SegeltechnikMehr Segelspaß bei leichtem Wind

Hauke Schmidt

 · 18.01.2016

Segeltechnik: Mehr Segelspaß bei leichtem WindFoto: YACHT/M.-S. Kreplin
Der Code Zero sorgt bei Leichtwind für mehr Druck 
Code Zeros sind die Turbolader für moderne Yachten. Was die Rollvorsegel können und unter welchen Bedingungen sie ihre Vorteile ausspielen

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Rigg-Geometrie massiv geändert, mit vielen Vorteilen auf vielen Kursen. Hoch am Wind lassen sich die schlanken hohen Vorsegel eng schoten, und das Wenden erfordert wenig Aufwand; bei zunehmendem Wind muss erst einmal nur das Großsegel gerefft werden, mit entsprechend besserem Stand als eine zum Teil eingerollte Rollgenua. Der Mast rückte auf diversen Yachten sichtbar weiter nach vorn, was wiederum das nutzbare Volumen unter Deck vergrößerte.

Alles super also – solange man kein ausgesprochener Fan von tiefen Kursen und leichtem Wind ist. Dann nämlich fehlt es modernen Yachten an Segel-PS. Die kleine Fock fällt einfach wirkungslos hinter dem Groß zusammen, wenn es nicht mit mehr als 4 Beaufort weht. Die Antwort auf das zutage getretene Pro­blem trägt den zunächst kryptisch anmutenden Namen Code Zero. Die Crew auf der "EF Language" zückt im Whitbread Race 1997 auf einmal den A0 – und verblüfft die Konkurrenz: ein Segel, das wie eine übergroße Masttopp-Genua aussieht, aber als Gennaker vermessen wird. Es ist ein Geniestreich, der mit dafür sorgt, dass das schwedische Team gewinnt.

  Ideal für flaue Sommertage: Mit einem Code Zero kommen auch schwere Tourenboote in FahrtFoto: YACHT/M.-S. Kreplin Ideal für flaue Sommertage: Mit einem Code Zero kommen auch schwere Tourenboote in Fahrt

Dank weiterentwickelten Laminaten und verbesserten Rollanlagen ist der Code Zero zu einem leicht bedienbaren Turbolader für moderne Fahrtenyachten geworden. Manche Segelmacherei geht sogar schon so weit, das Zusatzsegel als Amwind-Garderobe für Leichtwind anzubieten, so fest sind mittlerweile die Materialien.

Was man bei der Auswahl eines Code Zero beachten sollte, lesen Sie in der aktuellen YACHT. Heft 3/2016 ist ab dem 20. Januar am Kiosk erhältlich.

Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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