Reparatur

Werkstatt: Das Teakdeck sanieren mit Epoxid

Hauke Schmidt

 · 21.02.2021

Werkstatt: Das Teakdeck sanieren mit EpoxidFoto: Hauke Schmidt

Der Austausch eines defekten Holzdecks kann zum wirtschaftlichen Totalschaden werden. Die Stäbe nachträglich zu verkleben ist eine günstige Alternative

Schiffig, rutschfest und edel – ein Teakdeck ist für viele nach wie vor der Inbegriff des Yacht-Decks. Doch mit den Jahren kann sich der Traum leicht zum Alptraum entwickeln, denn das Holzdeck ist ein Verschleißteil. Die Lebensdauer hängt stark von der Holzqualität, der fachgerechten Verlegung und der Pflege ab. Aber selbst, wenn alles optimal läuft, ist nach spätestens 30 Jahren eine Grundüberholung fällig. Häufig zeigen die Fugen schon deutlich früher Auflösungserscheinungen.

  Trauriger Anblick. Die originalen Fugen haben sich gelöst, das Holz ist stark ausgewaschen, Stäbe sind verzogen, und viele Pfropfen fehlenFoto: Hauke Schmidt
Trauriger Anblick. Die originalen Fugen haben sich gelöst, das Holz ist stark ausgewaschen, Stäbe sind verzogen, und viele Pfropfen fehlen

Wasser dringt ein, und die Stäbe verziehen sich, verrotten von unten, oder sie werden im Winter durch den Frost vom Deck gezogen. Ähnlich desolat präsentierte sich das Deck der gut 35 Jahre alte LM Mermaid 290. Die Fugen waren spröde und fast überall abgelöst, zudem war das Holz stark verwittert und ausgewaschen. Besonders übel sah das Vorschiff aus. Der Fisch war gerissen, und einzelne Stäbe hatten sich aufgewölbt.

  Die Epoxid-Füllpaste kommt im 500-Gramm-Gebinde und wird nach Gewicht oder Volumen gemischt. Ein Gebinde reicht für etwa 12 MeterFoto: Hauke Schmidt
Die Epoxid-Füllpaste kommt im 500-Gramm-Gebinde und wird nach Gewicht oder Volumen gemischt. Ein Gebinde reicht für etwa 12 Meter

Der erste Reflex: Das muss alles neu! Doch damit wäre das Schiff ein wirtschaftlicher Totalschaden, denn Teakholz ist teuer, und die Verlegearbeiten fressen viele Bootsbauer-Stunden. Wer ein neues Teakdeck mit 10 Millimeter Stärke bei einer Werft in Auftrag gibt, muss mit etwa 2200 Euro pro Quadratmeter rechnen. Damit wird klar, dass ein neues Deck deutlich mehr kostet, als das Boot wert ist.

  Die Paste wird mit einem Spachtel zügig eingearbeitet. Dabei kann das Deck nass ins nass verfugt werden, es kann aber auch abschnittsweise vorgegangen werdenFoto: Hauke Schmidt
Die Paste wird mit einem Spachtel zügig eingearbeitet. Dabei kann das Deck nass ins nass verfugt werden, es kann aber auch abschnittsweise vorgegangen werden
  Mit schwarz eingefärbtem Epoxid wird das Deck wieder stabil. Nach dem Schleifen sieht es fast aus wie neu und sollte noch einige Jahre haltenFoto: Hauke Schmidt
Mit schwarz eingefärbtem Epoxid wird das Deck wieder stabil. Nach dem Schleifen sieht es fast aus wie neu und sollte noch einige Jahre halten

Also sehen, was zu retten ist. Der gerissene Fisch muss ersetzt werden, doch die restliche Substanz ist nicht schlecht: 7 bis 8 Millimeter sind die Stäbe noch stark. Eine herkömmliche Überholung mit flexibler Fugenmasse scheidet trotzdem aus. Dann müssten nicht nur die Fugen ausgefräst, sondern auch alle gewölbten Stäbe gewechselt werden. Deutlich weniger Aufwand verspricht das nachträgliche Verkleben des Decks mit Epoxid. Dadurch entsteht eine in sich feste Einheit, die auch wieder mit dem Kunststoffdeck verbunden ist.

Welche Arbeiten dabei nötig sind, zeigen wir Schritt für Schritt in der YACHT-Werkstatt – in YACHT 5/2021, die ab heute im Handel und online erhältlich ist sowie als Digital-Version zur Verfügung steht.

Meistgelesene Artikel