UmweltKommt ein Antifouling-Verbot binnen?

Andreas Fritsch

 · 24.11.2014

Umwelt: Kommt ein Antifouling-Verbot binnen?Foto: Hersteller
Die Kupferbeschichtung färbt sich im Wasser schwarz
Das Umweltbundesamt hat 50 Yachthäfen auf Antifouling-Rückstände untersucht. Die Ergebnisse sind unschön. Nun werden Maßnahmen diskutiert
  Binnen vielleicht bald verboten? Antifouling an SportbootenFoto: Yacht/M.-S. Kreplin Binnen vielleicht bald verboten? Antifouling an Sportbooten

Es handelte sich um Stichproben, die auf die üblichen Biozide von Antifoulings untersucht wurden. In 35 Proben lagen die Ergebnisse für das Gift Irgarol über dem von der EU erlaubten Jahresdurchschnitts-Wert. 20 Prozent der Häfen überschritten auch den Grenzwert für Kupfer-Belastungen im Wasser. Zwar reicht eine einmalige Messung nicht aus, um eine zu hohe Jahresbelastung zu beweisen, doch das Umweltbundesamt bezeichnet die gefundenen Mengen als durchaus bedenklich.

In der Folge empfehlen die Biologen, zumindest in Binnenrevieren, die in sensiblen Umwelt-Bereichen liegen, ein Verbot von biozidhaltigen Antifoulings zu erwägen. Verordnen kann das Amt solche Verbote allerdings nicht, da diese Ländersache sind. Für die Küste sind solche Schritte noch nicht im Gespräch.

In der neuen YACHT-Ausgabe erläutern wir die genauen Ergebnisse der Studie und wie im Falle eines Verbotes die technischen Alternativen eigentlich aussehen. Denn neben Farben mit weniger oder keinem Biozid stehen auch noch Alternativen mit Boots-Reingungsanlagen zur Debatte. Jetzt in Heft 1/2015.

Im Zuge der Diskussion um mögliche Alternativen startet das Hamburger Forschungsinstitut Limnomar eine Studie zur Wirksamkeit von alternativen Produkten. Dafür werden noch Eigner von Schiffen in Binnen- und Küstenrevieren gesucht, die bereit sind, ihre Schiffe mit ausgesuchten Produkten zu testen. Im Laufe der Saison werden die Yachten aus dem Wasser genommen, begutachtet und gereinigt.

Wer mitmachen will: hier der Aufruf des Instituts mit Kontaktdaten

Aufruf zur Beteiligung an Reinigungsversuchen als Bewuchsschutztechnik in bewuchsarmen Revieren der Ostsee in der Saison 2015

Das Forschungslabor Limnomar führt zurzeit ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt Change (www.changeantifouling.com) durch, in dem umweltfreundliche und effektive Bewuchsschutzverfahren untersucht werden.
Im Rahmen dieses Projektes suchen wir Bootseigner von Jollen oder Jollenkreuzern mit aufholbarem Schwert, die in bewuchsarmen Revieren der deutschen Ostseeküste einen Wasserliegeplatz haben. Vorzugsweise werden Bootseigner mit Liegeplatz in den Boddengewässern der Darß-Zingster Boddenkette, Boddengewässer südlich Rügen, Strelasund und Peenestrom gesucht.
Die Reinigung soll mithilfe von Verfahren erfolgen, die direkt vom Boot aus am Liegeplatz und vom Eigner je nach Bewuchsentwicklung eingesetzt werden können. Hierzu wird eine spezielle reinigungsfähige Hartbeschichtung der Firma Wohlert (www.wohlert-lackfabrik.de) kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Voraussetzung ist, dass die auf dem Rumpf existierenden Antifoulingbeschichtungen auf eigene Kosten zuvor entfernt werden.
Das Reinigungsgerät wird selbstverständlich kostenlos zur Verfügung gestellt. Es erfolgt zu Beginn der Saison eine Einführung und eine gemeinsame Inspektion des Bootes in der Mitte und am Ende der Saison. Die Bootseigner sollten mit 3 – 4 Reinigungen pro Saison rechnen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:
Limnomar
Dr. Burkard Watermann
Bei der Neuen Münze 11
22145 Hamburg
Tel.: 040/6789911
watermann@limnomar.de

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Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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