TropenholzWie legal sind Decks und Ausbauten aus Burma-Teak?

Jochen Rieker

 · 22.05.2017

Tropenholz: Wie legal sind Decks und Ausbauten aus Burma-Teak?Foto: Fairlie Yachts
Wie legal sind Decks und Ausbauten aus Burma-Teak?
Die europäische Holzhandelsverordnung erschwert den Import von Holz aus Myanmar massiv. Aber es gibt noch keine Versorgungsengpässe im Bootsbau – warum?

Seit Jahren schon ist die Einfuhr von Tropenholz nur unter strengen Auflagen möglich. Insbesondere für das im Yachtbau beliebte, weil besonders witterungsbeständige Burma-Teak fällt der Nachweis der Legalität schwer. Das ergaben umfangreiche Recherchen der YACHT.

Tatsächlich konnte kein Händler, kein holzverarbeitender Betrieb und auch nicht der Deutsche Boots- und Schiffbauerverband (DBSV) gegenüber der Redaktion konkret aufzeigen, wie die geforderte Verifizierung des gesamten Lieferwegs vom Einschlagsort bis in die EU zu erbringen ist.

Die Schweizer Zertifizierungsgesellschaft SGS, ein weltweit operierender Spezialist für solche Fälle, machte im Interview deutlich, dass sie wegen des sehr hohen Korruptionsrisikos Aufträge in Myanmar generell ablehne.

  Rohstoff für edle Yachtdecks. Teak-Planken vor dem Zuschnitt Foto: Nico Krauss Rohstoff für edle Yachtdecks. Teak-Planken vor dem Zuschnitt 

Wie aber gelangt dann Teak auf deutsche Decks? Sind die Planken und Stämme, die hierzulande gehandelt und gehobelt werden, sämtlich illegal? Dieser Frage geht die YACHT in ihrer neuesten Ausgabe nach.

Für Werften und Servicebetriebe ist es ein Dilemma. Einerseits brauchen sie das Holz für ihre Arbeit, da Plantagenteak zumindest an Deck nicht ausreichend standfest ist. Andererseits riskieren sie, in Strafverfahren wegen der Umgehung der europäischen Holzhandelsverordnung EUTR verwickelt zu werden.

Zwar gibt es eine Vielzahl an Ersatzstoffen – von Kunststoff-Teak bis zu thermisch behandelten Hölzern oder Sorten wie Robinie. Doch besteht nach wie vor Bedarf für Burma-Teak – etwa für die originalgetreue Restaurierung von Klassikern.

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Dass YACHT-Leser das Thema durchaus differenziert sehen, beweisen die Ergebnisse unserer Online-Umfrage. Danach favorisieren nur rund 13 Prozent der mehr als 1000 Teilnehmer naturgewachsenes Teak; fast 60 Prozent würden beim Kauf einer neuen GFK-Yacht auf Kunststoffbeläge ausweichen.

Den aktuellen Report zum Thema Burma-Teak finden Sie in Heft 12/2017, jetzt am Kiosk oder direkt hier im Delius-Klasing-Shop.

Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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