AntriebssystemDer Außenborder zum Einbauen

Michael Rinck

 · 21.11.2018

Antriebssystem: Der Außenborder zum EinbauenFoto: Hersteller
Der Außenborder zum Einbauen
Ein Berliner Maschinenbauunternehmen hat einen modernen Zweitakt-Motor entwickelt, der wenig Platz braucht und im Winter auf den Dachboden gestellt werden kann

Die Firma Arens aus Berlin hat mit dem RVI Sail 15 ein innovatives Antriebskonzept für kleine Segelboote bis
30 Fuß entwickelt. Herzstück ist ein mit 60 mal 43 mal 30 Zentimeter sehr kompakter Zweitakt-Boxermotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 15 PS Leistung. Der Motor wird auf einem Fundament mit inte­griertem Getriebe installiert. Angetrieben wird das Boot von einem Saildrive.

  Der Arens RVI Sail 15 in einer Hai 760 Foto: Hersteller Der Arens RVI Sail 15 in einer Hai 760 

Der Hersteller verspricht, die Vorteile eines Außen­borders mit denen einer Einbaumaschine zu verbinden: Werden Benzinzuleitung, Auspuffschlauch und Bowdenzüge entfernt, kann der Motor mit einem Handgriff vom Fundament gelöst und aus dem Maschinenraum gehoben werden. Das soll dank des recht geringen Gewichts von 37 Kilogramm mit zwei Personen gelingen. So kann der Motor auf dem heimischen Dachboden eingewintert oder zum Service gebracht werden.

  Die zwei Zylinder sind liegend und gegenüber (deswegen Boxermotor) angeordnetFoto: Hersteller Die zwei Zylinder sind liegend und gegenüber (deswegen Boxermotor) angeordnet

Möglich macht das die moderne Zweitakt-Technik, wobei das Öl nicht wie früher direkt in den Kraftstoff gegeben wird, sondern automatisch in kleinen Mengen an die zu schmierenden Stellen gespritzt wird. So entfallen Ölwanne, Ölpumpe, Filter und Öldrucküberwachung, die bei Viertaktern üblich sind und viel Zusatzgewicht verursachen. Der Motor mit Fundament (Getriebe) und Saildrive wiegt insgesamt 52 Kilogramm.

Der Arens RVI Sail 15 ist ab Frühjahr 2019 erhältlich und kostet mit allen Komponenten, aber ohne Tank 11 290 Euro.

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Der neue Zweitakter der Firma Arens erklärt

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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