Hauke Schmidt
· 31.08.2026
Noch am 20. August hatte YACHT über das Aus für Global Roam und die neue Begrenzung von Roam Unlimited berichtet. Wer länger als 30 Tage außerhalb des registrierten Heimatlands oder der Heimatregion unterwegs ist, kann diesen Tarif nicht mehr dauerhaft nutzen. Besonders für Langfahrtsegler war das ein Problem. Nun reagiert Starlink offenbar mit einem speziellen Angebot für kleine private Boote.
Der Tarif heißt Personal Maritime und kostet nach den bislang bekannten Angaben 185 US-Dollar pro Monat, zuzüglich möglicher Steuern. Er soll unbegrenzte Daten in Hoheitsgewässern weltweit einschließen. Gemeint ist in der Regel die Zone bis zwölf Seemeilen vor der Küste. Die 30-Tage-Regel für Auslandsaufenthalte, die beim Roam-Tarif greift, soll bei Personal Maritime nicht gelten.
Die Erleichterung hat eine klar definierte Grenze: Personal Maritime ist laut den veröffentlichten Bedingungen für private, nicht gewerblich genutzte Wasserfahrzeuge gedacht. Boote mit mehr als 40 Fuß Länge über alles sind ausgeschlossen. Ebenfalls nicht zugelassen sind gewerbliche, geschäftliche oder unternehmerische Einsätze sowie die Nutzung an Land.
Damit entsteht ein neues Problem. Gerade viele typische Fahrtenyachten für lange Reisen liegen zwischen 40 und 50 Fuß. Für ihre Eigner löst der neue Tarif die Folgen der jüngsten Änderungen nicht. Die Grenze orientiert sich nicht an der tatsächlichen Nutzung, der Besatzungsgröße oder dem Datenbedarf, sondern allein an der Bootslänge.
Starlink fordert von Interessenten nach Berichten über die Einführung Angaben zum Boot, zur Flagge, zur Länge und zur Registrierung. Das spricht dafür, dass der Tarif zunächst nicht einfach über die normale Buchungsseite gewählt werden kann. Auf der deutschen Übersicht der Starlink-Servicetarife war Personal Maritime am 31. August noch nicht als regulär buchbarer Tarif aufgeführt.
Für Küstenfahrer und Langfahrtcrews, die längere Zeit zwischen Ländern wechseln, ist das Angebot grundsätzlich relevant. Innerhalb der Hoheitsgewässer kann die Verbindung ohne die bisherige Rückkehr in das Heimatland weiterlaufen. Das passt zu dem Anwendungsfall, für den Starlink Roam derzeit nur eingeschränkt geeignet ist.
Sobald die Yacht weiter als zwölf Seemeilen vor der Küste unterwegs ist, greift allerdings Ocean Mode. Dafür sollen ab 27. September sechs US-Dollar pro Gigabyte berechnet werden. Bisher waren zwei US-Dollar pro Gigabyte genannt worden. Die Kosten verdreifachen sich damit.
Das hat in der Praxis erhebliche Folgen. Ein GRIB-Download oder der Austausch von E-Mails fällt kaum ins Gewicht. Software-Updates, Videotelefonie, Fotosicherungen oder Streaming können eine Ocean-Mode-Rechnung dagegen schnell erhöhen. Wer den Modus aktiviert, zahlt nach den bekannt gewordenen Bedingungen den Datenpreis für den gesamten Verbrauch, bis Ocean Mode wieder deaktiviert wird. Genau diese Einschränkung macht den Tarif für eine Atlantikpassage oder längere Etappen fern der Küste deutlich weniger attraktiv.
| Tarif | Lange Auslandsreise in Küstennähe | Daten und Nutzung auf hoher See | Preisbeispiel pro Monat |
| Personal Maritime, nur bis 40 Fuß LOA | Ohne 30-Tage-Grenze | Unbegrenzt bis zwölf Seemeilen. Danach Ocean Mode für sechs US-Dollar/GB | 185 US-Dollar Grundpreis. Mit zehn GB Ocean Mode: 245 US-Dollar. Mit 50 GB: 485 US-Dollar, jeweils zuzüglich möglicher Steuern |
| Roam Unlimited | Nach 30 Tagen begrenzt | Ocean Mode kostenpflichtig | 95 Euro Grundpreis in Deutschland. Ocean Mode kommt zusätzlich hinzu |
| Global Priority 50 GB | Möglich | Globale Land- und Ozeannutzung mit 50 GB Prioritätsdaten | 250 Euro pro Monat |
| Global Priority 500 GB | Möglich | Globale Land- und Ozeannutzung mit 500 GB Prioritätsdaten | 650 Euro pro Monat |
Für einen privaten Eigner einer 35-Fuß-Yacht, der mehrere Monate an der europäischen Küste, in der Karibik oder in anderen Revieren außerhalb seines Heimatlands unterwegs ist, schließt Personal Maritime eine wichtige Lücke. Der Monatsbetrag liegt deutlich unter den bislang für weltweite Nutzung empfohlenen Priority-Tarifen. Zugleich ist er mehr als ein üblicher Roam-Tarif.
Für größere Fahrtenyachten und für Hochseesegler bleibt die Lage dagegen unbefriedigend. Wer regelmäßig außerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone segelt, sollte den Datenverbrauch sehr genau planen. Die bisherige Übersicht zu Starlink-Tarifen, Hardware und Kosten an Bord bleibt deshalb ebenso wichtig wie die Entscheidung über Antenne, Stromversorgung und Reservekommunikation.
Auch die Funktion von Starlink an Bord ersetzt keine Notfallkommunikation. Welche Alternativen neben dem Satelliteninternet sinnvoll bleiben, erklärt YACHT im Beitrag über Iridium, Starlink und Inmarsat als Kommunikationssysteme an Bord. Für die tägliche Nutzung in Ankerbuchten bietet der Praxistest von Internet an Bord zusätzliche Erfahrungen zu Empfang und Strombedarf.
Blauwassersegeln kompakt behandelt die Planung einer Langfahrt aus der Perspektive des gesamten Bordalltags. Neben Schiff, Rigg und Ausrüstung kommen auch Energiemanagement, Kommunikation, Navigation, Sicherheit und Kosten zur Sprache. Gerade bei der Wahl eines Satelliteninternet-Tarifs hilft dieser breitere Blick: Entscheidend ist nicht nur der Monatspreis, sondern auch, wie Datenverbrauch, Strombilanz und Reservewege zur Kommunikation auf langen Etappen zusammenpassen.
Wie bewertet ihr den neuen Starlink-Tarif: faire Lösung für kleinere Fahrtenyachten oder zu enge Grenze für die Realität der Langfahrt?

Redakteur Test & Technik
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