SicherheitMit KI gegen Kollisionen

Michael Rinck

 · 30.04.2025

Mit dem Brain (schwarzer Kasten) von Sea.AI können bestehende Thermalkameras mit KI-basierter Kollisionswarnung ausgestattet werden
Foto: Sea.AI
Sea.AI Brain
Mit dem Sea.AI Brain sollen bereits existente Thermalkameras mit einer KI-basierten Objekterkennung nachgerüstet werden.

Sea.AI (ehemals Oscar) bietet Kamerasysteme zur Kollisionsverhütung an. Mit dem Brain kann die Technik auch bei bestehenden Kameras nachgerüstet werden. Dazu wird eine Box (das Brain) angeschlossen, das Kamerabild ausgewertet, Objekte werden in Echtzeit erkannt, markiert und Warnungen ausgespielt. So sollen auch schon im Rigg installierte Kameras mit der nötigen Intelligenz nachgerüstet werden können. Dadurch erhöht sich die Sicherheit an Bord, da die Crew frühzeitig auf potenzielle Gefahren aufmerksam gemacht wird.

Das SEA.AI Brain greift auf eine stetig wachsende Datenbank mit Millionen annotierter maritimer Objekte zurück. Diese Datenbasis ermöglicht eine präzise Erkennung verschiedenster Schiffe, Bojen, Seezeichen und anderer relevanter Objekte. Die Software lässt sich mit bestehenden Kamerasystemen kombinieren und wertet deren Bilddaten kontinuierlich aus.

Bei der Installation wird die Kamera mit dem Computer (dem Brain) verbunden, auf dem die SEA.AI Software läuft. Anschließend arbeitet das System weitgehend autonom. Es erkennt Objekte im Sichtfeld der Kamera und löst bei Bedarf automatisch Alarme aus. Die Crew kann Schwellenwerte für Alarme individuell festlegen, etwa ab welcher Entfernung oder Objektgröße gewarnt werden soll.

Der Preis beträgt 7.990 Euro, was im Vergleich zu den Komplettsystemen von Sea.AI eine deutliche Ersparnis darstellt. So kostet etwa das Sea.AI Offshore One für Cruiser ab 9.900 Euro. Die Variante für Regattaprofis heißt Sea.AI Competition und kostet ab 23.890 Euro.

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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