MesseBoot-Premieren, Teil IX: Euphoria 54

Jochen Rieker

 · 24.01.2015

Messe: boot-Premieren, Teil IX: Euphoria 54Foto: YACHT/M. Strauch

Erster Auftritt in Düsseldorf für das erste Modell der neuen Luxus-Linie von Sirena Marine – ist die Euphoria 54 eine Swan des Südens?

Die Türkei ist im Bootsbau zu einer ernsthaften Größe geworden. Nicht nur aufregende Superyacht-Projekte entstehen hier, auch in der Serienfertigung beweist das Land an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident Ambitionen.

Insbesondere Sirena Marine gibt sich zielstrebig. Nach der erst vor wenigen Jahren gestarteten Performance-Reihe Azuree will das hochmoderne Unternehmen mit der neuen Euphoria-Linie nun auch in der Luxusliga mitmischen.

Die Linien der Euphoria 54 stammen von Altmeister Germán Frers und wirken unaufdringlich elegant. Schön der Übergang vom Aufbau ins Deck...
Foto: YACHT/M. Strauch

Auf der boot Düsseldorf ist deren erstes Modell zu sehen, die Euphoria 54. Sie verbindet sehr saubere, klare Linien mit dem Eindruck zurückhaltender Noblesse. Das wirkt schon auf den ersten Blick überzeugend und wird auch nach Jahren noch gefallen. Eine Erscheinung, die man sonst bei aktuellen Swans findet – unaufgeregt, aber distinguiert.

Die Nähe zu Nautor kommt nicht von ungefähr. Der Brite Patrick Lilley, langjähriger England-Repräsentant der finnischen Nobelmarke, ist Teil des Topmanagements bei Euphoria. Und Germán Frers, der seit den achtziger Jahren für Nautor arbeitet, lieferte die Konstruktionszeichnungen.

Die 54 ist für den Betrieb mit kleiner Crew konzipiert. Alle Kontrollleinen sind in die Plicht geführt, die meisten bis an die beiden Steuerstände. Elektrowinschen von Harken erleichtern die Bedienung. Das Groß wird vor dem Niedergang geschotet, was die Crew im Manöver unbehelligt lässt von der Schot und die Nutzung eines Biminis vereinfacht.

Bei den Tests im Rahmen der Wahl zu Europas Yacht des Jahres gefiel die Euphoria 54 mit agilen Segeleigenschaften und einem guten Gefühl fürs Ruder. Das aus Kohlefaser laminierte Blatt lässt sich leicht und präzise führen, was auch den sehr guten Lagern von JP3 zu verdanken ist.

Germán Frers beschreibt die Auslegung der Yacht so: "Mein Ziel war es, einen zeitgemäßen, seegerechten und sicheren 54-Fußer zu zeichnen, der gute Leistung mit höchstem Luxus unter Deck verbindet. Die Rumpfform mit ausgeprägtem U-Spant und das Deckslayout bieten eine gute Balance zwischen Performance, Bedienungsfreundlichkeit und Komfort." Obwohl es auf Wunsch ein Carbonrigg mit stark ausgestelltem Squarehead-Topp im Groß gibt, das ein Mehr an Leistung verspricht, sei die Euphoria "vorrangig für Fahrtensegler und den Charterbetrieb gedacht, die das einfache Handling schätzen", so der Konstrukteur.

Den sauber ausgeführten Ausbau in gekalkter Eiche hat Design Unlimited entworfen. Er wirkt weitläufig und modern, in vielen Details auch aufwändig und raffiniert. So sind die Türöffner am hübsch formverleimten Navitisch seitlich versteckt angebracht, um die Linien nicht zu brechen. Auch der Schrank, in dem Weingläser und Flaschen untergebracht werden können, folgt diesem Prinzip, ebenso der hübsch integrierte Schreib- und Schminktisch in der Eignerkammer im Vorschiff.

Der ausführliche YACHT-Test folgt in Kürze. Hier die technischen Daten der Euphoria 54

  • Rumpflänge 16,46 m
  • Länge Wasserlinie 14,96 m
  • Breite 4,90 m
  • Tiefgang 2,40 m / 3,00 m
  • Masthöhe 25,40 m
  • Verdrängung 17,9 t
  • Ballast 6,2 t
  • Segelfläche Groß 95,0 qm
  • Segelfläche Genua 71,0 qm
  • Tankkapazität Diesel 450 l
  • Tankkapazität Wasser 550 l

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