Reinigung und WartungDieselgeruch an Bord entfernen und vermeiden

Michael Rinck

 · 19.10.2021

Reinigung und Wartung: Dieselgeruch an Bord entfernen und vermeidenFoto: Tiedt, C.
Dieser Anblick riecht fast schon: beim Tanken verschütteter Treibstoff
Ausgelaufener Kraftstoff kann ein Boot unbewohnbar machen. Wie sich der unangenehme und gesundheitsschädliche Dieselgeruch wieder entfernen lässt

Es soll ja Segler geben, die verbinden mit dem muffigen Geruch abgestandenen Bilgenwassers inklusive leichter Dieselnote und feucht eingepackter Segel Erinnerungen an schöne Sommertörns oder gemütliche Abende unter Deck, wenn oben der Wind durchs Rigg pfeift und der Regen auf den Aufbau prasselt. Zu viel Dieselgeruch wird aber von den meisten doch eher als störend empfunden, zudem ist er auch gesundheitsschädlich. Und ist der Dieselgeruch so stark, dass er in alle Polster und Bezüge eindringt und durch ausgiebiges Lüften nicht mehr verschwindet, dann ist es aus und vorbei mit der vermeintlichen Seefahrtsromantik – und das Boot ein Fall für eine aufwändige und teure Sanierung.

Laut Michael De Boer vom Versicherungsmakler Pantaenius machten Schäden wegen starken Dieselgeruchs an Bord etwas unter einem Prozent der Schadensfälle 2020 aus. Die Beseitigung kann aber leicht sehr teuer werden, da im schlimmsten Fall der gesamte Innenausbau raus muss, um die Verschmutzung zu beseitigen. Meistens läuft Kraftstoff unbemerkt aus. Wenn beim Tanken oder bei Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Maschine etwas daneben geht, dann kann der Diesel sogleich weggewischt werden. Nach gründlichem Lüften ist dann der Geruch schnell verflogen.

Ist allerdings eine Undichtigkeit am Tank oder den Kraftstoffleitungen vorhanden, kann sich der Diesel unbemerkt im Boot verteilen. Er fließt in kleine Ecken und Winkel; wenn es besonders schlecht läuft, saugen sich Bodenbretter oder Einbauten voll. Dann kann der Kraftstoff nicht mehr einfach nur weggewaschen werden. Da reichen schon ein paar 100 Milliliter.

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Hat der Kraftstoff den Weg in die Bilge gefunden, muss schnell reagiert werden. Was genau getan werden muss und wie sich Schäden frühzeitig erkennen und beheben lassen, steht in der neuen YACHT 22/2021.

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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