Holzrigg-PflegeIntensivkur für den Holzmast

Martin-Sebastian Kreplin

 · 22.04.2012

Holzrigg-Pflege: Intensivkur für den HolzmastFoto: YACHT/ S. Hucho

Regelmäßige Pflege und sinnvolle Reparaturen können dem alten Rigg ein langes Leben bescheren. Wir zeigen, wie Göhl & Co. gewartet werden

Vergessen schlummern sie den Winter über im Lager, bekommen im Frühjahr hektisch eine Schicht Lack aufgepönt, werden im Sommer Fallen und Schäkeln, Sonne und Regen schutzlos ausgeliefert und im Herbst lieblos auf die Böcke geworfen, während der Rumpf in aller Ruhe abgekärchert und eingewintert wird. Nein, Masten haben es nicht leicht. Was an einer Alu- oder Kohlefaserspiere ein Jahrzehnt lang spurlos vorübergehen kann, sorgt beim Holzmast für irreparable Schäden. Erst reißt der Lack, dann fault das Holz, zuletzt bricht der Mast ohne Vorwarnung. Wer schaut sich schon in der Saison sein Rigg regelmäßig mit dem Fernglas an?

Umso wichtiger ist es, den Holzmast rechtzeitig vor Saisonbeginn durchzuchecken. Dabei sind Schäden zumeist weniger offensichtlich als ein Spechtloch – was von Zeit zu Zeit durchaus vorkommt und für Gesprächsstoff sorgt. Stattdessen verbergen sich Risse, Fäulnisnester oder offene Leimfugen vielfach hinter Beschlägen oder Toppkappen. Schrauben von Rutscherschienen lösen sich, Salingsbeschläge klappern, und Drahtfallen zersägen den Fallenaustritt. Alles das ist kein Grund, auf den Fichtenstamm zu schimpfen und Umrüstgedanken zu hegen. Spieren aus Aluminium oder Carbon sind zwar pflegeleichter, müssen aber weder beim Gewicht noch beim Twist die bessere Wahl sein.

Damit der Holzmast aber ein Bootsleben lang hält, muss er regelmäßig gepflegt und gewartet werden, genauso wie das Schiff selbst. Wer sich einen Tag Zeit nimmt und vor dem jährlichen Schliff einmal alle Beschläge zur Kontrolle demontiert, schafft Klarheit, auf der für die kommenden Jahre aufgebaut werden kann. Da wird deutlich, ob der schwarze Fleck unterhalb des Vorstag-Beschlags nur eine kleine Verfärbung ist, ob eine Schraube korrodiert ist oder ob eingedrungenes Wasser das Holz aufgefressen hat.

Wie solche Stellen am besten zu reparieren sind, zeigen wir in der aktuellen Ausgabe der YACHT.

Meistgelesene Artikel