Edinburgh-Regatta16 Yachten von 21 gaben auf

Nordseewoche

 · 26.05.2013

Edinburgh-Regatta: 16 Yachten von 21 gaben aufFoto: U. Kowarz

Extreme Bedingungen fordern viele Aufgaben. So einen Sturm hat es wohl in der Geschichte des Edinburgh Race noch nicht gegeben

Wind bis 50 Knoten, Wellen bis acht Meter und für die Jahreszeit ungewöhnliche Kälte dezimierten das Regattafeld extrem. Einige Yachten mussten noch kurz vor dem Ziel aufgeben, so auch am frühen Morgen des Freitags der russische Teilnehmer "Brainwash". Die Segel zerrissen, kein Strom mehr für Instrumente und völlig ausgelaugt entschloss sich die Crew, den Motor anzuwerfen. Schon am Donnerstagmorgen war auf der zwölf Meter langen Winner-Yacht der Generator ausgefallen und damit der Funk. In Landnähe konnten sie via SMS eine Statusmeldung abgeben. Inzwischen liegt "Brainwash" in Granton Harbour, dem Hafen von Edinburgh.

Auch die kleine "Arrabiata" musste auf den letzten 50 Meilen kurz vor dem Eingang des Firth of Forth abdrehen, ist nach Blyth abgelaufen und war gegen 3 Uhr morgens im Hafen. An Bord der Sun Fast 3200 sind alle wohlauf. Diverse Schäden am Schiff zwangen die Crew zur Aufgabe.

Am Donnerstag kurz vor Mitternacht ist die "Magic" als Dritte ins Ziel gekommen. "Das war wohl meine härteste Tour. Das Wasser war so kalt wie die Luft. Sechs Grad. Wir hatten etwa fünf Meter Welle. In einer Welle ist ein Nutellaglas durch den Salon geschossen und hat Thorsten Eylmann am Kopf getroffen." Jan Hamester von der Frers 52 "Magic" der Segelschule Well Sailing ist ein erfahrener Skipper, "ich habe das gleich getaped, dann war alles wieder in Ordnung" erzählt er. "Die Frers ist mehr durch die Welle als über sie gegangen. Im Vergleich zu den anderen Booten, die ich gesegelt habe, war das ungewohnt. Aber das Seeverhalten war unter Deck sehr angenehm, da konnte man sich gut erholen." Hamester hat bisher viele leichte Boote wie Figaro oder Pacer 36 gesegelt. "Ich habe mich gewundert, wie lange Yachten wie die Sun Fast 3200 ‚Arrabiata’ oder die ‚Pogo’ im Rennen geblieben sind, die sind eigentlich nicht für die Kreuz gebaut."

Etwa zweieinhalb Stunden später kam die "Pogo 1", eine Pogo 40 von Sailing Island, ins Ziel. Für die Yacht war das Rennen die Qualifikation fürs Fastnet Race. "Ich bin froh, dass die heil ins Ziel gekommen sind." Markus Seebich, Geschäftsführer der Segelschule, ist deutlich erleichtert. "Die Crew wird jetzt sicher noch tief schlafen."

Am Samstag kam dann um 16:55 MESZ die Swan 441 "Charisma" unter Skipper Constantin Claviez als letzte ins Ziel vor Edinburgh. Ihre Nordroute war die seemännisch beste Alternative, angesichts der Wetterlage ein Schiff mit diesem Geschwindigkeitspotenzial sicher ins Ziel zu bekommen.

Endergebnisse berechnet:
Gruppe ORCi 1
1. "Norddeutsche Vermögen Hamburg", 2:23:27:31 Tage
2. "Scho-Ka-Kola", 3:05:39:48
3. "Magic", 3:12:04:55

Gruppe ORCi 2
1. "Charisma", 5:00:56:09

ORCC (ORC Club)
1. "Pogo 1", 3:20:18:11