Füllstandsanzeigen für Fäkalientanks gehören zu den problematischen Systemen an Bord. Herkömmliche Schwimmer oder interne Sensoren verschmutzen durch den Tankinhalt und liefern nach kurzer Zeit ungenaue Werte. Garnet möchte dieses Problem mit einer völlig anderen Herangehensweise lösen: Die kapazitiven Sensoren werden außen auf die Tankwand geklebt und messen den Füllstand durch das Material hindurch. Sie kommen nie mit dem Tankinhalt in Kontakt und können nicht verschmutzen. Das SeeLevel-System ist seit Jahren in Nordamerika etabliert und wird nun auch in Europa vertrieben. Neben Schwarzwasser können auch viele andere Tankinhalte damit gemessen werden.
Die Sensoren des SeeLevel-Systems werden auf die Außenwand des Tanks aufgebracht. Der entscheidende Vorteil liegt in der Montage: Es sind keine Bohrungen, Schweißarbeiten oder Durchbrüche in der Tankwand nötig. Die Sensoren werden auf die gereinigte Außenfläche geklebt. Dies funktioniert bei Tanks aus Kunststoff. Metalltanks sind nicht geeignet. Die Dicke der Tankwand spielt bis zu einem gewissen Grad keine Rolle – das System kann durch Wandstärken bis etwa zehn Millimeter messen.
Pro Tank werden je nach Größe ein bis zehn Sensoren montiert. Diese sind vertikal übereinander angeordnet und erfassen den Füllstand stufenweise. Garnet bietet verschiedene Sensor-Kits für unterschiedliche Tankgrößen an.
Das SeeLevel-System besteht aus zwei Komponenten: den Sensoren und dem Display. Die Sensoren sind als Streifen organisiert, ähnlich wie LED-Stripes. Sie werden am Tank positioniert und verkabelt. Das Display zeigt den Füllstand in Prozent. Eine LED-Balkenanzeige macht den Status auf einen Blick erkennbar. Das System kann bis zu sieben Tanks gleichzeitig überwachen: Ein Tastendruck wechselt zwischen den Anzeigen. Alarme können konfiguriert werden – etwa wenn der Fäkalientank zu 90 Prozent voll ist.
Die Installation ist für versierte Eigner machbar, erfordert aber genaue Planung: Die Sensoren müssen exakt positioniert werden, damit sie den tatsächlichen Füllstand erfassen. Bei unregelmäßig geformten Tanks oder solchen mit vielen Einbauten kann die Kalibrierung aufwendiger sein. Garnet liefert detaillierte Installationsanleitungen mit.
Der größte Vorteil des SeeLevel-Systems liegt in der Wartungsfreiheit. Da die Sensoren nie mit dem Tankinhalt in Berührung kommen, können sie nicht verschmutzen oder verkalken. Schwimmer-basierte Systeme versagen oft nach wenigen Jahren, weil sich Ablagerungen bilden oder mechanische Teile blockieren. Interne elektrische Sensoren korrodieren durch den aggressiven Tankinhalt.
Die Außenmontage ermöglicht auch nachträgliche Installation ohne Tanköffnung. Dies ist besonders bei fest eingebauten oder schwer zugänglichen Tanks ein Vorteil. Reparaturen oder der Austausch defekter Sensoren sind einfacher als bei internen Systemen.
Eine Einschränkung gibt es: Das System funktioniert nur, wenn die Tankwand zugänglich ist. Bei vollständig verkleideten oder eingeschäumten Tanks ist die Montage nicht möglich.
Die Sensorstreifen sind in drei Längen mit 23, 30 und 41 Zentimetern. Das Display ist in vielen Verschiedenen Konfigurationen erhältlich, abhängig von der Anzahl der zu überwachenden Tanks. Zudem gibt es optional Schalter für Pumpen oder Boiler und außerdem noch die Möglichkeit alles Werte per Bluetooth auf ein Mobilgerät zu übertragen und so auch Alarme zu definieren und auszuspielen.
Das Garnet SeeLevel-System ist über Fachhändler (Lindemann ist Importeuer in Deutschland) erhältlich. Die Preise starten bei 69 Euro für die Sensoren und 151 Euro für das Display.
Display:
Sensoren:
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Verfügbarkeit:

Redakteur Test & Technik
Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.