Raymarine stellt mit dem Axiom 2 die nächste Generation seiner Kartenplotter-Serie vor. Der Nachfolger des Axiom-Plotters arbeitet mit einem Sechskern-Prozessor und startet zehn Prozent schneller. Die LightHouse Charts GEN 2 rendern Seekarten um 30 Prozent schneller als die Vorgängerversion.
Raymarine gehört zu den etablierten Herstellern von Navigationselektronik und bedient sowohl Segler als auch Motorbootfahrer und Angler. Die Axiom-Serie hat sich als Mittelklasse-Plotter etabliert – leistungsfähiger als Einsteigergeräte, aber preislich unter den High-End-Systemen. Mit dem Axiom 2 aktualisiert Raymarine Hardware und Software. Sechskern-Prozessor und sehr gut ablesbares Display kamen bisher nur beim Axiom 2 Pro zum Einsatz. Der Fokus liegt auf schnellerer Performance: vom Systemstart über das Rendern von Seekarten bis zur Integration von Apps und Sensoren. Die Geräte sind ab sofort bestellbar und werden mit drei Jahren Garantie ausgeliefert.
Der Axiom 2 arbeitet mit einem Sechskern-Prozessor, der laut Raymarine zehn Prozent schnellere Startzeiten ermöglicht. Das klingt nach einer marginalen Verbesserung, macht sich aber bemerkbar wenn der Plotter bei jedem Törnstart neu hochgefahren wird. Wichtiger ist die um 30 Prozent schnellere Darstellung von Seekarten. Beim Zoomen oder Verschieben der Karte soll das System flüssiger reagieren – frühere Generationen zeigten manchmal Ruckeln oder Verzögerungen beim schnellen Zoomen in detaillierte Bereiche.
Das Gigabit-Netzwerk ermöglicht schnelleren Datenaustausch zwischen Plotter, Radar, Echolot, Autopilot und anderen Geräten im NMEA-2000-Netzwerk. Besonders bei Radar- oder Sonardaten, die große Datenmengen erzeugen, soll die höhere Bandbreite für flüssigere Darstellung sorgen. Die erweiterte Speicherkapazität erlaubt die Installation von über 30 Apps – von Wetter-Apps über Unterhaltungsstreaming bis zu Beleuchtungssteuerung und Schiffsüberwachung.
Das Betriebssystem LightHouse integriert alle Funktionen in einer Oberfläche. Kartenplotter, Sonar, Radar, Autopilot und Video sind nahtlos eingebunden. Die Bedienung erfolgt über Touchscreen, der laut Raymarine auch bei Nässe gut reagiert – ein wichtiger Punkt bei Plottern, die im Cockpit montiert sind und Spritzwasser ausgesetzt sind.
Die neuen LightHouse Charts GEN 2 sind im Lieferumfang enthalten. Sie rendern dreimal schneller als die Vorgängergeneration und ermöglichen flüssiges Zoomen und Verschieben der Karte. Die Abdeckung wurde erweitert und umfasst nun mehr Binnengewässer, Seen, Flüsse und detaillierte Hafenkarten. Der Kartenkatalog wächst kontinuierlich und deckt Nordamerika, Europa, das Mittelmeer, Südamerika, Südafrika und Asien ab.
Die Darstellung der Karten ist eine Frage der persönlichen Präferenz – manche Segler bevorzugen die Optik von Navionics, andere schwören auf C-Map oder die hauseigenen Raymarine-Karten. Die LightHouse Charts bieten solide Abdeckung und gute Detailtiefe. Für Spezialreviere können zusätzliche Kartenpakete erworben werden. Die Charts werden regelmäßig aktualisiert, Updates sind über WLAN downloadbar.
Das Display ist mit HydroTough nano-beschichtet. Diese Beschichtung soll die Oberfläche widerstandsfähiger gegen Kratzer und Abrieb machen. Plotter im Cockpit sind Sonne, Salz und gelegentlichen Stößen ausgesetzt – eine robuste Oberfläche verlängert die Lebensdauer. Die IPX6-Zertifizierung bedeutet Schutz gegen starkes Strahlwasser aus allen Richtungen. Der Plotter hält also auch Gischt oder Regengüsse aus.
Die Helligkeit des Displays ist entscheidend für die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung. Raymarine verspricht gute Lesbarkeit auch bei hellem Tageslicht. Die drei Displaygrößen – 7, 9 und 12 Zoll – entsprechen etwa 18, 23 und 30 Zentimetern Diagonale. Die Wahl hängt vom verfügbaren Platz und der bevorzugten Darstellung ab: Größere Displays zeigen mehr Kartenausschnitt, benötigen aber mehr Montagefläche.
Der Axiom 2 ist in zwei Versionen erhältlich. Die Basisversion kommt ohne integriertes Sonar und richtet sich an Segler und Motorbootfahrer, die keinen Fishfinder benötigen oder bereits ein separates Echolot haben. Die RV-Version (RealVision) integriert ein 600-Watt-Sonar mit CHIRP-Technologie. Damit lassen sich Fischschwärme lokalisieren und die Bodenhärte beurteilen.
Die RealVision-Technologie kombiniert DownVision (Blick nach unten), SideVision (seitlicher Scan) und RealVision 3D für eine dreidimensionale Darstellung des Untergrunds. Für Angler ist dies hilfreich, um Strukturen wie versunkene Bäume, Felsen oder Unterwasserkanten zu identifizieren, an denen sich Fische aufhalten. Für normale Fahrtensegler ist die Sonar-Version weniger relevant, es sei denn man ankert häufig und möchte den Untergrund vor dem Ankern prüfen.
Der Axiom 2 integriert die wichtigsten Motorenhersteller. Daten wie Drehzahl, Kühlwassertemperatur, Öldruck und Kraftstoffverbrauch können direkt auf dem Plotter angezeigt werden. Welche Motoren genau unterstützt werden, ist auf der Raymarine-Website einsehbar – typischerweise sind Volvo Penta, Yanmar, Mercury, Suzuki und andere vertreten.
Die App-Integration ermöglicht die Installation von Drittanbieter-Software. Wetter-Apps zeigen Vorhersagen und Wetterkarten, Streaming-Apps liefern Musik oder Podcasts, Überwachungs-Apps zeigen Tankfüllstände oder Batteriezustände. Die Auswahl hängt vom jeweiligen App-Store ab. Raymarine arbeitet mit verschiedenen Anbietern zusammen, um das Angebot zu erweitern.
Der Axiom 2 wurde auf der Palm Beach International Boat Show im März 2026 erstmals vorgestellt und ist ab sofort bestellbar. Die kleinste Variante mit 7 Zoll kosten ohne Seekarte und ohne Sonar 1.184, die mittlere Größe 1.898 und die 12-Zoll-Version 3.564 Euro.
Raymarine gewährt drei Jahre Garantie auf den Axiom 2 – mehr als die üblichen zwei Jahre bei vielen Konkurrenten. Der Axiom 2 ist über Raymarine-Händler und den Webshop erhältlich.
Display:
Seekarten:
Sonar (nur RV-Version):
Integration:
Garantie:
Modelle:
Verfügbarkeit:

Redakteur Test & Technik