​HafengeburtstagEin Genuss für Liebhaber von Traditionsseglern

Antonia von Lamezan

 · 17.04.2026

Die Auslaufparade mit vielen großen Schiffen.
Foto: Hamburg Messe und Congress / Nicolas Maack
Hamburg feiert vom 08.-10. Mai 2026 seinen 837. Hafengeburtstag. Das dreitägige Fest begeistert mit Schiffsparaden, Schlepperballet und Feuerwerk jedes Jahr ein Millionenpublikum. Selten sind so viele Traditionssegler zusammen zu sehen. Die wichtigsten Programmpunkte im Überblick.

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Wenn tonnenschwere Schlepper Ballett tanzen, mitten auf der Elbe eine Showbühne schwimmt und Traditionssegler neben modernen Forschungsschiffen Parade fahren - dann ist in Hamburg Hafengeburtstag.

Die Hansestadt verwandelt ihren Hafen in eine sechs Kilometer lange Festmeile: vom Elbstrand am Museumshafen Oevelgönne bis in die HafenCity. Sowohl Schiffsbegeisterte als auch Landratten kommen voll auf ihre Kosten.

Einlaufparade eröffnet das Fest

Das Wasserprogramm startet mit der großen Einlaufparade am Freitag, den 8. Mai. Zwischen 13:30 und 14:30 Uhr treffen die Schiffe im Hafen ein. Den besten Blick haben Crews direkt von Bord ihrer Yachten auf der Elbe, aber auch von den Uferpromenaden lassen sich die einlaufenden Schiffe aus nächster Nähe bestaunen. Allen voran sind die Landungsbrücken bei Schaulustigen beliebt, allerdings ist es dort auch immer brechend voll. Wer Alternativen sucht, findet an erhöhten Aussichtspunkten einen besonders guten Panoramablick, etwa am Altonaer Balkon, auf der Elbphilharmonie-Plaza oder im Antonipark (Park Fiction). Wer das Gedränge vermeiden möchte, fährt zum Rüschpark nach Finkenwerder. Ein Fernglas lohnt sich aus jedem Blickwinkel. Besucher sollten möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, da nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen.

Open Ship“ - Schiffe zum Anfassen

Zahlreiche Schiffe öffnen für Besucher ihre Decks: von beeindruckenden Großseglern über historische Dampfschiffe bis hin zu modernen Forschungs- und Einsatzschiffen der Polizei. An Bord lassen sich Decks und Brücken erkunden, während Takelage, Technik und Details aus nächster Nähe erlebbar werden. Die Besatzungen an Bord sind offen für einen kurzen Schnack und Fragen.

Die Besichtigungs-Schiffe sind über das gesamte Festgelände verteilt. Während die Landungsbrücken und die Überseebrücke die meisten Besucher anziehen, finden sich im Sandtorhafen (HafenCity) und im Hansahafen (erreichbar mit dem Shuttle-Dampfer ab Landungsbrücken, Brücke 10) weitere Hingucker – oft mit etwas kürzeren Wartezeiten. Wer sich rechtzeitig einen Platz sichert, kann sogar beim Mitsegeln auf der Elbe dabei sein.

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(Das vollständige Programm der Open Ship Reihe 2026 finden Sie hier. Programmänderungen vorbehalten.)

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Großsegler und Traditionsschiffe

„Statsraad Lehmkuhl“

  • 08. Mai, 18:00 – 23:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Die stählerne Dreimast-Bark ist ein norwegisches Segelschulschiff. Sie wurde 1914 in Geestemünde, Bremerhaven gebaut. Zum Hafengeburtstag ist sie Stammgast.

  • 09. Mai, 10:00 – 16:00 Uhr | 10. Mai, 10:00 - 18:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Die „Rickmer Rickmers“ lief 1896 in Bremerhaven vom Stapel. Sie ist ein dreimastiges Segelfrachtschiff mit Stahlrumpf. Heute liegt sie dauerhaft als Museums- und Denkmalschiff im Hamburger Hafen.

„Peking“

  • geführte Rundgänge
  • 08., 09. und 10. Mai, 10:00 Uhr
  • Ort: Hansahafen, Shuttle-Service per Barkasse ab den Landungsbrücken

Die Viermast-Stahlbark wurde im Auftrag der Reederei F. Laeisz als Teil der „Flying P-Liner“-Flotte gebaut. Im Jahr 1911 lief sie bei Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel. Konzipiert war sie als Frachtschiff für den Salpeterhandel mit Chile. Nach ihrer aktiven Fahrzeit lag die „Peking“ ab 1932 in England und den USA, bis sie 2017 in einem Dockschiff zurück nach Hamburg überführt und aufwändig restauriert wurde.

Moderne Einsatz- und Forschungsschiffe

BP 81 „Potsdam“

  • geführte Gruppentouren mit Virtual-Reality-Einsatzerlebnis
  • 09. und 10. Mai, 10:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Das Einsatzfahrzeug der Bundespolizei, BP 81 „Potsdam“ ist 86 Meter lang und wurde 2018 fertiggestellt. Es bietet Einblicke in die Arbeit der Polizei auf hoher See, inklusive High-Speed-Beibooten, Hubschrauberlandeplatz und moderner Überwachungstechnik.

„Atair“

  • 09. und 10. Mai, 10:00 – 16:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Die „Atair“ ist eines der modernsten Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe Deutschlands. Sie ist mit diversen Messinstrumenten ausgestattet und hat einen Diesel-Gas-Elektro-Antrieb. Seit ihrer Erstwasserung 2020 ist sie auf der Nord- und Ostsee sowie im Atlantik unterwegs.

  • Mehr zur Arbeit der „Atair“ ist hier zu lesen.

„Seefalke“

  • 09. Mai 2026, 10:00 – 17:00 Uhr | 10. Mai 2026, 10:00 – 13:00 Uhr
  • Ort: Überseebrücke Hamburg

Das Fischereischutzboot der deutschen Küstenwache ist seit 2008 in Betrieb. Es wurde dafür konzipiert, die Fischerei in der Nord- und Ostsee zu überwachen.

Technik-Denkmäler

Bürgermeister O'Swald / „Elbe 1“

  • 09. Mai, 10:00 – 18:00 Uhr | 10. Mai, 10:00 – 13:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Von 1948 bis 1988 lag die „O’Swald“, oft genannt „Elbe 1“ als Feuerschiff vor der Elbmündung, um den Schiffsverkehr zu sichern. Heute kann man die originalgetreuen Unterkünfte und die historische Funkstation besichtigen.

Bleichen

  • 08., 09. und 10. Mai, 10:00 – 16:00 Uhr
  • Ort: Hansahafen, Shuttle-Service per Barkasse ab den Landungsbrücken

Die „Bleichen“ wurde 1958 in Rendsburg gebaut. Sie ist ein typischer Stückgutfrachter, wie sie vor dem Aufkommen der Containerschiffe im Einsatz waren. Bis 1970 brachte die „Bleichen“ Papier von Finnland nach Deutschland. Unter wechselnden Eignern wurde sie bis 2006 weiterhin im Massenguttransport genutzt. Seit 2007 ist das Schiff im Hamburger Hafen als Museumsschiff für Besucher zugänglich. In dem riesigen Laderaum finden heute regelmäßig Konzerte statt.

„Elbe“

  • 09. Mai, 09:00 - 10:30 Uhr | 10. Mai, 10:00 - 13:00 Uhr
  • Ort: St. Pauli Landungsbrücken

Der historische Hochseeschlepper Elbe wurde 1959 in den Niederlanden in Dienst gestellt. Das über 50 Meter lange Kraftpaket gehörte zu den stärksten Bergungsschleppern seiner Zeit. Die „Elbe“ war in verschiedenen Rollen noch bis 2002 im Einsatz. Seitdem wird sie als Museumsschiff genutzt.

Liverpool als Partnerstadt

Großbritannien ist mit der Stadt Liverpool diesjähriger Länderpartner. Wie Hamburg, ist Liverpool eine historische Hafenstadt mit maritimer Tradition, Fußball-Leidenschaft und Erbe der Beatles. Die jungen Musiker aus Liverpool feierten als Band in Hamburg ihre ersten großen Erfolge. An der Kehrwiederspitze stellt Liverpool Innovationen maritimer Technologie und klimaschonender Schifffahrt vor und richtet ein popkulturelles Bühnenprogramm aus. Für das leibliche Wohl werden Fish & Chips und regionale Biersorten angeboten.

Wenn Schlepper tanzen

Das Highlight des Hafenfestes folgt am Samstagnachmittag, mit dem weltweit einzigen Schlepperballett. Zu klassischer Musik vollführen die bulligen Arbeitsschiffe vollführen filigrane Figuren und synchrone Manöver. Bunte Rauch-Effekte ergänzen das Spektakel.

Weitere Höhepunkte

An der Schaartorschleuse geht es sportlich zur Sache: Drachenbootrennen und SUP-Board-Wettbewerbe sorgen für Spannung. Im Museumshafen Oevelgönne sind Rundfahrten auf Festmacherbooten möglich. Die Landungsbrücken werden Schauplatz der simulierten Rettungsaktion „SOS – Joint Rescue Operation“. Bundeswehr und Polizei, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei, die DGzRS, der ADAC sowie das THW zeigen, wie im Ernstfall Menschenleben gerettet werden. Dabei kommen unter anderem ein Marinehubschrauber und verschiedene Rettungsboote zum Einsatz.

Bühnen für jeden Geschmack

Über das gesamte Festgebiet verteilen sich Live-Bühnen mit unterschiedlichen Programmen. Das Open Air an den Landungsbrücken präsentiert ein vielseitiges Programm: Von Bands wie „Raum 27“ und „Le Fly“ über maritime Shantys bis hin zu einem Kinderchor und Akkordeonorchester.

Die „Rock Antenne Hamburg“-Bühne setzt auf regionale Acts. Am Museumshafen Oevelgönne stehen Jazz, Blues, Rock und Seemannslieder im Mittelpunkt und beim „Harbour Beatz“ an der Bar StrandPauli wird unter freiem Himmel getanzt. Das Harbour Pride & Street Art Festival an der Fischauktionshalle feiert die LGBTQ+-Community im Zeichen einer weltoffenen Stadt und heißt alle Besucher willkommen.

Herzstück ist die schwimmende Bühne „Elbe in Concert“. Neben Comedy und Chören treten hier große Stars als Überraschungsgäste auf – in den vergangenen Jahren kamen Nina Chuba und Lotto King Karl an Bord.

Flanieren, Feiern – und ein Feuerwerk

Die Hafenmeile entlang der Jan-Fedder-Promenade (Landungsbrücken) lädt zum Schlendern ein. Food-Trucks, Fischbrötchen-Stände und Bierwagen sorgen für Verpflegung. Am Samstagabend zwischen 22:45 und 23:00 Uhr endet der Tag mit einem Feuerwerk über der Elbe.

Den Abschluss bildet die Auslaufparade am Sonntag: Die Schiffe verlassen den Hamburger Hafen elbabwärts, begleitet von Schiffshörnern und winkenden Zuschauern an den Ufern. Der Hafengeburtstag eine seltene Gelegenheit, maritime Geschichte zu erleben, legendäre Traditionssegler und moderne Schiffstechnik aus der Nähe zu studieren und sich von der Vielfalt der Seefahrt inspirieren zu lassen.


Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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