Hauke Schmidt
· 24.02.2026
Mit Electra setzt Quantum auf ein mehrschichtiges System, das Performance und Haltbarkeit verbinden soll. Anders als bei einfachen Laminaten mit nur einer Faserrichtung kombiniert Electra zwei Faserarten mit unterschiedlichen Aufgaben: Die primäre, lasttragende Struktur besteht aus leichten, hochfesten Aramid- oder Carbonfasern, die vorgestreckt im Electra-Verbund eingebettet sind. Diese Kettfasern liegen in Längsrichtung des Tuches und nehmen die Hauptlasten auf. Ein enges Gitter sekundärer X-Ply-Fasern aus ultrahochmolekularem Polyethylen (UPE) ist in einem Winkel von jeweils 60 Grad beiderseits zur Kettrichtung angeordnet und verleiht dem Laminat laut Hersteller langfristige Formstabilität. Beide Faserlagen sind zwischen einer ultraleichten, dunkelgrauen Electra-Folie eingebettet, die vor UV-Strahlung, Salz und mechanischen Einflüssen schützt.
Quantum bietet das Material in zwei Faserkombinationen an: Aramid für beste Performance bei kleinen und mittelgroßen Segeln sowie Carbon für maximale Festigkeit und Formbeständigkeit bei größeren Yachten bis 45 Fuß. Die Kombination aus Hochleistungsfasern in Lastrichtung und dem UPE-Gitter soll eine ausgewogene Struktur schaffen, die bei allen Segelbedingungen konstant hohe Performance und Kontrolle liefert. UPE ist eine ultraleichte, dehnungsarme Faser, ähnlich Dyneema oder Spectra, und zeichnet sich durch besondere Festigkeit, Haltbarkeit und UV-Beständigkeit aus. Anders als reine Aramid-Segel, die empfindlich gegen Knicke und UV-Strahlung sind, soll das UPE-Gitter dem Electra-Laminat zusätzliche Robustheit verleihen.
Die Multi-Axial-Matrix ist sicher zwischen dunkelgrauer Electra-Folie eingebettet. Diese erhöht die Haltbarkeit und schützt alle Komponenten vor Umwelteinflüssen. Das Ergebnis ist ein Laminatsegel, das sein Profil länger hält als ungeschützte Laminate. Die dunkle, matte Electra-Folie sorgt für eine monolithische Optik und verleiht den Segeln den Look von Hightech-Grand-Prix-Segeln.
Quantum produziert Segel aus dem Electra-Segel ausschließlich im Triradial-Schnitt und profiliert sie nach Kundenspezifikation. Durch das Triradial-Design werden die Lasten besser auf die Fasern verteilt, und das Tuch bleibt auch bei hoher Belastung formstabil. Das Material ist für Groß- und Genuasegel auf Regattayachten bis 45 Fuß konzipiert. Der Einsatzbereich umfasst Up-and-Down-Regatten sowie Mittel- und Langstreckenregatten – überall dort, wo bewährte Eigenschaften hinsichtlich Handling, Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit gefragt sind. Preislich sortieren sich die Electra-Segel unterhalb der Fusion-Membran ein. Ein Triradial-Großsegel aus Electra-Aramid kostet für eine X-332 (Segelfläche 35,8 Quadratmeter) rund 6.850 Euro. Ein Fusion-E5-Großsegel liegt bei etwa 9.484 Euro. Die Preise variieren je nach Bootsgröße, Segelfläche, gewählter Faserkombination und Ausstattung.
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Redakteur Test & Technik