Way2 ist eine aufblasbare Gangway, die zusammengefaltet gut in die Backskiste passt. Das Volumen beträgt im verpackten Zustand laut Hersteller 0,03 Kubikmeter – weniger als ein Handgepäckkoffer. Aufgepumpt misst die Gangway 200 Zentimeter Länge, 50 Zentimeter Breite und 15 Zentimeter Höhe. Das Gewicht gibt der Hersteller mit rund fünf Kilogramm an.
Die Konstruktion basiert auf Dropstitch-Technologie. Tausende Polyesterfäden verbinden Ober- und Unterseite der PVC-Hülle. Beim Aufpumpen auf 8 bis 10 PSI entsteht eine steife Platte. Das Prinzip kennt man von Stand-up-Paddleboards. Der Unterschied: Way2 hat eine strukturierte EVA-Oberfläche mit Wabenstruktur für besseren Grip.
Ein Standard-SUP misst meist 320 bis 380 Zentimeter Länge und 80 bis 86 Zentimeter Breite. Way2 ist mit 200 Zentimetern deutlich kürzer und mit 50 Zentimetern schmaler. Die Dicke liegt bei beiden Systemen zwischen 10 und 15 Zentimetern. Ein SUP wiegt je nach Ausführung zwischen acht und zwölf Kilogramm, Way2 soll bei etwa fünf Kilogramm liegen.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Oberflächengestaltung. SUPs haben meist eine glatte oder leicht strukturierte Standfläche. Way2 nutzt eine hexagonale EVA-Beschichtung, die auch bei Nässe Halt bieten soll. Die Kanten sind abgerundet, um Beschädigungen am Rumpf zu vermeiden. An beiden Enden befinden sich jedoch Edelstahlösen zur Befestigung, die das Deck ankratzen können, wenn sie nicht entschärft werden.
Die Tragfähigkeit gibt Easysea mit 150 Kilogramm an. Ein Standard-SUP trägt je nach Modell zwischen 100 und 150 Kilogramm. Die Steifigkeit hängt bei beiden Systemen vom Luftdruck ab. Bei acht PSI beginnt die Platte zu arbeiten, bei zehn PSI erreicht sie maximale Stabilität.
Das Aufpumpen dauert laut Hersteller unter vier Minuten. Dafür braucht man eine Doppelhubpumpe mit Manometer. Der Druck muss zwischen acht und zehn PSI liegen – weniger macht die Gangway instabil, mehr belastet die Nähte. Das Ventil sitzt seitlich und besteht aus technischem Polymer mit Edelstahlkern.
Zum Ablassen der Luft dreht man das Ventil auf. Die Entleerung dauert etwa zwei Minuten. Danach rollt man die Gangway von einem Ende her auf. Der Seesack hat Tragegriffe und lässt sich in jedem Cockpitstauraum verstauen. Das Packmaß entspricht etwa einem zusammengelegten Fender der Größe F3.
Die Befestigung erfolgt über die integrierten Edelstahlhaken. Diese lassen sich an Relingleisten, Klampen oder Augplatten einhängen. Für die Verwendung als Badeplattform kann man die Gangway auch frei schwimmen lassen. Dann sollte man sie aber mit einer Leine sichern.
Easysea bewirbt Way2 als Mehrzweckgerät. Primär dient es als Gangway zwischen Steg und Boot. Die Länge von zwei Metern reicht für Höhenunterschiede bis etwa 80 Zentimeter. Bei größeren Differenzen wird der Winkel zu steil.
Gedreht funktioniert Way2 als Schwimmmatte. Die glatte Unterseite wird zur Liegefläche. Für zwei Personen reicht der Platz knapp, eine Person liegt bequem. Die Stabilität im Wasser entspricht der eines SUPs – bei Wellengang rollt die Matte.
Als Arbeitsplattform soll Way2 beim Reinigen der Bordwand dienen. Man legt sich auf die Matte und erreicht so die Wasserlinie. Das funktioniert bei ruhigem Wasser. Schon leichter Schwell macht die Arbeit schwierig.
Halb aufgepumpt kann die Gangway obendrein als Wellen- und somit Schalldämpfer zwischen Heck und Wasser dienen und so besonders in den Achterkabinen vor Anker oder im kabbeligen Hafen für mehr Ruhe sorgen.
Die Außenhaut besteht aus doppellagigem PVC mit mariner Beschichtung. Die Nähte sind thermisch verschweißt – keine Klebestellen. Das soll die Haltbarkeit erhöhen. UV-Beständigkeit und Salzwasserresistenz gibt der Hersteller an, belastbare Langzeittests fehlen noch.
Die EVA-Oberfläche ist aufgeklebt. Bei intensiver Nutzung könnte sich hier die Verbindung lösen. Easysea gibt drei Jahre Garantie auf Materialfehler. Verschleiß durch normale Nutzung fällt nicht darunter.
Das Ventil arbeitet nach dem Halkey-Roberts-Prinzip. Ein Federmechanismus verhindert Luftverlust beim Abschrauben der Pumpe. Die Komponenten sind austauschbar – Ersatzteile gibt es im Wassersportzubehör.
Nach jedem Einsatz in Salzwasser sollte man Way2 mit Süßwasser abspülen. Sand und Schmutz können die EVA-Oberfläche beschädigen. Vor dem Verstauen muss die Gangway vollständig trocken sein. Feuchtigkeit führt zu Schimmelbildung im Seesack.
Kleine Beschädigungen lassen sich mit PVC-Reparatursets flicken. Die Technik entspricht der bei Schlauchbooten. Größere Schäden an den Nähten sind schwerer zu beheben. Hier hilft meist nur der Rücksendung zum Hersteller.
Die Lagerung sollte trocken und kühl erfolgen. Direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit schadet dem Material. Temperaturen über 50 Grad Celsius können die Verklebungen schwächen.
Ein klassisches Holz-Fallreep misst meist 200 bis 250 Zentimeter Länge und wiegt zwischen 15 und 25 Kilogramm. Die Breite liegt bei 40 bis 50 Zentimetern. Vorteil: absolute Formstabilität und unbegrenzte Lebensdauer bei guter Pflege. Nachteil: hohes Gewicht, sperriger Transport, Verletzungsgefahr durch harte Kanten.
Way2 wiegt ein Drittel eines Holz-Fallreeps und verschwindet im Seesack. Die Handhabung ist einfacher, besonders für Einhandsegler. Die weichen Kanten schonen Boot und Crew. Dafür braucht man eine Pumpe und muss auf den Luftdruck achten.
Preislich liegt Way2 im Mittelfeld. Einfache Holz-Fallreeps kosten ab 200 Euro, hochwertige Teakausführungen über 800 Euro. Eine klappbare Gangway von Switech kostet ab rund 560 Euro. Aluminium-Teleskop-Gangways beginnen bei 600 Euro. Way2 kostet etwa 430 Euro und positioniert sich zwischen Budget und Premium.
Die maximale Belastung von 150 Kilogramm reicht für eine Person mit Gepäck. Zwei Erwachsene gleichzeitig überlasten die Konstruktion. Bei Gezeitenhäfen mit großen Wasserstandsunterschieden wird die Gangway zu kurz oder zu steil. Die Breite von 50 Zentimetern ist knapp bemessen. Wer unsicher geht oder schweres Gepäck trägt, braucht mehr Platz. Wind macht die leichte Konstruktion anfällig. Bei Starkwind über 5 Beaufort kann die Gangway abheben, wenn sie nicht fest verzurrt ist.
Way2 wird mit Stausack, Reparaturset und Bedienungsanleitung geliefert. Eine Pumpe gehört nicht zum Lieferumfang. Man braucht eine Doppelhubpumpe mit Manometer und passendem Adapter. Kosten: etwa 40 bis 60 Euro. Bezug direkt beim Hersteller.
Stressfrei An- und Ablegen behandelt die praktischen Abläufe rund um Hafenmanöver, Stege und Bojen. Für den Artikel zur aufblasbaren Gangway liefert der Titel vor allem den passenden Rahmen für Leinenführung, sicheren Zugang und das Verhalten mit kleiner Crew. Die Schritt-für-Schritt-Erklärungen helfen Leserinnen und Lesern, den Einsatz einer Gangway in typische An- und Ablegesituationen einzuordnen.
Stressfrei Segeln richtet sich speziell an Fahrtensegler und erklärt Hafenmanöver, Anlegen, Leinenarbeit und das sichere Handling mit kleiner Crew oder Einhand. Im Unterschied zum allgemeinen Praxisbuch konzentriert sich dieser Titel auf die Besonderheiten an Bord einer Segelyacht.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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