalen Schiff mit geringem Freibord zu bewegen. Eine Reling fehlt gänzlich, doch das absolut rutschfeste Pinienholz-Deck schafft ein Gefühl von Sicherheit. Jeder Gast bekommt eine Regatta-Rettungsweste, darüber ein bordeigenes Ölzeug. Mit der Weste darunter passen auch den zierlicheren Personen plötzlich die großen Jackengrößen. Kaum sind alle eingekleidet, beginnt ein kurzes Sicherheitsbriefing. Der Skipper spricht nur Englisch, macht auf die Fluchtwege (" … here and here and here …") aufmerksam und verspricht, Über-Bord-Gefallene schnellstmöglich wieder einzusammeln. Dann kommt ein erster Höhepunkt. Die vier Preisträger erhalten jeweils ein Smartphone von HTC, mit dem sie während des Tages Fotos machen und sie auf den Facebook-Seiten von YACHT und HTC posten sollen. Kurz darauf rasseln an Deck die Schoten in den Blöcken. Die "Zwölf" im Segel steigt gen Himmel, die eng genähten Bahnen des Großsegels werden von Wind gefüllt. "Vanity V" neigt sich majestätisch auf die Seite und nimmt sofort Fahrt auf. Das Wasser spritzt, das Kielwasser brodelt. Grinsende Gesichter. Segeln in seiner schönsten Form.

Per RIB werden die Gewinner zur "Vanity V" ausgebootet
Foto: YACHT/ J. Erdmann

Das Wetter klart auf. In der Kieler Förde kreuzen zahlreiche Zwölfer, segeln eine Klassiker-Regatta. "Vanity V" schließt sich spontan an, segelt mit den Schwesterschiffen um die Wette. Jeder der Teilnehmer darf einmal an die Pinne. Ein unwirkliches Gefühl, solch ein großes Schiff zu führen. Ein Erlebnis, das nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Gewinnerin Birte Lämmle, 30, ist für gewöhnlich auf einer neun Meter langen Albin Ballad unterwegs. Das Segeln auf dem Zwölfer findet jedoch viel näher am Wasser statt: "ein herrliches Schiff". Auch Gewinner Klaus Wagner, 63, ist begeistert: "Was für ein toller Tag auf einer Traumyacht."

Sturmfrisur, Klaus Wagner, 63, aus Hamburg
Foto: Privat

Bei herrlichen Sonnenschein geht es mit acht Knoten und raumem Wind die Förde hinunter hinaus auf die Ostsee. Wer hätte gedacht, dass sich der Tag noch so schön entwickeln würde? Doch dann, kurz vor dem Leuchtturm Kiel, schlägt das Wetter plötzlich um, die dicken Wolken kehren zurück. Es fängt an zu wehen. Die Zeit ist zu knapp, um das Segel zu reffen. 20 Minuten lang prügelt das Schiff im Starkwind zurück nach Kiel, der Regen und die Gischt wehen waagerecht über Deck. Gelbe Kapuzen leuchten von Deck der "Vanity V". Als es aufklart, liegt Schilksee bereits wieder vor dem Bug. Ein toller Törn auf einem atemberaubenden Schiff geht zu Ende. Dazu mit einer Bordcrew, die entspannter kaum sein könnte. "Es ist erstaunlich, wie locker der Skipper war", sagt Frank Heydasch, 27. "Wir konnten überall an Deck herumlaufen und den Kurs vorgeben. Das Schiff gehörte für sieben Stunden komplett uns."

Dieser Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung.

Während sich die Gäste freudestrahlend auf den Weg nach Hause machen, verlässt "Vanity V" still und leise den Vorhafen von Kiel-Schilksee. Die Genua geht am Vorstag auf. Die Crew hat noch einen langen Weg vor sich und wird durch die Nacht nach Dänemark segeln.