Ein Bimini soll Schatten spenden, ohne das Cockpit einzuengen. Klassische Lösungen lösen diese Aufgabe mit einem Gestänge aus Aluminium oder Edelstahl, das am Boot montiert bleibt oder zumindest feste Befestigungspunkte braucht. Volamare setzt dagegen auf eine luftgetragene Struktur: Integrierte Lufttubes, die nach Herstellerangaben mit Kevlar verstärkt sind, geben dem Tuch seine Form.
Damit positioniert sich das neue Produkt in einer Nische, die auf aufblasbare Cockpitzelte und Biminis zielt. Solche Lösungen sind nicht neu. Ihr entscheidender Vorteil bleibt aber besonders auf Segelyachten mit knapp bemessenem Cockpit, auf dem Vorschiff oder auf Katamaranen derselbe: Für einen temporären Schattenspender müssen keine Bügel, Decksplatten oder Schienen installiert werden.
Die Fläche des Volamare misst etwa 2,60 mal 1,70 Meter. Rechnerisch sind das 4,42 Quadratmeter, der Anbieter nennt rund 4,5 Quadratmeter Schattenfläche. Das Segel soll in Weiß oder Schwarz erhältlich sein.
Zum Aufbau genügt laut Volamare eine Luftpumpe. Drei Ventile sollen das Ablassen nach der Nutzung beschleunigen. Anschließend lässt sich das Sonnensegel laut Hersteller kompakt verstauen. Gerade für Boote, auf denen jedes feste Bauteil im Cockpit mit Großschot, Sprayhood, Badeleiter oder Laufweg konkurriert, ist das der zentrale Gedanke hinter der Konstruktion.
| Merkmal | Angabe von Volamare |
| Maße | ca. 2,60 × 1,70 m |
| Schattenfläche | rund 4,5 m² |
| Gewicht | rund 1,6 kg |
| Farben | Weiß oder Schwarz |
| Struktur | Kevlar-verstärkte Lufttubes |
| Preis | 2.975 Euro inkl. MwSt. |
Der Verzicht auf Gestänge spart Gewicht und erspart eine feste Installation. Bei einem konventionellen Bimini bestimmen Breite zwischen den Montagepunkten, Höhe, Länge und Tuchmaterial die Auswahl; die Rahmenkonstruktion hält das Tuch dauerhaft in Form. Klassische Biminis sind deshalb für einen regelmäßig genutzten Cockpitschutz eine robuste Lösung, benötigen aber geeignete Beschläge und Platz für Bügel und Gurte.
Beim Volamare-Sonnensegel verschiebt sich die entscheidende Frage auf die Abspannung. Aus der vorliegenden Produktinformation gehen weder empfohlene Befestigungspunkte noch eine zulässige Windgeschwindigkeit hervor. Auch Angaben zum Verhalten bei Böen, während der Fahrt oder bei Regen fehlen. Für die Praxis ist das wichtiger als die reine Schattenfläche: Ein leichtes Sonnensegel muss sauber zu den vorhandenen Klampen, Handläufen oder Relingsstützen passen und bei zunehmendem Wind rasch abgebaut werden können. Ein detaillierter Testbericht in der YACHT folgt, sobald wir das System ausgiebig bei Wind, Regen und Sonne testen konnten.
Das entspricht der grundsätzlichen Abgrenzung zwischen Sonnensegel und Bimini: Ein flexibles Tuch bietet viel Spielraum bei der Positionierung, ist aber windempfindlicher und muss sorgfältiger nachgetrimmt werden. Sonnensegel sind vor allem bei Liegezeit oder vor Anker sinnvoll; bei häufigen Kurs- und Tempowechseln ist ein festes Bimini in der Regel die belastbarere Lösung.
Volamare zielt mit dem geringen Gewicht und den kompakten Staumaßen auf Eigner, die einen saisonalen oder mobilen Sonnenschutz suchen. Das kann auf einer Charteryacht sinnvoll sein, ebenso bei Booten ohne Bimini-Vorbereitung oder bei Crews, die den Schattenplatz je nach Sonnenstand zwischen Cockpit und Vorschiff verlegen möchten.
Der Preis von 2.975 Euro rückt das Volamare-System klar in den Premiumbereich. Vor einer Kaufentscheidung sollten Interessenten deshalb klären, welche Pumpe mitgeliefert wird, wie und wo das Segel am Boot befestigt werden darf, bei welcher Windstärke es eingesetzt werden kann und ob Reparaturmaterial verfügbar ist. Erst diese Angaben zeigen, ob die leichte Konstruktion zum eigenen Cockpit und zum vorgesehenen Revier passt. Mehr dazu im YACHT-Test.
Alle technischen Daten, der Preis und die Aussagen zur Konstruktion beruhen auf Informationen von Volamare.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
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