Velettrica stellt mit dem Drive-Pod-16 einen nachrüstbaren Hybridantrieb für Segel- und Motoryachten von zehn bis 14 Metern vor. Für den Pod nennt der Hersteller 14,2 Kilowatt Dauerleistung an der Welle, mehr als 4.500 Newton Standschub und 38 Kilogramm Gewicht.
Motor, Propeller und Leistungselektronik des Drive-Pod-16 sitzen laut Velettrica in einem hydrodynamisch verkleideten Pod unter dem Rumpf. Im Schiff selbst soll dadurch weniger Raum für den Antrieb nötig sein. Der Hersteller verspricht zudem weniger Vibrationen und Geräusche.
Der entscheidende Ansatz für eine Nachrüstung: Der Drive-Pod-16 soll an den Aufnahmen eines vorhandenen Saildrives montiert werden können. Die modularen Batterien können dabei den Platz des bisherigen Dieselmotors einnehmen. Welche Saildrive-Aufnahmen konkret passen und welche Umbauten an Rumpf und Bordelektrik nötig sind, lässt Velettrica offen. Ähnliche Konzepte verfolgen andere Anbieter bei elektrischen Saildrive-Lösungen.
Die Batteriekapazität soll sich durch zusätzliche Module erweitern lassen. Nach Angaben von Velettrica können die Batterien neben dem Antrieb auch Bordverbraucher versorgen. Für längere Motorpassagen ist ein vom Pod getrennter Generator vorgesehen. Beim Manövrieren und auf Küstenetappen soll die Yacht rein elektrisch fahren können; wie weit sie mit einer bestimmten Batteriekonfiguration kommt, nennt Velettrica nicht.
Damit folgt der Drive-Pod-16 dem Prinzip eines seriellen Hybridantriebs: Ein Elektromotor übernimmt den Vortrieb, während Batterien und bei Bedarf ein Generator elektrische Energie bereitstellen. Welche Vor- und Nachteile solche Systeme gegenüber Diesel- und reinen Elektroantrieben haben, zeigt die YACHT-Einordnung zu Antriebskonzepten.
Die elektronische Steuereinheit des Pods soll Batterie, Ladegerät, Solaranlage und Generator einbinden. Laut Hersteller sind Überwachung, Diagnose, Telemetrie und eine Fehlerüberwachung vorgesehen. Optional kündigt Velettrica einen drehbaren Pod für präzise Manöver und dynamische Positionierung an. Propeller und Finne sollen aus recyceltem Nylon und recycelter Carbonfaser bestehen. Der Synchronmotor kommt dem Hersteller zufolge ohne Permanentmagnete aus. Akkus mit Natrium-Ionen-Zellen sind erst als künftiger Entwicklungsschritt vorgesehen.
| Merkmal | Herstellerangabe |
| Dauerleistung an der Welle | 14,2 kW bei 545 U/min |
| Standschub | mehr als 4.500 N |
| Abmessungen des Pods | Höhe 530 mm, Länge 765 mm |
| Propellerdurchmesser | 620 mm |
| Gewicht des Pods | 38 kg |
| Batteriemodul | 9 kWh, 350 V, 96 kg; Länge 780 mm, Breite 504 mm, Höhe 248 mm |
| Steuerung und Schnittstellen | ECU mit Überwachung, Diagnose und Telemetrie; CAN-Bus und NMEA 2000 |
Der Standschub beschreibt die Kraft bei stillstehendem Boot. Er allein erlaubt keinen Rückschluss auf Geschwindigkeit, Reichweite oder Leistung bei Fahrt. Velettrica setzt die Leistungs- und Schubwerte auf seiner Produktseite außerdem mit Dieselmotoren von mehr als 40 beziehungsweise 80 PS in Beziehung.
E-Mobilität auf dem Wasser erklärt die technischen Grundlagen elektrischer und hybrider Bootsantriebe, von verschiedenen Antriebsformen bis zu Installation, Betrieb und Wirtschaftlichkeit. Für Eigner, die einen Austausch des Dieselmotors erwägen, sind besonders die konkreten Umrüstungsbeispiele und die Einordnung von Akku, Reichweite und Energiebedarf hilfreich.

Redakteur Test & Technik
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