Hauke Schmidt
· 10.02.2026
Die quatix 8 Pro markiert einen neuen Entwicklungsschritt in Garmins Marine-Smartwatch-Serie. Anders als bei bisherigen Modellen, die auf eine Smartphone-Verbindung oder separate inReach-Geräte angewiesen waren, ist die Satellitenkommunikation nun direkt in die Uhr integriert. Damit positioniert sich Garmin im Segment zwischen reinen Sport-Smartwatches wie der eigenen Fenix-Serie und dedizierten Notfallgeräten.
Die zentrale Neuerung ist die inReach-Technologie mit dualer Konnektivität: Je nach Verfügbarkeit wählt die Uhr automatisch zwischen LTE und Satellit. Innerhalb der LTE-Abdeckung sind Sprachanrufe und LiveTrack-Standortübertragung möglich. Die Satellitenverbindung dient dem Austausch von Textnachrichten und Standort-Check-ins an festgelegte Personen. Laut Garmin funktioniert das System bis zu 80 Kilometer vor der Küste – deutlich weiter als herkömmliche Mobilfunknetze.
Ein wichtiger Unterschied zu den separaten inReach-Geräten: Die quatix 8 Pro nutzt nicht das weltweite Iridium-Netzwerk, sondern das Skylo-Satellitennetzwerk. Die Abdeckung ist dadurch auf Nordamerika und Europa beschränkt. Für Törns nach Asien, Afrika oder Südamerika bleibt ein separates inReach-Gerät die empfohlene Lösung. Zudem muss die Uhr für die Satellitenkommunikation korrekt ausgerichtet werden – eine Animation auf dem Display führt den Nutzer durch den Prozess. Die Nutzung erfordert ein Satellitenabo ab etwa zehn Euro monatlich.
Im Notfall löst die quatix 8 Pro per Tastendruck einen interaktiven SOS-Ruf an Garmin Response aus, das 24/7 besetzte Koordinierungszentrum. Anders als bei einfachen EPIRBs erfolgt die Kommunikation bidirektional: Die Koordinatoren können Rückfragen stellen, Notfallkontakte informieren und mit Such- und Rettungsdiensten kommunizieren. Nach Herstellerangaben basiert die Entwicklung auf fast zwei Jahrzehnten Erfahrung mit mehr als 1.200 inReach-Einsätzen auf dem Wasser.
Der erweiterte Bootsmodus macht die quatix 8 Pro zur Fernbedienung für Garmin-Systeme: Autopilot, elektrische Trolling-Motoren und Entertainment-Systeme lassen sich direkt vom Handgelenk steuern. Per Sprachbefehl erfolgt die Navigation, sofern eine Bluetooth-Verbindung besteht. Wird der Bootsmodus deaktiviert, erscheinen stattdessen Alltags-Apps und Fitness-Funktionen. Das 1,4 Zoll große AMOLED-Display mit Titanlünette und Saphirglas soll auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar sein. Der integrierte Lautsprecher und das Mikrofon ermöglichen Sprachsteuerung und Sprachkommunikation.
Abseits des Wassers bietet die Uhr umfangreiches Gesundheits- und Fitnesstracking mit Herzfrequenzmessung, Herzfrequenzvariabilität, Schlafüberwachung, Pulse Ox und zahlreichen Sport-Apps für Laufen, Golfen und weitere Aktivitäten. Smart Notifications, Musikspeicher und Garmin Pay für kontaktloses Bezahlen runden den Funktionsumfang ab. Die Akkulaufzeit gibt Garmin mit bis zu 15 Tagen im Smartwatch-Modus und bis zu 44 Stunden im GPS-Modus an.
Display und Gehäuse:
Kommunikation:
Navigation und Sensoren:
Akku:
Weitere Funktionen:

Redakteur Test & Technik
Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.