MessenBeneteau erwägt weitreichende Absage an die boot Düsseldorf

Jochen Rieker

 · 13.12.2020

Messen: Beneteau erwägt weitreichende Absage an die boot DüsseldorfFoto: Messe Düsseldorf/ctillmann
Beneteau erwägt weitreichende Absage an die boot Düsseldorf
Herber Rückschlag für die Leitmesse des Wassersports: Die weltgrößte Werftgruppe wird wohl nur mit Mininmalbesetzung an den Rhein kommen – wenn überhaupt

Noch hat die Beneteau-Gruppe, zu der unter anderem Jeanneau, Lagoon, Excess, Prestige und mehrere andere international führende Marken gehören, den Schritt noch nicht offiziell verkündet. Doch wie YACHT online aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfahren hat, steht der Entschluss seit heute fest: Der Branchen-Primus wird an der erst vor Kurzem von Januar auf Ende April verschobenen boot Düsseldorf nicht wie gewohnt mit allen Marken und großem Programm teilnehmen. Selbst eine Komplett-Absage steht im Raum.

Es ist nicht nur ein symbolischer Verlust: Mit dem weitgehenden Rückzug fehlen der Messe auf einen Schlag mehrere Dutzend wichtige Yachten, darunter etliche Premieren, sowie mehrere tausend Quadratmeter verkaufter Fläche. Denn die Beneteau-Gruppe ist in der Summe ihrer Einzelstände auch der größte Aussteller der boot Düsseldorf. Ihr Teilausfall wird kaum zu kompensieren sein.

Schon zuvor hatten sich zahlreiche namhafte Werften Corona-bedingt gegen eine Messe-Präsenz am Rhein entschieden, darunter Oyster, X-Yachts und Hanseyachts. Nach YACHT-Informationen steht die boot auch bei Nautor's Swan, Grand Soleil, Solaris und anderen noch infrage.

Gut möglich, dass es dabei nicht bleibt, zumal der Ausweichtermin etwa für Ausrüster, Segelmacher und Bootsbauer wegen der Mitte/Ende April auf Hochtouren laufenden Auslieferungssaison ohnehin nicht besonders günstig liegt.

Wie Beneteau-Verantwortliche gegenüber der YACHT mitteilten, erschwere der neue Termin die Teilnahme. Viele Händler hätten eingewendet, dass sie weder genug Schiffe noch genug Personal hätten, um Mitte April die boot Düsseldorf zu ermöglichen.

Einige Hersteller hatten zuletzt ihre Buchung gleichwohl bekräftigt, darunter Hallberg-Rassy aus Schweden und Saffier Yachts aus Holland, die ungeachtet der Verschiebung an der boot festhalten wollen.

  Überrascht, aber noch zuversichtlich: Petros Michelidakis, Porjeleiter der boot in DüsseldorfFoto: Messe Düsseldorf Überrascht, aber noch zuversichtlich: Petros Michelidakis, Porjeleiter der boot in Düsseldorf

Der Projektleiter der boot Petros Michelidakis erfuhr heute Mittag erst durch die YACHT von den Rückzugsplänen der Beneteau-Gruppe. Er zeigte sich äußert überrascht, zumal der Vizechef von Beneteau Gianguido Girotti, der auch einen Sitz im Messerat innehat, bisher "stets versichert hat, dass er die Verschiebung von Januar auf April mittrage". Deshalb gab sich Michelidakis auch zuversichtlich, die Entscheidung noch beeinflussen zu können. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte er.

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Hinweis der Redaktion: In der Ursprungsfassung war zunächst von einem Komplettrückzug der Beneteau-Gruppe berichtet worden Nach weiteren Stellungnahmen aus dem Unternehmen wurde diese Information jedoch leicht abgemildert. Jetzt ist von einer "sehr weitgehenden Reduzierung" des ursprünglichen Messe-Programms die Rede.

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Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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