Segler, die auch bei kaltem Wetter unterwegs sind, haben die schönsten Liegeplätze für sich. Auch wenn es nachts besonders kalt werden kann, sorgt die warme Luft aus einer Diesel-Luftheizung für Behaglichkeit unter Deck. Dieser Heizungstyp ist für gewöhnlich sehr betriebssicher, einfach in der Bedienung und wartungsfrei. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Anlage mal streikt, was unschön ist, weil meist kein Techniker rasch zur Hilfe kommen kann.
Wir haben uns vom Heizungshersteller Webasto, erklären lassen, was Eigner notfalls selber richten und reparieren können, wenn es unversehens zum Ausfall kommt.
Die größten Fehlerquellen, so der Experte, sind die falsche Dimensionierung des Heizgerätes und ein unsachgemäßer Einbau an Bord. Eine zu groß ausgelegte Anlage beispielsweise wird immer im unteren Leistungsbereich arbeiten – mit der Folge, dass der Brenner schnell verschleißt.
Es empfiehlt sich daher, die Montage von einem Profi vornehmen oder diese zumindest nachträglich vom geschulten Techniker überprüfen zu lassen. Denn die fehlerfreie Funktion der Heizung ist vom richtigen Längenverhältnis von Brennluft- und Abgasschlauch genauso abhängig wie von ausreichender Strom- und Kraftstoffversorgung.
Ist dies gemeistert und die richtige Wahl für Kabel- und Kraftstoffleitungsquerschnitte und -längen getroffen, muss die warme Luft vom Gebläse durch einen Schlauch an Bord verteilt werden. Und hier wird es durchaus kompliziert: Jedem Meter Schlauch, jeder Abzweigung, jeder Kurve und jedem Ausströmer wird ein spezieller Wert zugeordnet, der dem Luftwiderstand entspricht. Wird das System zu lang und verzweigt, kommt hinten nichts mehr an, da das Gebläse überfordert ist. Das Ergebnis ist ein kaltes Schiff und eine wegen Überhitzung selbstabschaltende Heizung. Selbstbauer sollten sich also genau an die Herstellervorgaben halten und auch mögliche Fehlerquellen mit einkalkulieren. So kann der Luftschlauch, der durch den Schrank in der Pantry geführt ist, bei Lage von verrutschenden Töpfen und Pfannen zusammengedrückt werden. An solchen Stellen ist ein Abweiser nötig, und wenn es nur ein Stück Regenrinne ist, das darüber befestigt wird, so der Experte.
Neben Fehlern bei der Installation tritt ein häufiges Problem durch lange Standzeiten auf, meistens über die Sommermonate oder nach dem Winterlager: Der Kraftstoff ist aus den Leitungen verdunstet, und beim Start der Heizung dauert es, bis die Förderpumpe wieder Diesel angesaugt hat. In dieser Zeit hat der Brenner schon zweimal vergeblich gezündet; das Steuergerät stoppt den Betrieb und gibt am Bedienteil eine Fehlermeldung aus (in unserem Fall: „F 01“ – kein Start). Wird der Vorgang zu oft wiederholt, und es ist immer noch kein Kraftstoff im Brenner angekommen, versetzt das Steuergerät die Heizung in den Verriegelungsmodus („F 12“ – Heizgerätverriegelung).
Dann ist ein Reset nötig, dafür muss die Stromzufuhr für fünf Minuten unterbrochen werden (direkt an der Batterie, oder den Stecker am Steuergerät abziehen). Bei älteren Modellen konnte die Kraftstoffpumpe einfach kurz an die Batterie angeschlossen werden, um die Leitungen mit Diesel zu füllen, doch davor warnt der Experte nun entschieden. Die aktuellen Pumpen haben 8 Volt als Betriebsspannung und würden bei diesem Vorgehen sofort Schaden nehmen. Da hilft nur, die ganze Prozedur zu wiederholen, bis die Heizung anspringt. Oder vorbeugend sie auch im Sommer regelmäßig immer wieder mal für ein paar Minuten laufen zu lassen.
Läuft die Heizung, macht aber merkwürdige Geräusche, qualmt oder riecht unangenehm, stimmt etwas nicht mit der Verbrennung. Dann heißt es, die beschriebenen Punkte zu kontrollieren; möglicherweise hängt einfach ein Fender vorm Auspuff. Findet sich der Fehler nicht, wird es Zeit, einen Techniker an Bord zu holen.
Welche Ursache hat bei Ihnen an Bord eine Luftheizung schon einmal lahmgelegt – und wie haben Sie den Fehler gefunden?

Redakteur Test & Technik
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