AntriebDrehflügelpropeller Max Bianchi verstellt die Steigung während der Fahrt

Hauke Schmidt

 · 14.10.2026

Der Max Bianchi von Max Prop besitzt drei Flügel und soll seine Steigung automatisch an die Drehzahl anpassen.
Foto: Max Prop
Der Max Prop Max Bianchi ist ein Drehflügelpropeller für Segelyachten, dessen Steigung sich während der Fahrt selbst verändert. Die Mechanik soll den Motor in verschiedenen Drehzahlbereichen besser ausnutzen und auch beim Motorsegeln auf veränderte Last reagieren.

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Verstellbare Propellersteigungen sind nicht neu, auch nicht bei Max Prop. Beim Max Prop Easy wird die Steigung passend zu Motor, Getriebe und Yacht eingestellt. Während der Fahrt bleibt diese Einstellung jedoch gleich. Der Unterschied beim Max Bianchi: Seine Mechanik soll die Steigung im Betrieb selbstständig verändern und dadurch die Motorleistung effektiver nutzen.

Bei weniger Drehzahl mehr Steigung

Nach Angaben von Max Prop wird die Steigung größer, wenn die Motordrehzahl sinkt. Steigt die Drehzahl, stellt der Propeller seine drei Flügel flacher. Damit soll der Motor auch bei höherer Drehzahl seinen vom Hersteller vorgesehenen Drehzahlbereich erreichen, statt durch eine zu große Steigung überlastet zu werden. Die Grundeinstellung wird passend zu Motor, Getriebe und Boot gewählt.

Der mögliche Nutzen liegt vor allem zwischen den üblichen Betriebspunkten: Ein Propeller mit fester Steigung ist ein Kompromiss für bestimmte Drehzahlen und Fahrtzustände. Ändert sich die Last, etwa durch Seegang oder zusätzlich gesetzte Segel, passt diese Steigung nicht immer gleich gut. Max Prop verspricht für sein neues Modell hohe Fahrtgeschwindigkeiten schon bei niedrigeren Motordrehzahlen sowie einen geringeren Verbrauch.

Interessant beim Motorsegeln

Unterstützen die Segel den Antrieb, ändert sich die Belastung des Propellers. Laut Hersteller reagiert der Max Bianchi darauf mit einer veränderten Steigung. Gerade für Fahrtensegler könnte das interessant sein, wenn sie bei wenig Wind mit Segel und Motor gemeinsam Strecke machen. Unter Segeln ohne Motor sollen sich die Flügel strömungsgünstig stellen und den Widerstand verringern. Wie sich Drehflügel- und Faltpropeller im Bordalltag pflegen lassen, erklärt ein YACHT-Ratgeber.

Auch der seit vielen Jahren verfügbare Autoprop von Brunton verändert seine Steigung während der Fahrt, um sich besser an unterschiedliche Drehzahlen anzupassen. Der Unterschied zwischen den Systemen liegt in der mechanischen Umsetzung: Während sich die Blätter des Autoprop frei drehen können, besitzt der Max Bianchi einen Federmechanismus, der die Blätter in Motorposition hält und sie je nach Drehzahl in einen definierten Steigungsbereich drehen lässt.

​Einen ähnlichen Zweck verfolgt die Overdrive-Funktion des dreiflügeligen Gori-Faltpropellers: Eine zweite, größere Steigung ermöglicht bei ruhigem Wasser oder beim Motorsegeln Fahrt mit niedrigerer Motordrehzahl. Anders als beim Max Bianchi passt sich die Steigung aber nicht laufend an. Gori bietet zwei feste Stellungen, zwischen denen durch ein Fahrmanöver mit Rückwärts- und Vorwärtsgang gewechselt wird.

Größen und Preis

Nach Auskunft des deutschen Vertriebs Sailtec ist der Max Bianchi derzeit mit einer 90er-Nabe für Wellen mit 30 oder 35 Millimetern Durchmesser sowie für Saildrives erhältlich. Verfügbar sind Propellerdurchmesser von 16 bis 20 Zoll. Ein genauer Preis steht noch nicht fest. Sailtec rechnet aber damit, dass der Max Bianchi etwa 25 Prozent über einem vergleichbaren Max Prop Easy liegen wird.

Technische AngabeMax Prop Max Bianchi
BauartDreiflügeliger Drehflügelpropeller mit selbsttätig veränderlicher Steigung
Nabe90er-Nabe
WellenanschlussFür 30 und 35 mm Wellendurchmesser
Weiterer AnschlussFür Saildrives
Propellerdurchmesser16 bis 20 Zoll
PreisNoch nicht festgelegt; laut Sailtec voraussichtlich etwa 25 Prozent über dem vergleichbaren Max Prop Easy

​Wäre für euch ein Propeller mit selbsttätig veränderlicher Steigung interessant – oder investiert Ihr das Geld lieber in neue Segel?

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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